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Newsletter vom 13.10.2000

Liebe Leserin, lieber Leser,

sie begleiten uns auf Schritt und Tritt: Ob im Beruf, in der Werbung, in der Wirtschaft oder im Umgang mit neuen Medien, überall werden wir heute mit Fremdwörtern, vor allem mit Fremdwörtern aus dem Englischen, konfrontiert.
Die häufig an die Duden-Sprachberatung herangetragene Frage, wie man solche Anglizismen oder Amerikanismen denn richtig schreibe, beantworten wir Ihnen im ersten Teil unseres Newsletters unter der Rubrik „Wie schreibt man's richtig?”. Dabei werden wir uns zunächst auf einige allgemeine „Problemzonen” konzentrieren – und uns die Details für den nächsten Newsletter aufheben.
Unter der Rubrik „Wo muss das Komma stehen?” verraten wir Ihnen diesmal, mit welchen Satzzeichen Sie Grußformeln in Briefen richtig abgrenzen.
Im letzten, entspannenden Teil unseres Newsletters erfahren Sie unter „Für Sie nachgeschlagen”, was es mit dem viel zitierten Lieschen Müller und ihrem Pendant Otto Normalverbraucher für eine Bewandtnis hat.

Eine unterhaltsame und aufschlussreiche Lektüre wünscht Ihnen
Ihre Duden-Sprachberatung

Wie schreibt man’s richtig?

Fremdwörter aus dem Englischen - Teil I

Zunächst einmal können Sie aufatmen: Die Schreibung von häufig gebrauchten Fremdwörtern, ob sie nun aus dem Englischen oder aus einer anderen Sprache stammen, ist im Zuge der Rechtschreibreform weitgehend an die allgemeinen Regeln angeglichen worden. Das bedeutet z. B., dass bei der Getrennt- und Zusammenschreibung von Fremdwörtern dieselben Grundregeln zum Tragen kommen wie bei deutschen Zusammensetzungen. Deshalb wird Ihnen im Folgenden auch vieles bekannt vorkommen.

1. Die Grundregel lautet: Substantive schreibt man groß, z. B. (der oder das) Event, (der) Link, (das) Label.

2. Zusammensetzungen aus Substantiv plus Substantiv schreibt man groß und zusammen: Callcenter, Poleposition, Website, Kickboard, Beautyfarm. Hier funktioniert das Prinzip genauso wie bei deutschen Wörtern (z. B. Haustür oder Schirmständer). Auch wenn einer der Bestandteile deutsch, der andere englisch ist, wird zusammengeschrieben: Zeitmanagement, Computerfachmann,Webauftritt. (Das wollen uns viele zwar nicht glauben, es ist aber so!)

3. Zur besseren Lesbarkeit kann man Zusammensetzungen dieser Art auch mit Bindestrich schreiben, wobei die einzelnen Bestandteile – da es sich um Substantive handelt – großgeschrieben werden: Call-Center, Pole-Position, Beauty-Farm, Zeit-Management,Web-Auftritt.

4. Kommt zu solchen Zusammensetzungen noch ein dritter Bestandteil hinzu, so ist auch hier die Zusammenschreibung oder die Schreibung mit Bindestrich(en) möglich, also: Callcenteragent, Callcenter-Agent oder Call-Center-Agent, Beautyfarmbesitzerin, Beautyfarm-Besitzerin oder Beauty-Farm-Besitzerin.

5. Wer angesichts dieser Wortungetüme lieber auf Abkürzungen zurückgreift, dem sei der Bindestrich ans Herz gelegt: IT-Lösung, CD-Brenner, E-Mail-Account oder UMTS-Lizenz.

Jetzt sind Sie bereits mit den wichtigsten Regeln der Fremdwortschreibung im Deutschen vertraut. In der nächsten Ausgabe unseres Newsletters werden wir Ihnen weitere Fälle präsentieren.

Wo muss das Komma stehen?

Häufig nachgefragt in der Duden-Sprachberatung und von den meisten Schreiberinnen und Schreibern wohl nach Belieben gehandhabt: die Zeichensetzung nach Schlussformeln wie „Mit freundlichem Gruß” oder „Mit besten Grüßen”. Mal mit Komma, mal mit Ausrufezeichen, mal mit Punkt, mal völlig ohne Satzzeichen. Richtig ist: Nach Formeln dieser Art steht kein Komma, auch kein Ausrufezeichen oder Punkt. Man schreibt schlicht und einfach:

Mit freundlichen Grüßen
Lieschen Müller

Wenn Sie Ihre Grußformel allerdings in den Briefschluss einbeziehen, dann gilt die reguläre Zeichensetzung, außerdem die normale Groß- und Kleinschreibung:

Ich hoffe, dass wir uns recht bald wiedersehen, und grüße Sie
in alter Verbundenheit.
Lieschen Müller

Für Sie nachgeschlagen

Lieschen [Kurz- u. Kosef. des w. Vorn. Elisabeth]: 1. „L. Müller (die durchschnittliche, keine großen Ansprüche stellende Frau; zu beziehen auf die Durchschnittlichkeit des Vorn. „Lieschen” u. die Häufigkeit des Namens „Müller”: L. Müllers Ansichten, Gewohnheiten. 2. […].

Otto, der; -s, -s [...]. 2. „O. Normalverbraucher (der durchschnittliche, keine großen Ansprüche stellende Mensch, Bürger; wohl nach der Hauptfigur des Spielfilms „Berliner Ballade” [1948]); […].
Aus: Duden – Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. 3. Aufl. Mannheim 1999.

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