Klammern und Bindestrich

Manchmal weiß man ja gar nicht mehr, was man schreiben soll. Zum Beispiel wenn sowohl das Ganze als auch ein Teil davon einen gewissen (Sinn-)Gehalt hat. Was beim Zusammentreffen von Klammern und Bindestrich zu beachten ist, erfahren Sie hier.

Gelegentlich möchte man bei einem zusammengesetzten Wort dem Adressaten zwei Lesarten anbieten: Der Leser soll dem Text sowohl dann einen Sinn abgewinnen können, wenn er die gesamte Zusammensetzung liest, als auch dann, wenn er nur einen Teil davon liest. Dazu verwendet man runde Klammern und setzt innerhalb der Klammern einen Bindestrich: mit dieser (pseudo-)psychologischen Entwicklung des Hauptmotivs, ein (auto-)biografisches Einsprengsel.

Ist der nicht eingeklammerte Bestandteil ein Substantiv oder etwas Substantiviertes, wird dieser großgeschrieben: eine Menge wenig überzeugender (Allerwelts-)Argumente, in vergleichsweise schickem (Retro-)Design.

Will man aber nur kenntlich machen, dass ein Wort-, Satz- oder Textteil auch ausgelassen werden kann, verwendet man eckige Klammern. Bei weglassbaren Wortteilen setzt man in die Klammern keinen Bindestrich: seine ungerechtfertigte Auswechs[e]lung, die schwierigste Stelle des gesamten Text[e]s. Auch wenn der nicht weglassbare Bestandteil dem weglassbaren folgt und ein Substantiv oder etwas Substantiviertes ist, wird er nicht großgeschrieben: ein entsprechend breiter [Grenz]streifen, alle [Nadelstreifen]anzüge, eine starke Kondensat[streifen]bildung, reichlich Kondensat[streifen].

Mittlerweile ist es auch üblich, innerhalb von Wortzusammensetzungen mit Bindestrich in Klammern die Abkürzung eines vorgenannten Begriffes einzufügen. In solch einem Fall wird die Klammer ohne Leerschritt angefügt und der Bindestrich nach der Klammer gesetzt: Polyurethan(PU)-Hartschaum, Rot-Weiß-Oberhausen(RWO)-Fanartikel.

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