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Komma

  Das Komma ist ein Gliederungszeichen. Es wird im Deutschen in erster Linie nach grammatischen Gesichtspunkten gesetzt. Man kann drei Regelgruppen unterscheiden, vgl. Punkte 1–3. Zum Gewicht dieser Regeln vgl. Punkt 4.

1. Das Komma steht zwischen den Teilen von Reihungen (Aufzählungen) (D 100–102,111–113)

  • Feuer, Wasser, Luft und Erde. Sie wirkte ruhig, gelassen, entspannt.
  • Hier stehe ich, ich kann nicht anders.
  • Wir waren arm, aber gesund.

Unterregel: Es steht allerdings kein Komma bei Reihungen, deren Elemente mit Konjunktionen des Typs und/oder verbunden sind (D 111). Vgl. aber Punkt 4.

  • Er stand auf und ging. Im Sack waren Nüsse und Datteln sowie Feigen und Mandarinen.

Unterunterregel: Bei gereihten Hauptsätzen, die mit solchen Konjunktionen verbunden sind, darf hingegen ein Komma gesetzt werden (D 119):

  • Nimm das Geld[,] oder lass es bleiben.
  • Anna liest die Zeitung[,] und Otto löst ein Kreuzworträtsel.

2. Das Komma grenzt nachgestellte Zusätze vom Rest des Satzes ab (D 103–107)

  • Da kommt Michael, mein Bruder.
  • Sie liest viele Bücher, vor allem Romane.

Ist ein Zusatz eingeschoben, steht am Anfang und am Ende je ein Komma (= paariges Komma):

  • Michael, mein Bruder, kennt dich noch nicht.
  • Viele Bücher, vor allem Romane, regen die Fantasie an.

3. Das Komma grenzt Nebensätze vom übergeordneten Satz ab (D 118–125):

  • Sobald ich Zeit habe, komme ich bei euch vorbei.
  • Ich komme bei euch vorbei, sobald ich Zeit habe.

Ist der Nebensatz in den übergeordneten Satz eingeschoben, steht am Anfang und am Ende des Nebensatzes je ein Komma (= paariges Komma):

  • Ich komme, sobald ich Zeit habe, bei euch vorbei.

4. Die Regeln 2 und 3 haben mehr Gewicht als die Regeln in Punkt 1.

Dieses Wissen ist hilfreich, wenn man zunächst nicht weiß, welche von zwei infrage kommenden Regeln zum Zug kommt. Das folgende Beispiel enthält einen Zusatz (→ Komma) und eine Reihung mit und (→ kein Komma). Die Regel 2 für Zusätze hat mehr Gewicht, und daher steht am Ende des Zusatzes ein Komma:

  • Sie liest viele Bücher, vor allem Romane, und diskutiert auch gern darüber.

Entsprechend nach einem Nebensatz:

  • Sie sagte, sie komme gleich wieder, und ging hinaus.

5. Es ist allerdings einzuräumen, dass nicht immer ganz klar ist, was für eine Konstruktion vorliegt. In solchen Bereichen gewähren die Kommaregeln einen gewissen Freiraum. Dies gilt insbesondere für die folgenden Bereiche:

  • Datums-, Wohnungs-, Literaturangaben (D 108–110)
    • Sie wird Mittwoch, den 13. März[,] eintreffen. Herr Meier aus Bonn, Lindenstraße 12[,] hat zwei Freikarten gewonnen. Sie hat aus dem Brockhaus, 21. Auflage, Band 14[,] zitiert.
  • Partizip- und Infinitivgruppen (D 114–117)
    • Das ist[,] grob gerechnet[,] die Hälfte. (Zwei Kommas oder gar keins!)
    • Sie weigerte sich[,] uns zu helfen.
    • Sie weigerte sich[,] uns zu helfen[,] und ging weg. (Zwei Kommas oder gar keins!)
  • mehrteilige Nebensatzeinleitungen (D 126–128)
    • Angenommen[,] dass morgen gutes Wetter ist …

6. Besonders zu beachten sind außerdem Hervorhebungen, Ausrufe und Anreden (D 129–132)

  • Deine Mutter, die habe ich gut gekannt. Ach, das ist aber schade.

7. Zum Schluss soll noch eine Faustregel genannt werden:

  • Kein Komma ohne Grund!
    Im folgenden Satz liegt weder eine Reihung noch ein Zusatz oder ein Nebensatz vor. Es gibt daher keinen Grund für ein Komma:
    • (Falsch:) Nach einer langen Reise mit Zug und Bus, kamen wir endlich am Nordkap an.
    • (Richtig:) Nach einer langen Reise mit Zug und Bus kamen wir endlich am Nordkap an.

Zu weiteren Informationen:
Anführungszeichen (D 9, 11)
Gedankenstrich (D 43, 45, 46)
Klammern (D 98, 99)

 

Das Komma bei Reihungen (Aufzählungen)

Zu Reihungen mit Konjunktionen (Bindewörtern) vgl. D 111–113. Zu gereihten Sätzen vgl. D 118, 119, zu gereihten Nebensätzen D 122.

D 100:

Das Komma steht bei Aufzählungen, zwischen gleichrangigen Wörtern und Wortgruppen, wenn sie nicht durch Wörter wie und oder oder (vgl. D 111, 113) verbunden sind <§ 71 (2) und 72>.

  • Feuer, Wasser, Luft und Erde.
  • Sie wirkte ruhig, gelassen, entspannt.
  • Möchten Sie ein Menü aus drei, aus vier oder aus fünf Gängen?
  • Ich wollte nur am Strand sitzen, keine Berge besteigen, keine Museen besuchen, an keiner Weinprobe teilnehmen.

  Am Schluss der Aufzählung steht kein Komma, wenn der Satz weitergeht.

  • Er sägte, hobelte, hämmerte die ganze Nacht.
  • Sie ist viel, viel klüger.

 

D 101:

Zwischen zwei Adjektiven steht nur dann ein Komma, wenn sie einander nebengeordnet sind, das heißt den gleichen Rang haben.
Gelegentlich hängt es vom Sinn des Satzes ab, ob Nebenordnung (Gleichrangigkeit) vorliegt oder nicht <§ 71 E1>.
Es gibt aber auch Fälle, in denen zwischen den zwei Konstruktionsweisen nur ein geringer Unterschied besteht.

Mit Komma:

  • ein süßes, klebriges Getränk
  • ein schwarzer, breitkrempiger Hut

Aber ohne Komma:

  • die jüngsten politischen Entwicklungen
  • ein Glas dunkles bayerisches Bier (»bayerisches Bier« wird hier als Einheit angesehen, die durch »dunkles« näher bestimmt ist)
  • ein seltsam süßes Getränk (»seltsam« beschreibt hier »süßes« näher und ist daher nicht dekliniert).

Je nach Bedeutung:

  • höher liegende unbewaldete Hänge (ohne Komma, sofern es auch tiefer liegende unbewaldete Hänge gibt)
  • höher liegende, unbewaldete Hänge (mit Komma, sofern die tiefer liegenden Hänge bewaldet sind)

Mit geringem Bedeutungsunterschied:

  • langes[,] blondes Haar
  • helle[,] kernlose Trauben
  • unsere freiheitliche[,] demokratische Grundordnung

  Davon zu unterscheiden sind Fälle, in denen ein Adjektiv durch eine folgende Adjektiv- oder Partizipgruppe näher bestimmt wird (vgl. D 105, 113).

  • Das Buch enthält viele farbige, [und zwar] mit der Hand kolorierte Holzschnitte.
  • Auf der Ausstellung waren viele ausländische, vor allem niederländische Firmen vertreten.

 

D 102:

1. Mehrere vorangestellte Namen und Titel werden nicht durch Komma getrennt.

  • Hans Albert Schulze, Erika Müller
    (aber: Schulze, Hans Albert, und Erika Müller, ...)
  • Direktor Professor Dr. Max Müller
  • Seine Heiligkeit Papst Johannes Paul II.

2. Angaben mit geb, verh., verw. usw. können ohne Komma stehen oder als Zusätze angesehen und mit Kommas abgetrennt werden <§ 77 E2>.

  • Martha Schneider[,] geb. Kühn
  • Frau Tanja Schuster-Lehmann[,] geb. Lehmann[,] und ihr Ehemann Peter[,] geb. Schuster[,] verpflichten sich hiermit ...

 

Das Komma bei nachgestellten Zusätzen

D 103:

Das Komma trennt nachgestellte Zusätze (Appositionen) ab. Wenn der Satz danach weitergeht, steht auch am Ende des Zusatzes ein Komma (= paariges Komma) <§ 77 (2)>.
(Vgl. auch D 104, 107.)

  • Das ist Michael, mein Bruder.
  • Das Auto, Massenverkehrsmittel und Statussymbol zugleich, hat das Gesicht unserer Städte nachhaltig geprägt.
  • Johannes Gutenberg, der Erfinder der Buchdruckerkunst, wurde in Mainz geboren.

 Gelegentlich zeigt allein das Komma an, ob eine Aufzählung oder ein Zusatz vorliegt. In solchen Fällen kann also das Komma den Sinn des Satzes verändern.

  • Sabine, meine Schwester, und ich wohnen in demselben Haus (Zusatz; Sabine ist meine Schwester; es ist von zwei Personen die Rede).
  • Sabine, meine Schwester und ich wohnen in demselben Haus (Aufzählung; Sabine und meine Schwester und ich; es ist von drei Personen die Rede).

 

D 104:

Wenn der Zusatz Teil des Namens ist, steht kein Komma <§ 77 E2>. Man spricht hier auch von Beinamen.

  • Heinrich der Löwe wurde im Dom zu Braunschweig begraben.
  • Das ist ein Gemälde von Hans Holbein dem Jüngeren.

 

D 105:

1. Das Komma trennt nachgestellte Erläuterungen ab. (Solche Erläuterungen werden häufig durch und zwar, nämlich, z. B., insbesondere oder ähnliche Wörter und Fügungen eingeleitet.)

  • Sie liest viel, vor allem Krimis.
  • Das Schiff verkehrt wöchentlich einmal, und zwar sonntags.
  • Das Schiff verkehrt nur in der Hauptsaison, das heißt im Sommer.
  • Wir müssen etwas unternehmen, und das bald.
  • Es gibt vier Jahreszeiten, nämlich Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

2. Wenn der Satz nach der Erläuterung weitergeht, steht auch am Ende der Erläuterung ein Komma (= paariges Komma) <§ 77 (4)>.

  • Bei unserer nächsten Sitzung, also am Donnerstag, werde ich diese Angelegenheit zur Sprache bringen.

3. Steht die Erläuterung jedoch zwischen Adjektiv und Substantiv oder zwischen Verb und Hilfsverb, entfällt das schließende Komma <§ 77 (4)>. (Vgl. auch D 101.)

  • Das Buch enthält viele farbige, und zwar mit der Hand kolorierte Holzschnitte.
  • Er wurde erst ruhiger, als er sein Herz ausgeschüttet, das heißt alles erzählt hatte.

 

D 106:

1. Das Komma trennt Adjektive und Partizipien ab, die einem Substantiv oder einem Pronomen nachgestellt sind.

Wenn der Satz danach weitergeht, steht auch am Ende der entsprechenden Wortgruppe ein Komma (= paariges Komma) <§ 77 (7)>. (Vgl. auch D 114.)

  • Sie erzählte allerlei Geschichten, erlebte und erfundene.
  • Dein Wintermantel, der blaue, muss in die Reinigung.
  • Er, das leere Glas in der Hand [haltend], ging zur Theke.
  • Kabeljau, gedünstet

2. Das Komma steht aber nicht, wenn in bestimmten festen Fügungen (oder in poetischen Texten) ein allein stehendes Adjektiv nachgestellt ist <§ 77 E3>.

  • Aal blau
  • Karl Meyer junior
  • Bei einem Wirte wundermild ...
  • Ich arme Jungfer zart, ach, hätt ich genommen den König Drosselbart!
  • Du Glücklicher hast endlich gewonnen! (Pronomen mit substantiviertem Adjektiv)

 

D 107:

Oft können die Schreibenden selbst entscheiden, ob sie Wörter oder Satzteile als Zusatz kennzeichnen wollen oder nicht <§ 78>.

  • Du hast mir leider nicht alles gesagt.
    Oder mit besonderer Hervorhebung:
    Du hast mir, leider, nicht alles gesagt.

Das gilt besonders

1. bei Wortgruppen mit wie (vgl. auch D 112) <§ 78 (2)>;

  • Öffentliche Verkehrsmittel[,] wie Busse und Bahnen[,] sollen stärker gefördert werden.

2. bei Wortgruppen, die von einer Präposition (einem Verhältniswort) eingeleitet sind <§ 78 (1)>;

  • Alle[,] bis auf Robert[,] wollen mitfahren.
  • Das Spiel wurde[,] wegen des schlechten Wetters[,] abgesagt.

3. bei Namen, die auf eine Funktionsbezeichnung o. Ä. folgen (vgl. auch D 103) <§ 78 (4)>.

  • Der Angeklagte[,] Max Müller[,] erschien nicht zur Verhandlung.

 Punkt 3 gilt auch, wenn die einem Namen vorangestellte Bezeichnung durch Beifügungen umfänglicher ist.

  • Der Erfinder der Buchdruckerkunst[,] Johannes Gutenberg[,] wurde in Mainz geboren.

 

Das Komma bei Datums-, Wohnungs-, Literaturangaben

D 108:

Mehrteilige Datums- und Zeitangaben gliedert man durch Kommas. Man kann diese Angaben als Reihungen (Aufzählungen) oder als Fügungen mit Zusatz auffassen; deshalb ist das letzte (schließende) Komma vor der Weiterführung des Satzes freigestellt <§ 77 (3)>. (Vgl. auch D 32.)

  • Sie kommt [am] Mittwoch, 13. März[,] wieder zurück.
  • Sie kommt Mittwoch, den 13. März[,] wieder zurück.
  • Wir treffen uns am Freitag, dem 12. August, [um] 20 Uhr.
  • Sie kommt am Montag, dem/den 5. April[,] wieder zurück.
  • Mittwoch, den 25. Juli[,] um 14 Uhr[,] findet eine Sitzung statt.
  • Die Sitzung findet Mittwoch, den 25. Juli, 14 Uhr[,] im großen Besprechungszimmer statt.

  Im Briefkopf steht zwischen Orts- und Datumsangabe im Allgemeinen ein Komma.

  • Mannheim, [den] 31. 10. 2017

 

D 109:

Mehrteilige Wohnungsangaben gliedert man durch Kommas. Man kann diese Angaben als Reihungen (Aufzählungen) oder als Fügungen mit Zusatz auffassen; deshalb ist das letzte (schließende) Komma vor der Weiterführung des Satzes freigestellt <§ 77 (3)>.

  • Sie wohnt in Berlin, Kurfürstendamm 37.
  • Herr Meier aus Bonn, Lindenstraße 12[,] hat zwei Freikarten gewonnen.
  • Frau Schmitt ist von Bonn, Königstraße 20[,] nach Mannheim, Eberbacher Platz 14[,] umgezogen.
    (Aber: Frau Anke Meyer wohnt in Heidelberg in der Hauptstraße 15.)

D 110:

1. Mehrteilige Literaturangaben gliedert man durch Kommas. Man kann diese Angaben als Reihungen (Aufzählungen) oder als Fügungen mit Zusatz auffassen; deshalb ist das letzte (schließende) Komma vor der Weiterführung des Satzes freigestellt.

  • Ich zitiere aus dem Brockhaus, 21. Auflage, Band 12.
  • Es ist ein Zitat aus Goethes »Tasso«, 2. Akt, 1. Szene.
  • Der Artikel ist im »Spiegel«, Heft 48, 2008, S. 25[,] erschienen.

2. Bei Hinweisen auf Gesetze, Verordnungen usw. setzt man jedoch kein Komma <§ 77 (3)>.

  • Wir beziehen uns auf § 6 Abs. 2 Satz 2 der Personalverordnung.

 

Das Komma bei Reihungen mit Konjunktionen (Bindewörtern)

Allgemeines zu Reihungen vgl. D 100–102. Zu gereihten Sätzen vgl. D 119, zu gereihten Nebensätzen D 122.

D 111:

Werden gleichrangige Wörter und Wortgruppen durch eine der folgenden Konjunktionen (Bindewörter) verbunden, so setzt man kein Komma <§ 72 (2)>:

1. und

  • Er stand auf und ging.
  • Sie grübelte und grübelte und grübelte.
  • Sie hört gern Musik und liebt besonders die Oper.

2. wie (in der Bedeutung »und«)

  • Der Becher war innen wie außen vergoldet.

3. sowie

  • Die Präsidentin sowie ihre Stellvertreterin sind berechtigt …

4. sowohl – als [auch]

  • Der Vorfall war sowohl ihm als auch seiner Frau sehr peinlich.

5. sowohl – wie [auch]

  • Wir können das Modell sowohl mit Benzinmotor wie auch mit Dieselmotor liefern.

6. weder – noch

  • Ich weiß weder seinen Vornamen noch seinen Nachnamen.

7. nicht – noch

  • Wir werden nicht rasten noch ruhen …

8. oder

  • Gib mir einen Stock, einen Schirm oder etwas Ähnliches.

9. entweder – oder

  • Du musst dich entweder für uns oder gegen uns entscheiden.

10. beziehungsweise (bzw.)

  • Das Geld haben mir meine Verwandten geschenkt beziehungsweise geliehen.

11. respektive (resp.)

  • Das Geld haben mir meine Verwandten geschenkt respektive geliehen.

Das schließende Komma eines vorangehenden Zusatzes oder Nebensatzes bleibt jedoch erhalten <§ 72 E1>.

(Vgl. auch Vorbemerkungen zur Kommasetzung.)

  • Mein Onkel, ein großer Tierfreund, sowie seine vierzehn Katzen leben jetzt in einer alten Mühle.
  • Wir hoffen, dass wir Ihre Bedenken hiermit zerstreut haben, und grüßen Sie ...
  • Wir hoffen, Ihre Bedenken hiermit zerstreut zu haben, und grüßen Sie ...
    (Vgl. D 116.)

 

D 112:

Für die vergleichenden Konjunktionen als und wie gilt:

1. Wenn diese Konjunktionen nur Wörter oder Wortgruppen (ohne Verb) einleiten, setzt man kein Komma <§ 74 E3>.

  • Die Wunde heilte besser als erwartet.
  • Wir haben mehr Stühle als nötig.
  • Die neuen Geräte gingen weg wie warme Semmeln.
  • Wie schon bei den ersten Verhandlungen konnte auch diesmal keine Einigung erzielt werden.

2. Wenn diese Konjunktionen einen Nebensatz (mit Verb) einleiten, steht ein Komma.

  • Die Wunde heilte besser, als wir erwartet hatten.
  • Wir haben mehr Stühle, als eigentlich nötig sind.
  • Der Kleine hatte nichts Besseres zu tun, als mit dem Aschenbecher zu spielen.
    (Vgl. auch D 117.)

3. Bei nachgestellten Zusätzen, die mit wie eingeleitet werden, können Kommas gesetzt werden <§ 78 (2)>. (Vgl. auch D 107.)

  • Ihre Auslagen[,] wie Kopierkosten, Eintrittsgelder, Fahrtkosten und dergleichen[,] werden wir Ihnen ersetzen.

 

D 113:

Bei Konjunktionen, die nicht in den vorgenannten Regeln (D 111 und D 112) aufgeführt sind, gilt die Grundregel der Kommasetzung zwischen gleichrangigen Wörtern und Wortgruppen (vgl. D 100) <§ 71>.

  • Die Investition ist einerseits mit hohen Gewinnchancen, andererseits mit hohem Risiko verbunden.

Dies gilt insbesondere, wenn eine Reihung mit den folgenden entgegensetzenden Konjunktionen vorliegt <§ 72 E2>:

  • aber
  • doch
  • jedoch
  • sondern
  • Wir waren arm, aber gesund.
  • Das war kein Pkw, sondern ein Lastwagen.
  • Sie hat ihn nicht nur abgewiesen, sondern auch ausgelacht.

Bei den Konjunktionen aber, doch, jedoch, sondern lässt sich nicht immer zweifelsfrei entscheiden, ob sie eine Reihung oder einen Zusatz einleiten. In diesen Fällen ist das schließende Komma freigestellt.

  • Sie waren arm, aber nicht unglücklich[,] und hatten viele Freunde.
  • Die meisten Eltern, jedoch auch einige Schüler[,] waren gegen die Klassenfahrt.

 

Das Komma bei Partizipgruppen

Das Komma bei Partizip- und Adjektivgruppen ist teils fakultativ (D 114), teils obligatorisch (D 115). Zu Partizip- und Adjektivgruppen, die einem Substantiv als Zusatz folgen, vgl. D 106.

D 114:

Partizip- und Adjektivgruppen kann man durch Komma abtrennen, um die Gliederung des Satzes deutlich zu machen oder um Missverständnisse auszuschließen. Sind sie eingeschoben, ist gegebenenfalls am Anfang und am Schluss der Wortgruppe ein Komma zu setzen (= paariges Komma oder gar kein Komma).

Das gilt auch für Wortgruppen, die als Verkürzungen von Partizipgruppen aufgefasst werden können <§ 78 (3)>.

  • Das ist[,] grob gerechnet[,] die Hälfte.
  • Er fiel[,] von einer Kugel getroffen[,] vom Pferd.
  • Die Renovierung Ihrer Wohnung betreffend[,] möchte ich Ihnen den folgenden Vorschlag machen.
  • Seit mehreren Jahren kränklich[,] hatte er sich in ein Sanatorium zurückgezogen.
  • Sie stand[,] ein Glas in der Hand[,] an der Theke. (Vgl. daneben:) Sie stand[,] ein Glas in der Hand haltend[,] an der Theke.

 

D 115:

Partizip- und Adjektivgruppen sind durch Komma abzutrennen,

1. wenn sie mit einem hinweisenden Wort oder einer Wortgruppe angekündigt oder wieder aufgenommen werden;

  • Genau so, mit viel Salami belegt, hat er die Pizza am liebsten.
  • Aus vollem Halse lachend, so kam sie auf uns zu.
  • Auf diese Weise, jeden Stein einzeln umdrehend, hatten wir schließlich Erfolg mit unserer Suche.
  • Nur so, bleich und ganz in Schwarz, ist mir mein Großvater in Erinnerung geblieben.

2. wenn sie einem Substantiv oder Pronomen als Zusatz folgen (vgl. D 106) <§ 77 (7)>;

  • Er, tödlich getroffen, fiel vom Pferd.

3. wenn sie als Nachtrag am Satzende stehen <§ 77 (7)>.

  • Er fiel vom Pferd, tödlich getroffen.
  • Das ist die Hälfte, grob gerechnet.

4. Das gilt auch für Wortgruppen, die als Verkürzungen von Partizipgruppen aufgefasst werden können <§ 78 (3)>.

  • Sie, ihr Glas in der Hand [haltend], stand an der Theke.

Sind sie eingeschoben, steht am Anfang und am Schluss der Wortgruppe ein Komma (= paariges Komma).

 

Das Komma bei Infinitivgruppen

Bei Infinitiven mit zu sind zwei Gebrauchsweisen zu unterscheiden:

1. Der Infinitiv bildet, gegebenenfalls zusammen mit weiteren Wörtern oder Satzteilen, eine Wortgruppe, die einem Nebensatz nahekommt. Man spricht dann von satzwertigen Infinitivgruppen. Infinitivgruppen dieser Art werden tendenziell mit Komma abgetrennt.

2. Der Infinitiv mit zu bildet mit einem übergeordneten Verb ein komplexes Prädikat. In diesem Fall wird kein Komma gesetzt.

Da diese Konstruktionsweisen unterschiedlich gut zu erkennen sind, gilt ein Teil der Kommaregeln für satzwertige Infinitivgruppen fakultativ (D 116 sowie D 117, Punkt 4), ein anderer Teil hingegen obligatorisch (D 117, Punkte 1–3). Zu Infinitivgruppen, die gewöhnlich nicht mit Komma abgetrennt werden, vgl. die Erläuterung zu D 117.

D 116:

(Satzwertige) Infinitivgruppen kann man durch Komma abtrennen, um die Gliederung des Satzes deutlich zu machen oder um Missverständnisse auszuschließen <§ 75 E2>.

Sind sie eingeschoben, ist gegebenenfalls am Anfang und am Schluss der Wortgruppe ein Komma zu setzen (= paariges Komma oder gar kein Komma).

  • Sie weigerte sich[,] zu helfen.
  • Sie weigerte sich[,] uns zu helfen.
  • Sich selbst zu besiegen[,] ist der schönste Sieg.
  • Wir empfehlen[,] ihm zu folgen.
  • Wir empfehlen ihm[,] zu folgen.
  • Er versuchte[,] ins Haus zu gelangen[,] und schlug ein Fenster ein.

 

D 117:

(Satzwertige) Infinitivgruppen werden unter den folgenden Bedingungen immer durch Komma abgetrennt:

1. Die Infinitivgruppe wird durch eine der folgenden Konjunktionen eingeleitet: als, anstatt, außer, ohne, statt, um <§ 75 (1)>.

  • Ich kenne nichts Schöneres, als mit einem guten Buch am Kamin zu sitzen.
  • Anstatt einen Brief zu schreiben, könntest du auch einfach anrufen.
  • Ihr könnt nichts tun, außer abzuwarten.
  • Er antwortete, ohne gefragt worden zu sein.
  • Wir wollen helfen, statt nur zu reden.
  • Sie ging nach Hause, um sich umzuziehen.

2. Die Infinitivgruppe hängt von einem Substantiv ab <§ 75 (2)>.

  • Mein Vorschlag, ins Kino zu gehen, wurde verworfen.
  • Er gab uns den Rat, erst einmal in Ruhe zu überlegen.
  • Ich war nicht in der Lage, mich wieder zu beruhigen.

3. Die Infinitivgruppe wird mit einem hinweisenden Wort angekündigt oder wieder aufgenommen <§ 75 (3)>.

  • Erinnere mich daran, den Mülleimer auszuleeren.
  • Ihre Absicht ist es, im nächsten Jahr nach Mallorca zu fahren.
  • Zu tanzen, das ist ihre größte Freude.

4. Das Komma ist aber bei den Gebrauchsweisen 2 und 3 fakultativ, sofern ein einfacher Infinitiv mit zu (ohne weitere Wörter oder Satzteile) vorliegt und keine Missverständnisse entstehen können <§ 75 E1>.

  • Seine Angst[,] zu versagen[,] war unbegründet. Oder: Seine Angst zu versagen war unbegründet. (Aber nicht: Seine Angst zu versagen, war unbegründet.)
  • Wir zweifeln nicht daran[,] zu gewinnen.

Ist die Infinitivgruppe eingeschoben, steht am Anfang und am Schluss der Wortgruppe ein Komma (= paariges Komma), bei Gebrauchsweise 4 gegebenenfalls auch gar kein Komma.

 

1. Der Infinitiv hängt von einem der folgenden Verben ab: sein, haben, brauchen, pflegen, scheinen; im übertragenen Sinn auch: drohen, versprechen.

  • Die Spur war ganz deutlich zu sehen.
  • Sie haben uns gar nichts zu befehlen!
  • Du brauchst dich wegen dieser Sache nicht zu schämen.
  • Sie pflegt abends ein Glas Wein zu trinken.
  • Er scheint heute schlecht gelaunt zu sein.
  • Das Flugzeug drohte ins Meer zu stürzen. (Aber: Der Terrorist drohte[,] das Flugzeug ins Meer zu stürzen.)
  • Die Wahl verspricht spannend zu werden. (Aber: Der Politiker verspricht[,] die Steuern zu senken.)

2. Die Infinitivgruppe ist mit dem übergeordneten Satz verschränkt.

  • Diesen Vorgang wollen wir zu erklären versuchen. (Übergeordneter Satz: »wir wollen versuchen«; Infinitivgruppe: »diesen Vorgang zu erklären«.)

3. Die Infinitivgruppe schließt den übergeordneten Satz ein.

  • Den genannten Betrag bitten wir auf unser Konto zu überweisen. (Übergeordneter Satz: »wir bitten; « Infinitivgruppe: »den genannten Betrag auf unser Konto zu überweisen«.)

4. Der Infinitiv steht zusammen mit dem übergeordneten Verb in der rechten Satzklammer.

  • Wir hatten den Betrag zu überweisen beschlossen. (Übergeordneter Satz: »wir hatten ... beschlossen«; Infinitivgruppe: »den Betrag zu überweisen«.)

 

Das Komma bei selbstständigen Teilsätzen

Allgemeines zu Reihungen vgl. D 100–102, zu Reihungen mit Konjunktionen D 111–113.

D 118:

Das Komma steht zwischen gleichrangigen selbstständigen Teilsätzen <§ 71 (1), 72>. (Vgl. aber zu selbstständigen Teilsätzen, die mit Konjunktionen wie und oder oder verbunden sind, D 119.)

  • Hier stehe ich, ich kann nicht anders.
  • Die Sonne versank hinter dem Horizont, die Schatten der Nacht senkten sich über das Land.
  • Die Zeiten ändern sich, sie ändern sich sogar sehr schnell.
  • Wo hört die Toleranz auf, wo beginnt die Gleichgültigkeit?

Teilsätze dieser Art können auch durch Satzschlusszeichen voneinander getrennt werden.

  • Die Zeiten ändern sich. Sie ändern sich sogar sehr schnell.
  • Wo hört die Toleranz auf? Wo beginnt die Gleichgültigkeit?

 

D 119:

1. Werden gleichrangige selbstständige Teilsätze durch Konjunktionen wie und oder oder verbunden, so setzt man in der Regel kein Komma <§ 72 (1)>.

  • Nimm das Geld oder lass es bleiben.
  • Wir können zu Fuß gehen oder wir können die Straßenbahn nehmen.
  • Seien Sie bitte so nett und geben Sie mir das Buch.
  • Sie machten es sich bequem, die Kerzen wurden angezündet und der Gastgeber versorgte sie mit Getränken.

2. Ein Komma kann jedoch auch in diesen Fällen gesetzt werden, um die Gliederung des Ganzsatzes deutlich zu machen (besonders, um Missverständnisse zu vermeiden) <§ 73>.

  • Entweder ich sage es ihm[,] oder du sagst es ihm selbst.
  • Er schimpfte auf die Regierung[,] und sein Publikum applaudierte.

3. Das schließende Komma eines vorangehenden Einschubs oder Nebensatzes bleibt erhalten <§ 72 E1>. (Vgl. auch D 121 sowie die Vorbemerkungen zu den Kommaregeln.)

  • Entweder ich sage es ihm, und zwar heute noch, oder du sagst es ihm morgen selbst.
  • Wir hoffen, dass wir Ihnen weiterhelfen konnten, und verbleiben mit freundlichen Grüßen ...

(Zu Konjunktionen wie und oder oder vgl. auch D 111.)

 

D 120:

Eingeschobene selbstständige Teilsätze werden von Kommas eingeschlossen <§ 77 (1)>.

  • Sie hat, das weiß ich genau, ihr Examen mit Auszeichnung bestanden.
  • Das Tier, es wird wohl ein Wiesel gewesen sein, war plötzlich verschwunden.

Meist könnten an den entsprechenden Stellen auch Gedankenstriche oder Klammern stehen.

  • Auch möglich: Das Tier – es wird wohl ein Wiesel gewesen sein – war plötzlich verschwunden.
  • Oder: Das Tier (es wird wohl ein Wiesel gewesen sein) war plötzlich verschwunden.

 

Das Komma bei Nebensätzen

D 121:

Nebensätze werden vom übergeordneten Satz mit Komma abgetrennt. Wenn der Nebensatz in den übergeordneten Satz eingeschoben ist, steht am Anfang und am Schluss des Nebensatzes ein Komma (= paariges Komma) <§ 74>.

  • Ich freue mich, dass du wieder gesund bist.
  • Dass du wieder gesund bist, freut mich.
  • Über die Nachricht, dass du wieder gesund bist, habe ich mich gefreut.
  • Ich hoffe, dass du wieder gesund bist, und grüße dich herzlich.

 

D 122:

1. Zwischen gleichrangigen (nebengeordneten) Nebensätzen steht ein Komma <§ 71 (1)>.

  • Wenn das wahr ist, wenn du ihn wirklich nicht gesehen hast, dann brauchst du dir keine Vorwürfe zu machen.
  • Er kannte niemanden, der ihm geholfen hätte, an den er sich hätte wenden können.

2. Man setzt aber kein Komma, wenn sie durch eine Konjunktion wie und oder oder verbunden sind (vgl. D 111) <§ 72 (1)>.

  • Sie wird schon wissen, wem sie vertrauen kann und wem sie besser nichts erzählt.
  • Wir erwarten, dass er die Ware liefert oder dass er das Geld zurückzahlt.

 

D 123:

Nebensätze können mit gewöhnlichen Satzteilen Reihungen bilden. Bei Reihungen mit Konjunktionen wie und oder oder (vgl. D 111) gilt:

1. Zwischen dem Nebensatz und den übrigen Bestandteilen der Reihung entfällt das Komma <§ 74 E2>.

  • Sie kaufte ihrer Tochter einen Koffer, einen Mantel, ein Kleid und was sonst noch für die Reise gebraucht wurde.
  • Was du für die Reise brauchst sowie die Geschenke für deine Gastgeber besorgst du dir am besten selbst.

2. Andere Nebensatzkommas können nicht entfallen.

  • Sie hatte ihrer Tochter einen Koffer, einen Mantel, ein Kleid und was sonst noch für die Reise gebraucht wurde, gekauft.
  • Die Geschenke für deine Gastgeber und was du für die Reise brauchst, besorgst du dir am besten selbst.

 

D 124:

Das Komma trennt Nebensätze verschiedenen Grades <§ 74>.

  • Die Genehmigung kann nicht erteilt werden, wenn die Gefahr besteht, dass sie missbraucht wird.

 

D 125:

Bei formelhaft gebrauchten [verkürzten] Nebensätzen kann das Komma weggelassen werden <§ 76>.

  • Er ging[,] wie immer[,] nach dem Essen spazieren.
  • Wir wollen die Angelegenheit[,] wenn möglich[,] heute noch erledigen.
    (Aber: Wir wollen die Angelegenheit, wenn es möglich ist, heute noch erledigen.)

  Sonst gelten für verkürzte Teilsätze dieselben Richtlinien wie bei vollständigen Sätzen.

  • Vielleicht, dass er noch eintrifft.
  • Ende gut, alles gut.

 

D 126:

Wird ein Nebensatz von einer mehrteiligen Fügung eingeleitet, so steht zwischen den Teilen der Fügung im Allgemeinen kein Komma <§ 74 E1 (1)>.

  • Der Plan ist viel zu umständlich, als dass wir ihn ausführen könnten.
  • Er tut, wie wenn er von der ganzen Angelegenheit nichts wisse.
  • Anstatt dass der Direktor kam, erschien nur sein Stellvertreter.

 

D 127:

Bei einigen mehrteiligen Fügungen kann ein Komma zwischen die Teile der Fügung gesetzt werden <§ 74 E1 (2)>.

  • angenommen[,] dass
  • ausgenommen[,] wenn
  • besonders[,] wenn
  • egal[,] ob
  • geschweige[,] dass
  • geschweige denn[,] dass
  • gleichviel[,] ob
  • je nachdem[,] ob

 

  Das Komma entspricht hier einer deutlich wahrnehmbaren Pause im gesprochenen Text.

  • Angenommen[,] dass morgen gutes Wetter ist, wohin wollen wir fahren?
  • Er ist sehr umgänglich, ausgenommen[,] wenn er schlechte Laune hat.
  • Egal[,] welche Farbe sie sich aussucht ...

 

D 128:

Gelegentlich kann der Gebrauch des Kommas verdeutlichen, welche Wörter als Einleitung des Nebensatzes verstanden werden <§ 74 E1 (3)>.

  • Sie freut sich, auch wenn du ihr nur eine Postkarte schreibst.
  • Sie freut sich auch, wenn du ihr nur eine Postkarte schreibst.

 

Das Komma bei Hervorhebungen, Ausrufen, Anreden

D 129:

1. Wörter oder Wortgruppen, die zur Hervorhebung vorangestellt sind, werden von den nachfolgenden Teilen des Satzes mit Komma abgetrennt. Meist werden solche Wortgruppen mit einem Pronomen oder einem Adverb wieder aufgenommen <§ 77 (5)>.

  • Deine Mutter, die habe ich gut gekannt.
  • In diesem Krankenhaus, da haben sie mir die Mandeln herausgenommen.
  • Mit viel Salami, genau so hat er die Pizza am liebsten.
  • Im engsten Familienkreis und ohne große Feierlichkeiten, so erlebte sie ihren Ehrentag.

2. Wörter oder Wortgruppen, die einem Pronomen oder Adverb als genauere Erläuterung folgen, werden mit Komma abgetrennt. Wenn der Satz danach weitergeht, steht auch nach der Erläuterung ein Komma (= paariges Komma) <§ 77 (5)>.

  • Nur er, der Kommissar selbst, konnte der Täter gewesen sein.
  • Als Täter kommt nur er infrage, der Kommissar selbst.
  • Genau so, mit viel Salami, hat er die Pizza am liebsten.
  • Eigentlich hat er ihn gemocht, diesen Lebenskünstler.

 

D 130:

Das Wort bitte steht als bloße Höflichkeitsformel oft ohne Komma. Bei besonderer Hervorhebung wird es jedoch durch Komma abgetrennt <§ 79 (2), (3)>.

  • Bitte nehmen Sie doch Platz.
  • Kann ich bitte mal dein Telefon benutzen?
  • Wenn Sie mir bitte nach nebenan folgen würden.
  • Aber bitte, so nehmen Sie doch Platz!
  • Bitte, lass mich dein Telefon benutzen!
  • Wenn Sie mir, bitte, nach nebenan folgen würden.

 

D 131:

Ausrufe, kommentierende Äußerungen, Bekräftigungen werden durch Komma abgetrennt. Das Komma entfällt jedoch, wenn keine Hervorhebung gewollt ist <§ 79 (2), (3)>.

  • Ach, das ist aber schade!
  • Wie eklig, igitt!
  • Sie hatte, leider, keine Zeit für uns.
  • Ja, ein Gläschen nehme ich noch.
  • Es geht uns gut, danke.
  • Ach das ist aber schade.
  • Sie hatte leider keine Zeit für uns.
  • Der ach so liebe Kleine hatte mir vors Schienbein getreten.

 

D 132:

1. Das Komma trennt die Anrede vom übrigen Satz <§ 79 (1)>.

  • Harry, fahr bitte den Wagen vor.
  • Das, mein Lieber, kann ich dir nicht versprechen.
  • Danke für euer Verständnis, Freunde.

2. In Briefen folgt nach der Anrede gewöhnlich ein neuer Absatz. Es bestehen dann die folgenden Möglichkeiten <§ 69 E3>:

Gewöhnlich steht nach der Anrede ein Komma. Der folgende Absatz beginnt dann klein.

  • Sehr geehrter Herr Schneider,
    gestern erhielt ich ...

Gelegentlich steht nach der Anrede ein Ausrufezeichen. Der folgende Absatz beginnt dann groß.

  • Sehr geehrter Herr Schneider!
    Gestern erhielt ich ...

In der Schweiz wird nach der Anrede meist gar kein Satzzeichen gesetzt. Der folgende Absatz beginnt dann groß.

  • Sehr geehrter Herr Schneider
    Gestern erhielt ich ...

In modernen und weniger förmlichen Briefanreden besteht die Neigung, das Komma vor dem Namen wegzulassen.

  • Guten Tag[,] Frau Schneider, gestern erhielt ich ...
  • Hallo[,] Sabine, wir sind jetzt umgezogen ...

 

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