Herkunft und Kon­juga­tion von „rade­brechen“

In der häufig babylonisch anmutenden Sprachverwirrung unserer globalisierten Welt gewinnt man hin und wieder den Eindruck, dass mancher mehr oder weniger radebrechend durchs Leben geht. Erfahren Sie Näheres zu Herkunft und Charakter dieses ungewöhnlichen Verbs.

Im Mittelalter diente oft ein Gerät in Form eines großen Rades der Vollstreckung von Todesurteilen. Der Verurteilte wurde aufs Rad gebunden oder gespannt, er wurde gerädert. In diesem Umfeld entstand auch das Verb radebrechen – es hatte ursprünglich die Bedeutung „jmd. auf dem Rad die Glieder brechen“. Erst später wurde es dann auch in übertragener Bedeutung gebraucht, im Sinne von „eine Sprache schinden und grausam zurichten“. Diese Bedeutung hat es im Grunde bis heute behalten: Wer radebrecht, spricht eine fremde Sprache nur mühsam und unvollkommen. Interessant bei diesem Verb ist auch das Konjugationsmuster. Obwohl es vom unregelmäßig gebeugten Verb brechen abgeleitet ist, wird es dennoch regelmäßig gebeugt, also: du radebrechst, er radebrechte (nicht: *du radebrichst, er radebrach).

Alle Artikel in Grammatik (119)

„Liebe Mit­glieder­innen und Mit­glieder“? – Personen­­bezeich­nungen mit festem Genus

Summary

Heutzutage ist es üblich, Männer und Frauen jeweils einzeln zu bezeichnen, wenn es um gemischtgeschlechtliche Gruppen geht. Dabei kann man jedoch auch übers Ziel hinausschießen. Worauf Sie bei Personenbezeichnungen achten sollten, erfahren Sie in diesem Artikel.

„nur wenn“ – mit oder ohne Komma?

Summary

Gelegentlich treffen das Wörtchen nur und die Konjunktion wenn aufeinander und bereiten vielen Menschen Kopfzerbrechen: Was tun, wenn man nicht weiß, ob und wo bei Sätzen mit „nur“ und „wenn“ ein Komma zu setzen ist? In diesem Artikel erfahren Sie mehr.