Aus dem Näh­kästchen ge­plaudert

Wird plaudern für Sie aus, was es mit der Redewendung aus dem Nähkästchen plaudern auf sich hat.

Umgangssprachlich bedeutet die Wendung „anderen Einblick in intime häusliche und andere Bereiche gewähren“.

Das Nähkästchen, das (ältere) Nähkörbchen und der Nähtisch (bei Bessergestellten) waren Gegenstände im Haushalt, die dem speziellen Gebrauch durch die Hausfrau vorbehalten waren. Wenn die Frauen gemeinsam nähten, wurden oft auch Intimitäten ausgetauscht. Der Nähkasten wurde überdies gern als Versteck genutzt, wenn etwas vor den Augen des gestrengen Herrn Gemahls zu verbergen war. In Fontanes Roman „Effi Briest“ (1895) stößt Herr von Instetten durch Zufall auf die kompromittierenden Briefe von Major Crampas an seine Frau, die „ganz zuunterst“ in einem Fach ihres Nähtisches gelegen hatten.

Eine ältere Parallelbildung des 16. Jh.s ist die Wendung „aus der Schule plaudern“. Hier ist unter „Schule“ nicht die pädagogische Institution gemeint, sondern z. B. Ärzte- oder Philosophenschulen.

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Konjunktiv I oder II?

Hätte, würde, könnte – in diesem Artikel erklären wir kompakt anhand von Beispielen, wann der Konjunktiv I und wann der Konkjunktiv II zu gebrauchen ist. Außerdem verraten wir Ihnen, was es mit „Potenzialis“ und „Irrealis“ auf sich hat. Entnommen ist der Text unserem Titel Ja wie denn nun? Sprachliche Zweifelsfälle und ihre Lösung.

Es ist ein Brauch von alters her: Wer Sorgen hat, hat auch Likör!

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