Anagramm

Nicht Wolfgang, sondern „Ali W. Goethe“ könnte in einem ruhigen Moment vielleicht durchaus den Gedanken fassen: Staatsdiener: Dasein rastet. Zugegeben: Das ist ganz schön verwirrend, bleibt aber stets im vorgegebenen (sprachlichen) Rahmen – und das ist auch das Prinzip von Anagrammen, über die Sie gleich mehr erfahren können.

Unter Anagramm (von griechisch anagramma = „Buch­staben­versetzung“) versteht man Wörter oder Wendungen, die dadurch entstanden sind, dass die Buchstaben eines anderen Wortes (oder einer anderen Wendung) umgestellt worden sind, ohne dass Buchstaben hinzugefügt oder ausgelassen werden. So wird dann aus Staatsdiener zum Beispiel Dasein rastet oder auch Das tarnte sie oder Diaetenstars.

Anagramme sind durchaus in literarisch anspruchsvollen Texten zu Hause. Der Träger des Walter-Hasenclever- und des Büchner­preises Oskar Pastior hat gar ein Anagrammgedicht auf das Ausgangswort Orthographie verfasst.

Geradezu beliebt sind Anagramme, wenn es darum geht, Pseudonyme bzw. Künstlernamen zu basteln. So könnte sich etwa Exfinanzminister Theo Waigel durchaus unter Ali W. Goethe als Nachwuchsschriftsteller einen Namen machen. Vladimir Nabokov etwa signierte seinen Roman „Lolita“ mit Vivian Darkbloom und der Lyriker Paul Celan hieß eigentlich Paul Ancel.

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