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Duden-Newsletter zum Thema "Namengebung" (22.01.10)

Liebe Leserin, lieber Leser,

zum Leidwesen vieler sind Begriffe aus dem Englischen bei uns weiterhin auf dem Vormarsch, in manchen Branchen nehmen sie geradezu überhand. Die korrekte Schreibung - vor allem zusammengesetzter Wörter - bereitet allerdings immer wieder Probleme. Wir haben darum die wichtigsten Regeln noch einmal für Sie zusammengestellt.

Apropos Begriffe aus dem Englischen: Auch die Grammatik bereitet in diesem Bereich manchmal Schwierigkeiten. Lesen Sie in unserer zweiten Rubrik, was zu beachten ist.

Welchen Vornamen soll unser Kind tragen? Diese verantwortungsvolle Entscheidung können und wollen wir werdenden Eltern natürlich nicht abnehmen, aber ein paar nützliche allgemeine Tipps zur Namengebung haben wir abschließend für Sie herausgesucht.

Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen

Ihre Duden-Sprachberatung


Was Sie schon immer wissen wollten

Schreibung von Fremdwörtern aus dem Englischen

Im Grunde gelten bei der Frage Getrennt- oder Zusammenschreibung von Wörtern aus dem Englischen die gleichen Regeln wie bei deutschen Zusammensetzungen. Verbindungen aus zwei Substantiven werden zusammengeschrieben, also beispielsweise Economyclass, Poleposition, Shoppingcenter, Braintrust, Bottleparty. Alternativ dazu kann auch ein Bindestrich gesetzt werden, beide Substantive müssen dann natürlich großgeschrieben werden: Economy-Class, Pole-Position. Die Bindestrichvariante bietet sich vor allem dann an, wenn solche Verbindungen in der Zusammenschreibung schwer lesbar sind, wie etwa bei dem Wort Desktoppublishing, hier ist die Schreibung Desktop-Publishing zu empfehlen.

Ist der erste Bestandteil ein Adjektiv, kann zusammengeschrieben werden, wenn die Hauptbetonung auf dem ersten Teil liegt, daneben ist auch die Getrenntschreibung möglich: Blackbox oder Black Box, Hotspot oder Hot Spot. Wir empfehlen hier jeweils die Zusammenschreibung.
Ansonsten gilt in Anlehnung an die Herkunftssprache nur die Getrenntschreibung: High Fidelity, Electronic Banking, Top Ten.
Bei Verbindungen aus Verb und Partikel sind Zusammen- und Bindestrichschreibung möglich: Hangover, Blackout, Countdown, Handout neben Hang-over, Black-out etc. Hier empfehlen wir auch die Zusammenschreibung.

Bei Aneinanderreihungen und Zusammensetzungen mit Wortgruppen muss grundsätzlich mit Bindestrich durchgekoppelt werden: Current-Account-Bereich, Public-Relations-Abteilung, Do-it-yourself-Programm, Multiple-Choice-Aufgabe.

Hätten Sie’s gewusst?

Grammatische Integration englischsprachiger Begriffe

Die meisten Begriffe aus dem Englischen werden ohne Probleme ins grammatische System der deutschen Sprache integriert. So erhalten beispielsweise Substantive im Allgemeinen das Genus eines bedeutungsähnlichen deutschen Wortes: das Meeting, die Story, die Lady, der Lover. Wie bei heimischen Wörtern bilden sich auch bei Fremdwörtern aus dem Englischen oft Reihen mit gleichem Wortausgang im selben Genus: das Skating, das Walking, das Mobbing; die Publicity, die Community, die Society.

Aus dem Englischen übernommene Verben werden im Allgemeinen regelmäßig konjugiert, folgen also der schwachen Konjugation: ich surfe, ich surfte, ich habe gesurft; er jobbt, er jobbte, er hat gejobbt; wir managen, wir managten, wir haben gemanagt.
Verben wie downloaden oder upgraden werden als zusammengehörige Einheit gesehen, der erste Bestandteil ist also nicht abtrennbar: ich downloade/upgrade, ich habe downgeloadet/upgegradet.

Für Sie nachgeschlagen

Tipps zur Namengebung

Standesamtliche Bestimmungen
In der Wahl des Vornamens sind Eltern grundsätzlich frei, doch entscheidet letztlich das Wohl des Kindes. Das Standesamt wird daher anstößigen, lächerlichen oder unpassenden Namen (wie etwa den tatsächlich beantragten Namen Satan, Störenfried, Bierstübl) keine Zustimmung erteilen.

Keine Wörter aus der Allgemeinsprache
Es dürfen nur solche Namen gewählt werden, die ihrem Wesen nach Vornamen sind. Darum sind Wörter des allgemeinen Sprachgebrauchs ausgeschlossen. Niemand darf sein Kind Pfeil, Feder oder Klug nennen.

Häufung von Vornamen
Die Zahl von Vornamen, die ein Kind bekommen darf, ist offiziell nicht geregelt, doch sollte man sich besser auf die Vergabe von zwei oder drei Vornamen beschränken. Mehr als drei Vornamen dürften sich im täglichen Leben, z. B. im Umgang mit Behörden, eher als unpraktisch erweisen.

Elterliche Vorlieben und Weltanschauungen
Durch den Vornamen sollte ein Kind nicht zum Aushängeschild elterlicher Vorlieben und Weltanschauungen gemacht werden. Wer weiß denn schon, ob das Kind später beispielsweise die elterliche Liebe zur Musik teilt und einen Vornamen wie Johann Sebastian (nach J. S. Bach) nicht als Last empfinden wird.

Aus: Duden, Der Vornamenfinder. Mannheim 2009.

Freitag, 22 Januar, 2010
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