Kontamination von Rede­wendungen

Wenn man kein gutes Haar am Damoklesschwert lässt, dann hat man zwei Wendungen miteinander verwoben, nämlich „kein gutes Haar an etwas/jemandem lassen“ und „etwas schwebt wie ein Damoklesschwert über jemandes Haupt“. Um solche Kontaminationen geht es in diesem Artikel.

Meist handelt es sich bei geläufigen Wendungen ja um Metaphern: „kein gutes Haar an etwas lassen“, „am seidenen Faden hängen“, „keinen Hund hinter dem Ofen hervorlocken können“ usw., aber es kommen auch Vergleiche vor: „etwas schwebt wie ein Damoklesschwert über jemandes Haupt“, „bekannt wie ein bunter Hund“, „wie von der Tarantel gestochen“ usw.

Bisweilen werden Wendungen aus Versehen ineinander verwoben (kontaminiert). Aus „Vroni darf man nur mit Samthandschuhen anfassen“ und „Vroni darf man nur behandeln wie ein rohes Ei“ wird dann schon mal „Vroni darf man nur mit rohen Handschuhen anfassen.“ Da hat man sich dann ver-wendet: Das ist ein Versprecher. Aber um eine Aussage zu verstärken oder um einen humoristischen Effekt zu erzielen, kontaminiert man durchaus bewusst nicht nur Wörter: „Medizyniker, Kompromissgeburt, akadämlich“ usw., sondern eben auch Wendungen und Sprichwörter: „Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst auf wie ein bunter Hund“ oder „Das schlägt dem Fass den Boden ins Gesicht“ oder „Wer in der Finanzwelt sein Wesen treibt, hat wahrscheinlich ein einnehmendes“ oder „Es ist gar nicht die feine Art, jemandem an den Karren zu pinkeln, vor den man ihn gespannt hat“.

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