An­führungs­zei­chen

In den folgenden Hinweisen werden die sogenannten „Gänsefüßchen“ als Anführungszeichen verwendet, die in der Schulschreibschrift üblich sind. In der Textverarbeitung und im grafischen Gewerbe sind heute auch andere Formen der Anführungszeichen sehr verbreitet. (Zu halben Anführungszeichen D 12.)

Zu weiteren Informationen: Groß- und Kleinschreibung (D 93, D 94)

Anführungszeichen bei wörtlicher Rede

D 7

Anführungszeichen stehen vor und hinter wörtlich wiedergegebenen Äußerungen und Gedanken (direkter Rede) sowie wörtlich wiedergegebenen Textstellen (Zitaten) <§ 89>.

Zum Beispiel

  • Sie sagte: „Hier gefällt es mir.“
  • „Wenn doch nur alles vorüber wäre“, dachte Petra.
  • Er schreibt in seinen Memoiren: „Nie werde ich den Tag vergessen, an dem der erste Zeppelin über der Stadt schwebte.“
  • Goethe lehnte die naturwissenschaftliche Farbenlehre „wie durch einen Instinkt“ ab und erklärte, „dass die Newtonische Lehre falsch“ ist.

Zur Hervorhebung

D 8

Anführungszeichen können Wortteile, Wörter oder Textstücke einschließen, die hervorgehoben werden sollen <§ 94>.

Dazu gehören:

  1.  Wortteile, Wörter oder Textstücke (z. B. Sprichwörter, Äußerungen), über die man eine Aussage machen will;

    Zum Beispiel

    • In dem Wort „Tri“athlon steckt das griechische „tri-“ (=drei).
    • Das Sprichwort „Geteiltes Leid ist halbes Leid“ tröstet nicht immer.
    • Mit einem lauten „Mir reichts!“ verließ sie den Raum.
  2. ironische Hervorhebungen;

    Zum Beispiel

    • Sie hat „nur“ die Silbermedaille gewonnen.
    • Dieser „treue Freund“ verriet ihn als Erster.
  3. zitierte Überschriften, Werktitel (z. B. von Büchern, Filmen, Musikstücken), Namen von Zeitungen o. Ä.

    Zum Beispiel

    • „Das Parfum“ ist ein Roman von Patrick Süskind.
    • Das Zitat stammt aus dem Film „Casablanca“.

Kombination mit anderen Satzzeichen

D 9

  1. Wenn ein Punkt mit einem schließenden Anführungszeichen zusammentrifft, so steht der Punkt nach dem Anführungszeichen, wenn er zum Begleitsatz (übergeordneten Satz) gehört <§ 90>.

Zum Beispiel

  • Ich habe die „Buddenbrooks“ gelesen und den „Zauberberg“.

2. Dies gilt auch dann, wenn Teile eines Satzes wiedergegeben werden <§ 93>.

Zum Beispiel

  • Farben werden, meint Goethe, „bemerkt als flüchtige Wirkung und Gegenwirkung des Auges selbst“.
  •  Sie verwies darauf, „dass niemand den Angeklagten am Tatort gesehen hat“.

3. Wenn ein Satz als Ganzes wiedergegeben wird und der Begleitsatz (übergeordnete Satz) vorangeht oder eingeschoben ist, behält der angeführte Satz sein Satzschlusszeichen. Nach dem schließenden Anführungs-zeichen steht kein Punkt <§ 92>.

Zum Beispiel

  • Er stellte fest: „Das muss jeder selbst entscheiden.“
  • „Das muss“, stellte er fest, „jeder für sich selbst entscheiden.“ (Zum Komma D 11.)
  • Auf meine Frage nach der Zahl der Gäste erwiderte sie: „Fünfzehn.“
  • Wir schrien: „Pass auf!“
  • Sie fragte: „Bist du bereit?“

4. Der Punkt bleibt außerdem erhalten, wenn der Satz für sich steht.

Zum Beispiel

  • „Man sieht nur mit dem Herzen gut.“ (Antoine de Saint-Exupéry)

D 10

  1. Treffen Frage- oder Ausrufezeichen mit Anführungszeichen zusammen, so stehen sie vor dem schließenden Anführungszeichen, wenn sie zum wörtlich wiedergegebenen Text gehören <§ 90>.

    Zum Beispiel

    • Sie fragte: „Wie geht es dir?“
    • Er brüllte: „Bleib sofort stehen!“
  2. Treffen Frage- oder Ausrufezeichen mit ­Anführungszeichen zusammen, so stehen sie nach dem schließenden Anführungszeichen, wenn sie zum Begleitsatz (übergeordneten Satz) gehören <§ 91>.

    Zum Beispiel

    • Wer kennt das Theaterstück „Der Stellvertreter“?
    • Ich brauche dringend den Text von „Figaros Hochzeit“!
  3. Gelegentlich endet sowohl der angeführte Text als auch der Begleitsatz mit Frage- oder Ausrufezeichen <§ 91>.

    Zum Beispiel

    • Gefällt dir der Roman „Quo vadis?“?
    • Lies doch den Roman „Quo vadis?“!
    • Lass doch dieses ewige „Ich will nicht!“!

D 11

Wenn ein schließendes Anführungszeichen mit einem Komma zusammentrifft, steht das Komma immer nach dem Anführungszeichen. Im Einzelnen gilt:

  1. Wenn nach dem wörtlich wiedergegebenen Text der Begleitsatz (übergeordnete Satz) folgt oder weitergeführt wird, setzt man nach dem schließenden Anführungszeichen ein Komma <§ 93>.

    Zum Beispiel

    • „Sie fahren sofort nach Hause!“, befahl er.
    • Sie rief: „Weshalb darf ich das nicht?“, und sah mich wütend an.
    • Als er sagte: „Das war ja wohl eine Schnapsidee!“, wurde ich sehr verlegen.
  2. Der angeführte Satz verliert dann seinen Punkt (D 9) <§ 92>.

    Zum Beispiel

    • „Das muss jeder selbst entscheiden“, stellte er fest.
  3. Ein eingeschobener Begleitsatz wird in Kommas eingeschlossen <§ 93>.

    Zum Beispiel

    • „Morgen früh“, versprach er, „komme ich zurück.“

Halbe Anführungszeichen

D 12

Eine Anführung innerhalb einer Anführung wird durch halbe Anführungszeichen gekennzeichnet <§ 95>.

Zum Beispiel

  • Sie schreibt in ihrem Brief: „Ich kann Ihnen nur empfehlen, sich den ‚Besuch der alten Dame‘ in der Neuinszenierung anzusehen.“
  • „Mit wie vielen h schreibt man ‚Rhythmus‘?“, wollte er wissen.
  • „Die Sendung heißt ‚Bares für Rares‘ “, sagte sie.