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Duden-Newsletter (08.08.08)

Liebe Leserin, lieber Leser,

mit dem „Stein der Weisen” können wir in diesem Newsletter nicht dienen, dafür haben wir ein paar andere Steine im Wörterbuch aufgelesen und zeigen Ihnen die nicht so bekannten Exemplare. Eine lexikografische Gesteinskunde in Auswahl sozusagen … und zwar gleich zu Beginn.

Vom Boden richten wir den Blick gen Himmel. Dort schwirren zurzeit auch ein paar interessante Steinchen herum. Der Komet Swift-Tuttle hat sie hinterlassen. Warum sie mit dem heiligen Laurentius in Verbindung gebracht werden, verraten wir Ihnen im zweiten Teil.

Wer bei den Olympischen Spielen die Medaillen holt - das weiß zum jetzigen Zeitpunkt auch nur der Himmel. Wir können Ihnen aber schon einmal verraten bzw. für Sie nachschlagen, was es mit dem Begriff Olympiade auf sich hat.

Gute Unterhaltung wünscht Ihnen

Ihre Duden-Sprachberatung


Was Sie schon immer wissen wollten

Kleine „Steinkunde”

Auf Steine treffen wir Erdenbürger praktisch an jeder Ecke - ob nun in naturbelassener oder für unsere Zwecke bearbeiteter Form. So ist es nicht verwunderlich, dass auch in Wörterbüchern viele Steine verzeichnet sind, vom Alaunstein bis zum Zündstein.
Manche dieser Steine kommen uns auf den ersten Blick sehr merkwürdig vor, sei es der Badgastein, der Holstein oder der Zystein …?
Nein, Scherz beiseite: Wenn man einmal von diesen Fremdgängern absieht, bleibt immer noch eine Reihe von Steinen, die einem auf den ersten Blick nicht vertraut erscheinen.

Was ein Hinkelstein ist, das weiß noch jeder, der in seiner Jugend (oder auch später) „Asterix und Obelix” gelesen hat. Wackersteine, die sind uns seit der ersten Begegnung mit dem „Wolf und den sieben Geißlein” vertraut. Den Alaunstein kennt zumindest ein Teil der männlichen Bevölkerung, und zwar jener, der die morgendliche Rasur nass gestaltet. Wenn es bei dieser Prozedur versehentlich zu Verletzungen der Haut kommt, ist es gut, wenn man ihn zur Hand hat: den Alaunstein, „eine meist aus Bauxit od. Kaolin gewonnene Alaunverbindung (Kalialaun), die als mildes Ätzmittel oder als blutstillendes Mittel verwendet wird”. Als Erbsenstein bezeichnet man in der Geologie ein „aus kleinen, kugelförmigen Körpern zusammengesetztes Gestein”. Der Fachbegriff ist Oolith.

Nicht zu verwechseln mit dem Mondgestein ist der Mondstein, ein „(zu den Feldspaten gehörender) farbloser od. weißlicher bis bläulicher Schmuckstein mit irisierendem Glanz”; er heißt so, weil man in ihm das Abbild des Mondes sah. Wichtig zu wissen ist, worum es sich bei einem Similistein handelt: nicht um ein Original, sondern um eine Nachahmung. Fachleute bezeichnen mit diesem Wort einen imitierten Edelstein. Unter der großen Zahl der Steine im Wörterbuch gibt es übrigens auch einige „virtuelle” Exemplare: Grundbaustein, Prüfstein und Stolperstein. Von „sprachlichen Stolpersteinen” haben Sie in unserem Newsletter sicherlich schon des Öfteren gelesen.

Hätten Sie’s gewusst?

Laurentiustränen

Gesteinsbröckchen sind auch verantwortlich für ein interessantes Phänomen, das alljährlich im August zu beobachten ist: die Laurentiustränen. So nennt der Volksmund die Sternschnuppen, die in den Nächten zwischen dem 10. und 14. August auffallend häufig vom Himmel fallen. Die Bezeichnung geht zurück auf den heiligen Laurentius, der am 10. August des Jahres 258 im Zuge der Christenverfolgung des Kaisers Valerian in Rom zu Tode gefoltert wurde. Er wurde, laut Legende, zwischen glühenden Eisenplatten geschmort und anschließend über glühenden Kohlen geröstet.

Verursacher der Laurentiustränen ist der sogenannte Laurentiusschwarm, besser bekannt unter dem Namen Perseiden. Es handelt sich um einen Meteorstrom, den die Erde auf ihrem Flug um die Sonne im Sommer durchquert. Dabei kommt es zum gehäuften Auftreten von Meteoren - so nennen die Astronomen „Leuchterscheinungen, die durch in die Erdatmosphäre eindringende feste kosmische Körper, Partikeln hervorgerufen werden”. Je nach deren Leuchtkraft und Anzahl werden die Erscheinungen auch als Sternschnuppenschwärme, Meteorschauer oder Meteorstürme bezeichnet.

Für den Namen Perseiden ist das Sternbild Perseus verantwortlich. Die Bahnen der einzelnen zu einem Meteorstrom gehörenden Meteore scheinen strahlenartig von einem Punkt oder kleinen Bereich des Himmels auszugehen. Dies ist im Fall der Perseiden das Sternbild Perseus am nördlichen Sternenhimmel. Man findet es unterhalb der Kassiopeia, die viele wegen ihrer Ähnlichkeit mit dem Buchstaben W auch als „Himmels-W” kennen.

Für Sie nachgeschlagen

Olympiade

Im Altertum wurde mit Olympiade der Zeitraum von vier Jahren zwischen zwei Olympischen Spielen bezeichnet, heute wird Olympiade für die Olympischen Spiele selbst gebraucht. Dieser Gebrauch lässt sich vereinzelt auch schon für das Altertum nachweisen. Der französische Baron Pierre de Coubertin, der Begründer der Olympischen Spiele der Neuzeit (1896), hat diese Spiele wieder Olympiaden genannt.

Aus: Duden 9, Richtiges und gutes Deutsch. Mannheim 2007.

Freitag, 8 August, 2008