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Abkürzungen

 In diesem Abschnitt geht es um die häufig auftretenden Fragen:

  • Mit oder ohne Punkt?
  • Mit oder ohne Deklinationsendung (Beugungsendung)?

Zu weiteren Informationen:
Apostroph (D 15, 16)
Bindestrich (D 26, 28, 29)
Groß- und Kleinschreibung (D 97)

Zusätzliche Erläuterungen zur sinnvollen Bildung und Verwendung von Abkürzungen und Kurzwörtern finden sich in DIN 2340.

Der Punkt bei Abkürzungen

D 1:

Nach bestimmten Abkürzungen steht ein Punkt <§ 101>. (Vgl. aber auch D 2-5.)

  • Dr. (für: Doktor)
  • usw. (für: und so weiter)
  • a. D. (für: außer Dienst)
  • Abk.-Verz. (für: Abkürzungsverzeichnis)
  • Weißenburg i. Bay. (für: Weißenburg in Bayern)

Diese Abkürzungen werden in der gesprochenen Sprache gewöhnlich durch die zugrunde liegenden Vollformen ersetzt. Ausnahmen sind Fälle wie a. D. (auch gesprochen: a-de); vgl. dazu auch D 3.

 

D 2:

Bei national oder international festgelegten Abkürzungen für Maßeinheiten in Naturwissenschaft und Technik, für Himmelsrichtungen und für bestimmte Währungseinheiten setzt man im Allgemeinen keinen Punkt <§ 102 (1)>.

  • m (für: Meter)
  • g (für: Gramm)
  • s (für: Sekunde)
  • W (für: Watt)
  • Bq (für: Becquerel)
  • MHz (für: Megahertz)
  • NO (für: Nordost[en])
  • CAD (für: Kanadischer Dollar)

 

D 3:

Initialwörter beruhen auf den Anfangsbuchstaben (zum Teil auch weiteren Buchstaben) der zugrunde liegenden Wortteile, Wörter oder Ausdrücke.

1. In der gesprochenen Sprache werden sie meistens buchstabiert.

  • BGB (gesprochen: be-ge-be, für: Bürgerliches Gesetzbuch)
  • Na (gesprochen: en-a, für: Natrium)

2. Es gibt aber auch Initialwörter, die wie gewöhnliche Wörter gesprochen werden.

  • TÜV (gesprochen: tüf, für: Technischer Überwachungs-Verein)

Initialwörter werden im Allgemeinen ohne Punkt geschrieben. Zu ursprünglichen Abkürzungen mit Punkt (wie a. D.) vgl. D 1.

 

D 4:

Viele fachsprachliche Abkürzungen (vor allem von längeren Zusammensetzungen und Wortgruppen) werden ohne Punkt geschrieben <§ 102 E1>.

  • MBliV (für: Ministerialblatt der inneren Verwaltung)
  • BStMdI (für: Bayerisches Staatsministerium des Innern)
  • RücklVO (für: Rücklagenverordnung)
  • JuSchG (für: Jugendschutzgesetz)
  • StUffz (für: Stabsunteroffizier)
  • OStRin (für: Oberstudienrätin)

 

D 5:

In einigen Fällen gibt es Doppelformen <§ 102 E2>.

  • Co. oder Co (für: Compagnie, Kompanie)
  • M. d. B. oder MdB (für: Mitglied des Bundestages)

 

D 6:

Steht eine Abkürzung mit Punkt am Satzende, dann ist der Abkürzungspunkt zugleich der Schlusspunkt des Satzes <§ 103>.

  • Er verwendet gern Zitate von Goethe, Schiller u. a.
  • Ihr Vater ist Regierungsrat a. D.
    Aber:
  • Ist er wirklich Regierungsrat a. D.?
  • Er ist wirklich Regierungsrat a. D.!
  • Seine Amtsbezeichnung ist »Regierungsrat a. D.«.

 Steht am Satzende eine Abkürzung, die an sich ohne Punkt geschrieben wird, dann muss trotzdem der Schlusspunkt gesetzt werden.

  • Diese Bestimmung finden Sie im BGB.
  • Er fährt einen roten Pkw.
    Aber:
  • Fährt er einen roten Pkw?
  • Er fährt in der Tat einen roten Pkw!

 

Die Deklination (Beugung) der Abkürzungen

 Bei reinen Schreibabkürzungen (vgl. D 1) wird meist keine Deklinationsendung (Beugungsendung) gezeigt.

  • lfd. J. (für: laufenden Jahres)
  • im Ndl. (für: im Niederländischen)
  • d. M. (für: dieses Monats)

Wenn man die Deklinationsendung wiedergeben will, z. B. um Missverständnisse zu vermeiden, gilt üblicherweise Folgendes:

1. Endet eine Abkürzung mit dem letzten Buchstaben des abgekürzten Wortes, so wird die Deklinationsendung unmittelbar angehängt.

  • die Bde. (für: die Bände)
  • OStRinnen (für: Oberstudienrätinnen)

2. Bei Namen ist es üblich, die Endung -s nach dem Abkürzungspunkt zu setzen.

  • B.s Werke (für: Brechts Werke)

3. Gelegentlich wird der Plural durch Buchstabenverdoppelung ausgedrückt.

  • Jgg. (für: Jahrgänge)
  • ff. (für: folgende [Seiten])

 Für Initialwörter (vgl. D 3) gilt:

1. Im Plural erhalten sie meist die Endung -s.

  • die Lkws, seltener: die Lkw (weil im Singular: der Lkw)
  • die MGs, seltener: die MG

2. Das gilt vor allem für die weiblichen, weil bei ihnen der Artikel im Singular und im Plural gleich lautet.

  • die GmbHs, selten: die GmbH (weil der Singular gleich lautet: die GmbH)

3. Im Singular wird die Endung -s oft weggelassen.

  • des Pkw (auch: des Pkws)
  • des EKG (auch: des EKGs)

Bei Initialwörtern steht im Plural gegebenenfalls die Endung -s (und nicht die Endung des zugrunde liegenden Wortes).

  • die EKGs (nicht: die EKGe)
  • die AGs (nicht: die AGen)
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