Kompo­sition: Zusammen­schreibung, Ge­trennt­schreibung, Binde­strich

Wenn Sie an einem Altweibersommerabend ein nettes Restaurant suchen, stoßen Sie mitunter auf Angebote wie „frische Kürbis Suppe“ oder „hausgemachter Zwiebel Kuchen“. Wenn Sie an der nächsten Ecke dann auch noch „Hair Studio“ lesen, sind Sie auf einen häufig auftretenden Wortbildungsfehler gestoßen.

Die Wörter Kürbissuppe, Zwiebelkuchen und Hairstudio werden nach deutschen Wortbildungsregeln zusammengeschrieben. Dieses Muster der Wortbildung wird auch als Komposition bezeichnet. Dabei verschmelzen beide Wörter und verleihen dem Kompositum, dem zusammengesetzten Wort, eine komplexere Bedeutung.

Nicht nur für die Kunst, sondern auch für die Sprachwissenschaft hat diese Bildungsform große Bedeutung, denn sie bereichert unsere Sprache in hohem Maße. Insbesondere beim Substantiv ist die Komposition sehr produktiv, ermöglicht sie doch unendlich viele Kombinationsmöglichkeiten der Wörter.

Auch wenn man sie oft zu sehen bzw. zu lesen bekommt, ist die Getrenntschreibung solcher Zusammensetzungen nach wie vor nicht korrekt. Ist das neu entstandene Wort unübersichtlich und damit nicht so gut lesbar, kann man allerdings einen Bindestrich zwischen beide Bestandteile setzen, was durchaus sinnvoll ist z. B. bei Video-Installation oder Lotto-Annahmestelle wegen des Aufeinandertreffens mehrerer Vokale.

Sinnvoll kann der Bindestrich auch sein, wenn Fremdwörter oder Eigennamen zum Grundwort treten, wie bei Apollo-Raumschiff oder Assessment-Center. So wäre neben dem Hairstudio auch das Hair-Studio möglich. Die meisten Komposita, wie beispielsweise Videotechnik, Technologietransfer oder Hautcreme, können jedoch sehr gut auf den Bindestrich verzichten.

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