Das Semikolon

Das Semikolon führt unter den Satzzeichen der deutschen Sprache gewissermaßen ein Schattendasein. Wir bringen hier mehr Licht ins Dunkel.

Das Semikolon, auch Strichpunkt genannt, nimmt zwischen Komma und Punkt eine Mittelstellung ein: Trennt ein Komma zu schwach, ein Punkt aber zu stark, kann ein Semikolon gesetzt werden. Da sich nicht eindeutig festlegen lässt, wann dies der Fall ist, liegt die Setzung eines Semikolons weitgehend im Ermessen des Schreibenden.

Häufig gesetzt werden Semikola in Aufzählungen, vor allem, um Sinneinheiten voneinander abzugrenzen: Unser Proviant bestand aus Dörrfleisch, Speck und Schinken; Ei- und Milchpulver; Reis, Nudeln und Grieß. (Möglich wäre in diesem Beispiel auch ein Komma.) Auch wenn die einzelnen Glieder von Aufzählungen untereinander angeordnet sind, werden oft Semikola gesetzt. Wichtig ist dann, dass das letzte Glied der Aufzählung durch einen Punkt abgeschlossen wird.

Mit einem Semikolon können auch Hauptsätze voneinander abgegrenzt werden, die inhaltlich eng miteinander verbunden sind, dennoch aber deutlicher als durch ein Komma getrennt werden sollen. Es spielt dabei keine Rolle, ob die Sätze das gleiche Subjekt haben oder nicht: Die Familie meiner Mutter stammt aus Frankreich; die Vorfahren meines Vaters dagegen sind aus Ungarn eingewandert.

Eine starke Tendenz zum Semikolon besteht auch dann, wenn Sätze mit Konjunktionen oder Adverbien wie denn, doch, deshalb etc. angeschlossen werden: Meine Freundin hatte den Zug versäumt; deshalb kam sie zu spät.
Zu beachten ist in jedem Fall, dass ein Semikolon grundsätzlich nebenordnende Funktion hat; es kann deshalb nie zwischen Haupt- und Nebensätzen stehen.

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