Plural­formen von „Milch, Wasser, Wort, Mutter“ und „Band“

Die Pluralbildung bestimmter Substantive ist im Deutschunterricht eine beliebte Übung, die so manchen Schüler oder Studierenden vor recht große Probleme stellt. Warum dies so ein heikles Thema sein kann, erklären wir hier.

Auf die Frage, wie der Plural von Milch lautet, würde mancher vielleicht spontan antworten: „Milch hat doch gar keinen Plural!“ In der Tat sind Wörter wie Milch, Blut, Wasser  Gattungsbezeichnungen, sogenannte Appellative, die im Allgemeinen nur im Singular verwendet werden. Sollen bei solchen Gattungsbezeichnungen allerdings verschiedene Sorten unterschieden werden, ist die Pluralbildung durchaus üblich, man spricht in diesem Fall von der „Sortenlesart“. Sie erscheint vor allem im fachsprachlichen Bereich: Babys gewöhnen sich nur schwer an zwei verschiedene Milche. Für den Geschmack beider Wässer sind vor allem die Mineralstoffe von Bedeutung.

Recht knifflig gestaltet sich die Pluralbildung auch bei Substantiven, die die Bedeutung verändern, also etwa Wörter/Worte, Mütter/Muttern, Bänder/Bande. Im Sinne von „Lautgebilde bestimmter Bedeutung, Einzelwort“ wird die Pluralform Wörter verwendet, in der Bedeutung „Äußerung, Ausspruch, Erklärung“ steht der Plural Worte: Dieser Satz besteht aus sechs Wörtern. Das sind ja starke Worte!

Die umlautlose Pluralform Muttern bezeichnet das Gegenstück zur Schraube: Keine der Muttern passte.
Das Wort Band wiederum im Sinne von „Gewebestreifen zum Binden“ hat die Pluralform die Bänder, im Sinne von „Bindung, enge Beziehung“ lautet der Plural aber die Bande: Die Familienbande ließen sich nicht so einfach abschütteln.

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