„Hohelied“ oder „Hohes Lied“?

Wie verhält sich der schwarze Tee zum Schwarztee und das Hohelied zum Hohen Lied? Erfahren Sie mehr über die Besonderheiten dieser und ähnlicher Fügungen.

Es gibt eine Reihe von Eigennamen und festen Fügungen aus einem Adjektiv und einem Substantiv, die einem Kompositum – also einem zusammengesetzten Substantiv – nahestehen. Dazu zählen beispielsweise das Rote Kreuz, der Stille Ozean, das Schwarze Meer, aber auch das Schwarze Brett, der italienische Salat oder der schwarze Tee. Beim schwarzen Tee wird diese Nähe am deutlichsten, gibt es doch auch die Zusammensetzung der Schwarztee. Beim Roten Kreuz lässt sich die Tendenz zum Kompositum in Ableitungen beobachten, z. B. der Rotkreuzwagen, die Rotkreuzschwester. All die genannten festen Fügungen zeichnen sich dadurch aus, dass sich die Bedeutung des Gesamtgefüges nicht ohne Weiteres aus der Aneinanderreihung der Inhalte der Einzelwörter ergibt.

Im Unterschied zum Kompositum werden bei der festen Fügung jedoch beide Glieder dekliniert: im Schwarzen Meer oder im Stillen Ozean baden, eine Aktion des Roten Kreuzes, einen Anschlag am Schwarzen Brett machen; ebenso: den italienischen Salat, des schwarzen Tees.

Recht selten sind die Fälle, in denen man die Getrennt- und Zusammenschreibung in gleicher Form nebeneinander findet. Bekannte Vertreter sind das Hohe Lied oder eben das Hohelied und der Hohepriester bzw. der Hohe Priester. Aber Achtung: Bei flektierten Formen weichen die beiden Versionen schon wieder voneinander ab: des Hohepriesters oder des Hohen Priesters, im Hohelied bzw. im Hohen Lied.

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Wir bewegen uns im Zickzack durch die Welt der sogenannten Reduplikationsbildungen.

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