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Apostroph

Apostroph

Der Apostroph zeigt an, dass in einem Wort ein oder mehrere Buchstaben ausgelassen worden sind (vgl. aber Regel 16). In vielen Fällen können die Schreibenden selbst entscheiden, ob sie einen Apostroph setzen wollen oder nicht (vgl. Regel 14).

Zu weiteren Informationen:
Groß- und Kleinschreibung (Regel 96)

 

Bei Auslassungen

Regel 13:

Man setzt einen Apostroph bei Wörtern mit Auslassungen, wenn die verkürzten Wortformen sonst schwer lesbar oder missverständlich wären <§ 96 (2)>.

  • Schlaf nun selig und süß, schau im Traum 's Paradies.
  • Dass aber der Wein von Ewigkeit sei, daran zweifl' ich nicht ...
  • Ein einz'ger Augenblick kann alles umgestalten.
  • 's ist schon spät.
  • Das Wasser rauscht', das Wasser schwoll ...

Solche Formen treten oft in dichterischen Texten auf. Als gut lesbar und unmissverständlich gelten dagegen im Allgemeinen die folgenden Fälle:

1. Ein unbetontes -e- im Wortinnern entfällt und die kürzere Form ist allgemein gebräuchlich.

  • ich wechsle (wechsele)
  • trockner (trockener) Boden

2. Es entfällt ein Schluss-e bei bestimmten Verbformen.

  • Das hör ich gern.
  • Ich lass das nicht zu.
  • Leg den Mantel ab.

3. Es liegt eine verkürzte, aber häufig gebrauchte Nebenform eines Substantivs oder Adjektivs vor.

  • Bursch (neben: Bursche)
  • öd (neben: öde)
  • trüb (neben: trübe)
  • heut (neben: heute)

4. Es liegt eine Fügung vor, in der ein Adjektiv oder Pronomen ungebeugt verwendet wird.

  • um gut Wetter bitten
  • ruhig Blut bewahren
  • Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern ...

 

Regel 14:

Man kann einen Apostroph setzen, wenn Wörter der gesprochenen Sprache mit Auslassungen schriftlich wiedergegeben werden und sonst schwer verständlich sind <§ 97>.

  • So 'n Blödsinn!
  • Nimm 'ne andere Farbe.
  • Gehen S' 'nauf!
  • Er hat g'nug.
  • Sie saß auf'm Tisch.
  • Wir gehen in 'n Zirkus.
  • Wie du's haben willst.
  • Da fährt sich's schlecht.

1. Bei den allgemein üblichen Verschmelzungen von Präposition (Verhältniswort) und Artikel setzt man in der Regel keinen Apostroph.

  • ans, aufs, durchs, fürs, hinters, ins, übers, unters, vors
  • am, beim, hinterm, überm, unterm, vorm
  • hintern, übern, untern, vorn; zur

2. Auch die mit r- beginnenden Kürzungen von Wörtern wie heran, herauf, herein, herüber usw. werden meist ohne Apostroph verwendet.

  • Runter vom Balkon!
  • Bitte reich mir mal das Buch rüber.
  • Sie ließ ihn rauswerfen.
  • Was für ein Reinfall!

3. Ebenso steht bei bestimmten Wörtern und Namen mundartlicher Herkunft im Allgemeinen kein Apostroph.

  • Brettl
  • Dirndl
  • Hansl
  • Rosl

4. Bei umgangssprachlichen Verbindungen eines Verbs oder einer Konjunktion mit dem Pronomen „es" ist der Apostroph entbehrlich; er wird jedoch häufig verwendet.

  • Wie gehts (auch: geht's) dir?
  • Nimms (auch: Nimm's) nicht so schwer.
  • Wenns (auch: Wenn's) weiter nichts ist ...

 

Regel 15:

Man setzt einen Apostroph bei Wörtern mit Auslassungen im Wortinneren <§ 96 (3)>.

  • D'dorf (für: Düsseldorf)
  • Ku'damm (für: Kurfürstendamm)
  • Lu'hafen (für: Ludwigshafen)
  • M'gladbach (für: Mönchengladbach)

 

Bei Namen

Regel 16:

1. Der Apostroph steht zur Kennzeichnung des Genitivs (Wesfalls) von Namen, die auf s, ss, ß, tz, z, x, ce enden und keinen Artikel o. Ä. bei sich haben. Das gilt auch, wenn diese Endungen im Nominativ nicht ausgesprochen werden <§ 96 (1)>.

  • Hans Sachs' Gedichte, Le Mans' Umgebung, Grass' Blechtrommel, Voß' Übersetzung, Ringelnatz' Gedichte, Càdiz' Hafen, Marx' Philosophie, das Leben Johannes' des Täufers, Maurice' Freundin, Amiens' Kathedrale

(aber: die Gedichte des Hans Sachs, das Leben des Johannes)

2. Nicht als Auslassungszeichen, sondern in Verdeutlichung der Grundform eines Personennamens wird der Apostroph gelegentlich in folgenden Fällen gebraucht:

a) Vor der Adjektivendung -sch.

  • die Grimm'schen Märchen (neben: die grimmschen Märchen)
  • der Ohm'sche Widerstand (neben: der ohmsche Widerstand)

b) Vor dem Genitiv-s <§ 97E>.

  • Andrea's Blumenecke (zur Unterscheidung vom männlichen Vornamen Andreas)
  • Willi's Würstchenbude

Normalerweise wird vor einem Genitiv-s kein Apostroph gesetzt. Das gilt auch für Genitiv-s und Plural-s bei Initialwörtern und Abkürzungen.

  • Brechts Dramen
  • Hamburgs Reedereien
  • des Lkws, die GmbHs, B.s Dramen,
  • des Bds.

 

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