Dudenverlag Duden Located at Mecklenburgische Str. 53, Berlin, 14171, Berlin , . Phone: +49 30 897 85 82-81. .

Weihnachten – linguistisch betrachtet

Was wir mit Weihnachten verbinden, das spiegelt sich zwangsläufig in der Sprache wider. Deshalb haben wir in unserer elektronischen Textsammlung, dem „Duden-Korpus", das eine große Menge unterschiedlichster Textsorten (Romane, Zeitungsartikel etc.) enthält, nach den häufigsten sprachlichen Partnern des Substantivs „Weihnacht[en]"gesucht. Bei den attributiven Adjektiven stehen „frohe" Weihnachten mit Abstand an erster Stelle, gefolgt von „weißen", „fröhlichen" und „schönen" Weihnachten. Etwas weniger häufig trifft man auch „stille", „ruhige" und „gesegnete" Weihnachten an.
Auch in Zusammensetzungen ist das Substantiv – besonders als Bestimmungswort – sehr produktiv. Den ersten Platz belegt hier der „Weihnachtsmann", dicht gefolgt vom „Weihnachtsmarkt". Aber auch das „Weihnachtsgeld", das „Weihnachtsgeschäft" und der „Weihnachtsbaum" sind in aller Munde. Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen.
Auf der anderen Seite sind „Wald-", „Kriegs-", „Kinder-" und „Familienweihnacht[en]" besonders oft in Texten vertreten. Die absoluten Zahlen zeigen allerdings, dass sie es alle zusammen in der Häufigkeit bei Weitem nicht mit dem Weihnachtsmann aufnehmen können.
Übrigens gehen mehrere Adjektive und sogar ein Verb auf das Substantiv zurück. Als „weihnachtlich" wird in erster Linie die „Stimmung" charakterisiert, sehr oft aber auch die „Musik", ein „Konzert", ein „Lied", eine „Geschichte" oder der „Glanz". Auf den Plätzen folgen „Gabentisch", „Frieden", „Klang", „Vorfreude" und „Bescherung". Neben allem Weihnachtlichen gibt es natürlich auch „vor-„ und „nachweihnachtliche" und – was meist eher verdrießlich stimmt – „unweihnachtliche" Dinge. Besser ist es doch, wenn es „weihnachtet", wie es sich gehört, nämlich „sehr".