Der etymologische Zusammen­hang zwischen „Dom“ und „Zimmer“

Wir klären Sie hier über die etymologischen Wurzeln sowie die ursprünglichen Bedeutungen der Wörter Dom und Zimmer auf.

Dass ein Dom etymologisch betrachtet nichts weiter als ein Haus ist, ist den meisten, die sich irgendwann einmal mit Latein (domus) oder Russisch (dom) beschäftigt haben, bewusst. Das kirchenlateinische domus ecclesiae, also das Haus der Gemeinde, kam über das italienische duomo und das französische dôme als Dom ins Deutsche. Zurück geht das lateinische domus auf die indogermanische Wurzel *dem-, die so viel bedeutet wie „bauen, fügen“.

Diese Wurzel *dem- ist auch Ausgangspunkt des heutigen Wortes Zimmer: Das anlautende d verändert sich hier zu germanisch t und dieses später zu z. Aus der indogermanischen Wurzel entsteht somit das althochdeutsche Wort zimbar (mittelhochdeutsch dann zimber), was ursprünglich „Bauholz“ bedeutet. Das b mitten im Wort hat hier übrigens eigentlich nichts zu suchen, sondern erleichtert lediglich die Aussprache. Im Westgermanischen erhält das Wort zunächst die Bedeutung „Gebäude“ und erst im 15. Jahrhundert wird daraus im Deutschen die Bedeutung „Wohnraum“, womit wir beim Zimmer angelangt wären. 

Dieselbe Wurzel *dem- mit der Bedeutung „bauen, fügen“ liegt zudem einem Wort zugrunde, das man heute nur noch selten hört, nämlich dem Verb sich ziemen. Im ursprünglichen Sinne ist also ein Verhalten, das sich ziemt, ein passendes, sich ins große Ganze einfügendes Verhalten.

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