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Duden-Newsletter (09.12.11)

Liebe Leserin, lieber Leser,

zieh dich warm an - lautet die Devise an kalten Wintertagen. So weit sind sich sicher alle einig, allerdings endet die Einigkeit, wenn es um die Frage geht, ob diese Aufforderung wirklich richtig ist oder ob es nicht vielmehr heißen muss: Ziehe dich warm an! Wissenswertes zur Bildung des Imperativs lesen Sie im heutigen ersten Teil unseres Newsletters.

Im zweiten Teil stellen wir Ihnen dann ein paar interessante Möglichkeiten vor, den klassischen Imperativ zu ersetzen.

Mit Riesenschritten nähert sich die Weihnachtszeit. Nachgeschlagen haben wir dementsprechend ein paar pfiffige Ideen, wie man sich berühmte Worte für die eigene Weihnachtspost zunutze machen kann.

Viel Spaß bei der Lektüre und eine wundervolle Adventszeit wünscht Ihnen

Ihre Duden-Sprachberatung

Was Sie schon immer wissen wollten

Bildung des Imperativs

Der Imperativ dient in seiner Grundfunktion dazu, eine Aufforderung, einen Befehl oder eine Bitte auszudrücken. Er ist unmittelbar an eine Person oder auch mehrere gemeinsam angesprochene Personen gerichtet.

Gebildet werden die Imperativformen vom jeweiligen Präsensstamm des Verbs. Während in der gehobenen Sprache die mit der 1. Person Singular Präsens identischen Formen mit dem Endungs-e bevorzugt werden - Reiche mir das Glas! Ziehe dich an! -, wird in der Alltagssprache eher die Form ohne das Endungs-e verwendet: Jetzt komm schon her und lass dich küssen! Grüß deine Eltern von mir! Zu beachten ist, dass diese Formen grundsätzlich ohne Apostroph geschrieben werden.

Bei einer Reihe von Verben ist das Endungs-e allerdings verbindlich, etwa, wenn der Verbstamm auf d/t oder Konsonant plus m/n endet: Atme gleichmäßig! Rechne gefälligst sorgfältiger! Arbeite nicht so viel! Auch bei den Verben, die auf -ern und -eln enden, sind die Formen mit Endungs-e obligatorisch, wobei das e der Bildungssilbe auch wegfallen kann: Hand[e]le endlich einmal selbstständig! Trau[e]re doch nicht um ihn, das war er nicht wert!

Hätten Sie's gewusst?

Ersatzformen des Imperativs

Neben den eigentlichen Imperativformen gibt es zahlreiche andere Möglichkeiten, einen Befehl oder eine Bitte auszudrücken. Gerade in offiziellen Aufforderungen wird oft der Infinitiv verwendet: Auf spielende Kinder achten! Nur hinten einsteigen! Ruhe bewahren!

Möglich ist auch die Verwendung des Indikativs Präsens oder des Futurs: Du siehst dich aber vor! Ich bekomme das Wiener Schnitzel! Wirst du wohl still sein! Ihr werdet euch hüten! Auch eine Konjunktivform lässt sich zur Formulierung einer Aufforderung einsetzen: Man achte auf den Gegenverkehr!

Und zu guter Letzt noch ein Klassiker - in Gestalt eines Partizips: Stillgestanden!

Für Sie nachgeschlagen

Schreiben zu Weihnachten und Neujahr

Sommer ist die Zeit, in der es zu heiß ist, um das zu tun, wozu es im Winter zu kalt war.
MARK TWAIN

(Mögliche Fortsetzung:) Da hilft nur eines - die Temperaturen anpassen. Damit ihr für unser Weihnachtsfest am … auf die richtige Betriebstemperatur kommt, treffen wir uns vorher ab … Uhr am Glühweinstand des Weihnachtsmarkts. Anschließend, so gegen … Uhr, gehen wir ins Gasthaus …, wo uns ein beheiztes Nebenzimmer und ein leckeres warmes Essen erwarten.

Der Mond und der Schnee,
Ich lebe und betrachte das Schöne,
Das Jahr geht zu Ende.
MATSUO BASHO

(Mögliche Fortsetzung:) So heiter und gelassen klingt es, wenn ein japanischer Dichter aus dem 17. Jahrhundert den Jahresausklang beschreibt. Auch wir wollen uns die Zeit nehmen, das Schöne zu betrachten - das Schöne, das hinter uns liegt, aber auch das, was möglicherweise im nächsten Jahr auf uns zukommt. Dazu lade ich Sie ein …

Aus: Duden, Passende Worte für jede Gelegenheit. Mannheim 2011.

Freitag, 9 Dezember, 2011