Quel­len­an­ga­ben mit „laut“, „zufolge“, „nach“, „gemäß“ etc.

Wenn etwas indirekt wiedergegeben werden soll, steht man immer wieder vor der Frage: Verwende ich jetzt den Konjunktiv I oder II? Reicht gar der schlichte Indikativ? Häufig ist aber schon fraglich, ob es sich bei einer Formulierung überhaupt um eine indirekte Rede handelt, insbesondere, wenn Präpositionen wie zufolge, laut, gemäß etc. mit im Spiel sind.

In der indirekten Rede wird eine Äußerung oder ein Gedanke nicht genau so wiedergegeben, wie tatsächlich geäußert oder gedacht, sondern mittelbar über einen Berichterstatter.

Die indirekte Rede ist häufig von einem Verb des Sagens (Karl klagt, die Kommission habe seine Dissertation überhaupt nicht zur Kenntnis genommen) oder Denkens (Karl hofft, die Kommission werde seine Dissertation würdigen) abhängig oder von einem entsprechenden Substantiv (Karls Klage, die Kommission habe seine Dissertation überhaupt nicht zur Kenntnis genommen, hat etwas arg Weinerliches). Der Sprecher/Schreiber übernimmt dabei keine Gewähr für die Gültigkeit der wiedergegebenen Aussage.

Dies ist auch bei präpositionalen Quellenangaben mit laut, zufolge, gemäß usw. der Fall: Hinweisen aus der Bevölkerung zufolge hatten sich die Rebellen schon vorher abgesetzt. Nach Nietzsche ist glattes Eis ein Paradeis für den, der gut zu tanzen weiß.
Daher gelten diese Konstruktionen als Konkurrenzformen der indirekten Rede, werden allerdings in der Regel im Indikativ formuliert: Laut Radio Eriwan genossen die Sowjetbürger das Leben in vollen Zügen – besonders auf der Strecke von Moskau nach Leningrad.

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