Für Freunde der gepflegten Interpunktion haben wir in diesem Artikel ein paar Infos zu Zusätzen parat. Als Zusatz gilt eine Erläuterung, die für einen Satz nicht unbedingt nötig ist. Erfahren Sie in diesem Artikel, was es genau damit auf sich hat.
Ganz grob lassen sich zwei Arten von Zusätzen unterscheiden. Die einen geben sich sofort als solche zu erkennen. Darunter fallen Appositionen (wie Schmitts Haus, das größte in der Straße) oder Datumsangaben (wie am Mittwoch, dem/den 25. März).
Die anderen sind etwas hinterhältig, denn sie können sowohl als Zusatz als auch als Satzglied daherkommen, genauer: als adverbiale Angabe. Solche Angaben können einen Ort, eine Zeit/Dauer, einen Umstand oder einen Grund nennen. Stehen sie am Anfang eines Satzes, passiert – nichts. Ganz in der Nähe hat Rolf ein Tonstudio gemietet. Mit großem Enthusiasmus nimmt er dort seine Songs auf. Spannend wird es, wenn diese Wortgruppen mitten im Satz oder an dessen Ende stehen. Dann müssen Sie nämlich eine Entscheidung treffen:
Soll es ein anständiges Satzglied sein? Dann läuft der Satz ohne Komma einfach durch: Rolf hat ganz in der Nähe ein Tonstudio gemietet. Er nimmt dort mit großem Enthusiasmus seine Songs auf. Oder sehen Sie die Wortgruppe eher als einen nicht so wichtigen Zusatz? Senken Sie beim lauten Lesen an der Stelle vielleicht etwas Ihre Stimme? Dann ist ein Komma sinnvoll – beziehungsweise gleich zwei, wenn der Zusatz mitten im Satz steht. Rolf hat, ganz in der Nähe, ein Tonstudio gemietet. Ist die Satzklammer bereits geschlossen, geht man meistens von einem Zusatz aus: Er nimmt dort seine Songs auf, mit großem Enthusiasmus.
Häufig werden solche Zusätze in der Mitte oder am Ende eines Satzes durch Fügungen wie und zwar, das heißt eingeleitet. Dann steht zwingend ein Komma: Mittlerweile hat Rolf schon fünf Stücke veröffentlicht, allerdings ohne Erfolg. Übrigens könnte ein Zusatz auch in Klammern gesetzt werden. Vielleicht macht Ihnen diese Info die Entscheidung ja ein wenig leichter.