Perfekt­bildung mit „haben“ oder „sein“

In Anlehnung an ein berühmtes Shakespeare-Zitat steht dieser Artikel unter dem Motto „haben oder sein, das ist die Frage“.

Die meisten Verben bilden das Perfekt mit haben, nur eine abgrenzbare Gruppe von intransitiven Verben bildet das Perfekt mit sein. Das haben-Perfekt ist also der Normalfall.

Intransitive Verben, die den Übergang in einen neuen Zustand bezeichnen, bilden das Perfekt mit sein: Der Dieb ist spurlos verschwunden. Die Rosen sind wundervoll aufgeblüht.

Viele Bewegungsverben können das Perfekt sowohl mit haben als auch mit sein bilden, also z. B. ich habe geschwommen – ich bin geschwommen, sie hat gejoggt – sie ist gejoggt. Werden diese Verben allerdings mit einer Richtungs- oder Ortsangabe verbunden, ist nur die Perfektbildung mit sein möglich: Sie ist gestern nach Mannheim gefahren. Wir sind ein bisschen durch die Innenstadt gebummelt.

Generell nimmt bei den Bewegungsverben die Perfektbildung mit sein zu, also eher Wir sind den ganzen Tag geklettert oder Sie ist schon viele Bahnen geschwommen.

Ausschließlich mit sein gebildet werden inzwischen die Verben gehen und reisen.
Übrigens gibt es bei bestimmten Verben interessante regionale Unterschiede. Während man im Norden z. B. Ich habe gelegen/gestanden/gesessen sagt, heißt es in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz Ich bin gelegen/gestanden/gesessen.

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