Wendungen, wohin man sich wendet

Bildhafte Wendungen bestimmen unseren Sprachalltag ganz wesentlich. Häufig gibt es für die gleiche oder eine ähnliche Aussage unterschiedliche Wendungen in verschiedenen Regionen.

Ich räume nächste Woche den Jackpot im Lotto ab. Da beißt keine Maus den Faden ab. Oder ist das nur so sicher wie das Amen in der Kirche? Egal, Millionär bin ich in beiden Fällen. Mit anderen Worten: Oft stehen uns für einen ziemlich ähnlichen Sinn zwei oder mehr Wendungen zur Verfügung.

Hinzu kommt, dass die metaphorische Fantasie in verschiedenen Gegenden auf ganz unterschiedlichen Schwingen daherschwebt. So spricht man in der Schweiz gern davon, dass etwas unter allem/jedem Hund ist, was anderweitig als unter aller Sau/Kanone (sub omni canone – unter jedem Maßstab) bezeichnet wird. Und während man in Deutschland und Österreich oft dasteht wie der Ochs vorm Berg, tut man das in der Schweiz gern wie der Esel am Berg ­– statt die Beine in die Hand zu nehmen (CH, D) bzw. die Füße unter den Arm (A). Manche wissen halt, wo’s langgeht bzw. wo der Hammer hängt, und andere, wo Bartli bzw. der Bartel den Most holt.

Man sieht, mit der falschen Wendung kann man ganz schön auf die Seife treten. Oder doch eher ins Fettnäpfchen? Da können einem die Tränen kommen (in der Schweiz dann wahrscheinlich das Augenwasser). Und ist es so betrachtet nicht geradezu beruhigend, dass dann aber doch fast überall den Letzten die Hunde beißen?

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