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Duden-Newsletter vom 07.01.11

Liebe Leserin, lieber Leser,

heute begeben wir uns einmal in die Welt des Briefeschreibens, und zwar sowohl aus geschäftlichen wie auch aus privaten Anlässen.

In unseren ersten beiden Rubriken erfahren Sie dabei zunächst Wissenswertes zu Dank- und Kondolenzschreiben.
Schließlich haben wir noch nachgeschlagen, wie Sie der sprachlichen Gleichstellung von Männern und Frauen in der Anrede am besten gerecht werden.

Eine informative Lektüre wünscht Ihnen

Ihre Duden-Sprachberatung


Was Sie schon immer wissen wollten

Dankschreiben

Dankesbriefe für Geschenke oder Glückwünsche sind allgemein üblich. Aber auch für ein gelungenes Fest, eine unerwartete Hilfe u. Ä. kann man sich mit einem Brief, einer Karte oder auch einer E-Mail wirkungsvoller bedanken als mit einem kurzen Anruf.

Das Entscheidende dabei ist, den Dank so überzeugend wie möglich zu formulieren. Man sollte immer möglichst schnell reagieren, sich kurz fassen und so direkt wie möglich Bezug auf das Geschenk, den Glückwunsch o. Ä. nehmen. Besser als ein simples Vielen Dank für die Blumen wären z. B.: Vielen Dank für die Lilien, sie duften noch immer oder Vielen Dank für den schönen Sommerstrauß.

Im Geschäftsleben sind Dankschreiben nicht sehr häufig, aber dafür umso wirkungsvoller. Auch hier kann man mit einem herzlichen Dank Kunden, Geschäftspartnern oder Lieferanten eine Freude machen, beispielsweise mit Formulierungen wie Herzlichen Dank, dass Sie sich um mein Anliegen so schnell gekümmert haben oder Sie haben uns mit der vorgezogenen Lieferung sehr geholfen - dafür danke ich Ihnen ganz herzlich.

Hätten Sie’s gewusst?

Kondolenzschreiben

Befasst man sich mit der Herkunft des Wortes, wird klar, worauf es beim Kondolieren ankommt: Das Verb kondolieren (sein Beileid ausdrücken) wurde im 17. Jahrhundert aus dem Lateinischen condolere (mitleiden, Mitgefühl haben) entlehnt. Es geht also bei einem Beileidsschreiben darum, Trauernden mitzuteilen, dass man ihren Kummer versteht, ihre Empfindungen nachvollziehen kann.

Kondolenzbriefe sollten möglichst mit der Hand auf einen hochwertigen neutralen Briefbogen geschrieben werden; oftmals entscheiden sich Kondolierende auch für im Handel erhältliche Karten mit passenden Motiven oder Sinnsprüchen. Bei der Wahl der Worte gilt es, individuell auf die Situation der engsten Angehörigen einzugehen und allzu pathetische Formulierungen (die liebe Heimgegangene) wie auch aufdringliche Trostversuche (Das Leben geht weiter) zu vermeiden.

Grundsätzlich gilt natürlich, was schon der Spartaner Chilon, einer der sieben Weisen der griechischen Antike, im 6. Jahrhundert v. Chr. formuliert haben soll (und uns in der lateinischen Version bekannt ist): De mortuis nil nisi bene, womit gemeint ist, dass man über Tote nur wohlwollend sprechen soll.

Für Sie nachgeschlagen

Beide Geschlechter richtig ansprechen

... und zugleich orthografisch korrekt zu schreiben bringt häufig ungenaue und schwer verständliche Formulierungen hervor. Um gleichzeitig weibliche und männliche Leser anzusprechen, gibt es mehrere Möglichkeiten.

Die höflichste und eindeutigste Variante der sprachlichen Gleichstellung ist die Doppelnennung. Besonders in der persönlichen Anrede können die Doppelformen Leserinnen und Leser, Schülerinnen und Schüler verwendet werden. Die konsequente Doppelnennung im weiteren Text macht diesen aber schwerfällig und schlecht lesbar. Zur verkürzten Darstellung von Doppelformen bietet sich der Schrägstrich an: Mitarbeiter/-innen; die Schreibung ohne den Auslassungsstrich ist nicht korrekt.
Allerdings kann mithilfe des Schrägstrichs nur verkürzt geschrieben werden, wenn sich die Wörter ausschließlich in der Endung unterscheiden (also z. B. nicht bei Arzt/Ärztin). Ähnlich dem Schrägstrich können Doppelnennungen auch durch Klammern verkürzt werden, z. B. Mitarbeiter(in), Kolleg(inn)en.
Die Verwendung des großen I im Wortinnern (Binnen-I) entspricht nicht den Rechtschreibregeln.

Aus: Duden, Geschäftskorrespondenz. Mannheim 2011.

Freitag, 7 Januar, 2011
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