schaffen
Wortart: starkes und schwaches Verb
Häufigkeit:
Rechtschreibung
- Worttrennung:
- schaf|fen
Bedeutungen
- (durch schöpferische Arbeit, schöpferisches Gestalten) neu entstehen lassen; hervorbringen
- entstehen, zustande kommen lassen; zustande bringen
- in »sich <Dativ> zu schaffen machen« und anderen Wendungen, Redensarten oder Sprichwörtern
- (landschaftlich umgangssprachlich) bringen, tragen, transportieren, befördern
-
- (landschaftlich, besonders süddeutsch) arbeiten
- (landschaftlich, besonders süddeutsch) arbeiten
- (landschaftlich, besonders süddeutsch) sich (in bestimmter Weise) arbeiten lassen
- (landschaftlich, besonders süddeutsch) sich (in einen bestimmten Zustand) arbeiten
- (landschaftlich, besonders süddeutsch) arbeiten
- (landschaftlich, besonders süddeutsch) sich plagen, anstrengen, arbeiten
- (landschaftlich, besonders süddeutsch) sich arbeiten
- (landschaftlich, besonders süddeutsch) sich in einem Prozess der Veränderung befinden
Synonyme zu schaffen
- bilden, entstehen lassen, formen, gestalten, hervorbringen, machen; (gehoben) erschaffen; (bildungssprachlich) kreieren; (gehoben veraltend) schöpfen
- entstehen/zustande kommen lassen, herstellen, zustande bringen
- bewältigen, fertigwerden, meistern, zum Abschluss bringen, zustande/zuwege bringen; (schweizerisch) bodigen; (gehoben) vollbringen; (umgangssprachlich) auf die Reihe bringen/kriegen, herumkommen, hinbekommen, hinkriegen, in den Griff kriegen, managen, packen, schmeißen, zurande kommen; (landschaftlich) zwingen; (besonders Papierdeutsch) bewerkstelligen
- anstrengen, auslaugen, beanspruchen, entkräften, ermüden, erschöpfen, kraftlos/matt/müde machen, mitnehmen, schwächen, strapazieren, viel abverlangen, zusetzen; (gehoben) aufzehren, auszehren, ermatten, [ver]zehren; (umgangssprachlich) auf die Knochen gehen, auffressen, erledigen, fertigmachen, kaputtmachen, schlaff/schlapp machen, schlauchen, stressen; (umgangssprachlich abwertend) auspowern; (salopp) abkochen; (österreichisch, sonst landschaftlich) hernehmen
- befördern, liefern, tragen, transportieren, verfrachten; (Amtssprache) verbringen
- arbeiten, Arbeit leisten/verrichten, hantieren, tätig sein, werken, wirken; (umgangssprachlich) roboten; (österreichisch umgangssprachlich) tschinageln; (salopp) malochen; (bayrisch, österreichisch umgangssprachlich) barabern; (landschaftlich) werkeln
- beruflich tätig sein, beschäftigt sein, einen Beruf ausüben, einer Beschäftigung nachgehen, erwerbstätig sein; (umgangssprachlich) arbeiten gehen; (österreichisch umgangssprachlich) hackeln
- alle Kräfte aufbieten/mobilisieren, sich anstrengen, Anstrengungen unternehmen, sich bemühen, kämpfen, sich plagen; (meist gehoben) sich mühen; (umgangssprachlich) sich abstrampeln, sich ins Zeug legen, sich placken, rackern, strampeln
Aussprache
- Betonung:
- schạffen
Grammatik
- starkes und schwaches Verb; Perfektbildung mit »hat«
I. starkes Verb: Formen: du schufst; du schüfest; geschaffen; schaff[e]!
schöpferisch, gestaltend hervorbringen - Schiller hat »Wilhelm Tell« geschaffen
- er ist zum Lehrer wie geschaffen
- er stand da, wie ihn Gott geschaffen hat
- sie schuf, auch schaffte [endlich] Abhilfe, Ordnung, Platz, Raum
- es muss [endlich] Abhilfe, Ordnung, Platz, Raum geschaffen, selten geschafft werden
II. schwaches Verb: Formen: du schafftest; geschafft; schaff[e]!
vollbringen; landschaftlich für arbeiten; in [reger] Tätigkeit sein; Seemannssprache essen - sie hat den ganzen Tag geschafft (landschaftlich)
- sie haben es geschafft; er hat die Kiste ins Haus geschafft
- diese Sorgen sind aus der Welt geschafft (sind beseitigt)
- ich möchte mit dieser Sache nichts mehr zu schaffen haben
- ich habe mir daran zu schaffen gemacht
Bedeutungen, Beispiele und Wendungen
-
(durch schöpferische Arbeit, schöpferisches Gestalten) neu entstehen lassen; hervorbringen
Grammatik
- starkes Verb
Beispiele
- ein Kunstwerk schaffen
- der schaffende (schöpferisch arbeitende) Mensch, Geist
- <substantiviert>: die Ausstellung gibt einen guten Überblick über Picassos plastisches, bildhauerisches Schaffen (Werk)
Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
- für etwas, zu etwas wie geschaffen sein (für etwas ganz besonders geeignet, tauglich, passend sein)
- für etwas, zu etwas nicht geschaffen sein (mit etwas [unüberwindliche] Schwierigkeiten haben, nicht zurechtkommen)
-
entstehen, zustande kommen lassen; zustande bringen
Grammatik
- starkes, auch schwaches Verb
Beispiele
- Platz für etwas schaffen
- neue Stellen schaffen
- er weiß immer Hilfe zu schaffen (findet immer eine Lösung, eine Möglichkeit zu helfen)
- diese Pillen schaffen (verursachen) mir nur Beschwerden
- sich <Dativ> etwas Bewegung schaffen (verschaffen)
- (verblasst) Ersatz, Ausgleich, Abhilfe schaffen
- solche Ereignisse schaffen (verursachen, erzeugen) immer Unruhe
-
Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
- sich <Dativ> zu schaffen machen (irgendeine [manuelle] Tätigkeit ausführen; hantieren: was machst du dir da an meinem Schreibtisch zu schaffen?)
- jemandem zu schaffen machen (1. jemandem Schwierigkeiten, große Mühe machen. 2. jemanden seelisch belasten, jemandem Sorgen bereiten: der Misserfolg hat ihm ganz schön zu schaffen gemacht.)
-
-
erfolgreich zum Abschluss bringen, bewerkstelligen; bewältigen
Grammatik
- schwaches Verb
Beispiele
- eine ganze Menge schaffen
- er schafft diese Arbeit allein nicht mehr
- das wäre geschafft!
- vielleicht schaffst (umgangssprachlich; erreichst) du noch den früheren Zug
- beim letzten Versuch schaffte er den neuen Rekord (gelang er ihm)
- er hat es geschafft, sie zu überreden
-
sehr anstrengen, mitnehmen, erschöpfen
Grammatik
- schwaches Verb
Gebrauch
umgangssprachlich
Beispiele
- die Hitze hat mich heute geschafft
- diese Klasse schafft jeden Lehrer
-
großen Einsatz zeigen, sich verausgaben
Grammatik
- schwaches Verb
- sich schaffen
Gebrauch
Jargon
-
erfolgreich zum Abschluss bringen, bewerkstelligen; bewältigen
-
bringen, tragen, transportieren, befördern
Grammatik
- schwaches Verb
Gebrauch
landschaftlich umgangssprachlich
Beispiele
- etwas zur Seite schaffen
- die Verletzten ins Krankenhaus schaffen
- das Schwarzgeld hat er sofort ins Ausland geschafft
-
-
arbeiten (1a)
Grammatik
- schwaches Verb
Gebrauch
landschaftlich, besonders süddeutsch
Beispiele
- den ganzen Tag schaffen
- <substantiviert>: (umgangssprachlich scherzhaft, oft ironisch) frohes Schaffen!
Wendungen, Redensarten, Sprichwörter
etwas mit jemandem, etwas zu schaffen haben (etwas mit jemandem, etwas zu tun haben: was habe ich damit zu schaffen?; was hast du damit zu schaffen?) -
arbeiten (1b)
Grammatik
- schwaches Verb
Gebrauch
landschaftlich, besonders süddeutsch
Beispiele
- nur halbtags schaffen
- er hat als Monteur geschafft
-
sich (in bestimmter Weise) arbeiten lassen
Grammatik
- sich schaffen; unpersönlich
- schwaches Verb
Gebrauch
landschaftlich, besonders süddeutsch
Beispiele
- mit dem Gerät schafft es sich leichter
- mit netten Kollegen schafft es sich halt besser
-
sich (in einen bestimmten Zustand) arbeiten
Grammatik
- sich schaffen
- schwaches Verb
Gebrauch
landschaftlich, besonders süddeutsch
Beispiel
du hast dich müde geschafft -
arbeiten (4b)
Grammatik
- schwaches Verb
Gebrauch
landschaftlich, besonders süddeutsch
Beispiel
du hast dir die Hände wund geschafft -
sich plagen, anstrengen, arbeiten
Grammatik
- schwaches Verb
Gebrauch
landschaftlich, besonders süddeutsch
Beispiel
an dem Berg müssen die Radfahrer ganz schön schaffen, haben sie ganz schön zu schaffen -
sich arbeiten (3b)
Grammatik
- sich schaffen
- schwaches Verb
Gebrauch
landschaftlich, besonders süddeutsch
Beispiele
- ich musste mich durch dichtes Unterholz schaffen
- <in übertragener Bedeutung>: er hat sich in der Firma ganz nach oben geschafft
-
sich in einem Prozess der Veränderung befinden
Grammatik
- schwaches Verb
Gebrauch
landschaftlich, besonders süddeutsch
Beispiele
- der Most, Teig schafft (gärt)
- das Holz schafft (verzieht sich) noch
-
arbeiten (1a)

