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Verwendungsweisen beim Adjektiv

Erfahren Sie mehr über verschiedene Verwendungsweisen von Adjektiven. 

(1) Attributiv: So bezeichnet man die Funktion von Adjektiven, die den meisten von uns als Erstes in den Sinn kommt, wenn von Adjektiven die Rede ist. Dabei steht das Adjektiv bei einem Substantiv, und zwar im Deutschen in der Regel vor diesem, und flektiert fröhlich vor sich hin. Die Flexion passt sich dabei an die des Substantivs an. Wenn also ein feminines Substantiv im Nominativ Plural dasteht, wird auch das entsprechende Adjektiv im Nominativ Plural Femininum stehen: die schönen Blumen. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die Flexionsform des Adjektivs zusätzlich davon abhängt, ob es stark oder schwach gebeugt wird (ganz grob ist das damit verknüpft, ob davor ein Artikelwort steht oder nicht). Und natürlich gibt es auch das nachgestellte attributive Adjektiv, das gar nicht gebeugt wird (Forelle blau).

(2) Prädikativ: Auch hier geht es darum, dass einem Substantiv eine Eigenschaft zugeschrieben wird, allerdings bleibt das Adjektiv unflektiert. Diese prädikative Verwendung erfolgt häufig nach den Verben sein und werden: Das Leben ist schön. Er wurde nachdenklich. Auch scheinen gehört dazu: Das Mittelchen scheint unbedenklich. Da das Substantiv hier im Nominativ steht, also das Subjekt darstellt, spricht man auch von einem Subjektsprädikativ. Wenn wir das schon so betonen, gibt es logischerweise – Sie ahnen es bereits – auch ein Objektsprädikativ, vorzugsweise nach den Verben heißen, nennen, schelten, schimpfen, schmähen, finden und bei Verbindungen wie ansehen als, bezeichnen als, charakterisieren als, empfinden als, hinstellen als, kennen als, sehen als. Beispiele: Ich finde Grammatik spannend. Der Autor charakterisiert die Hauptperson als sprunghaft.

Kleiner Exkurs: Ein Objektsprädikativ liegt auch dann vor, wenn ein Adjektiv das Ergebnis einer Handlung an einem Objekt beschreibt. Beispielsweise: Sie erkennen mehr, wenn Sie das Bild groß klicken. Als Ergebnis der Handlung des Großklickens ist das Bild groß.

(3) Adverbial: So, und auf diese letzte Funktion wollten wir von Anfang an hinaus. Hier wird das Adjektiv nämlich so wie ein Adverb verwendet, um im Satz eine Umstandsbeschreibung vorzunehmen: Die Erstklässlerin las laut und deutlich. Unsere Sonnenblumen blühten heuer sehr ausdauernd. Teilweise kann es hier zu Überschneidungen mit der prädikativen Funktion kommen, aber das wäre Stoff für einen eigenen Newsletter. Nicht verschweigen wollen wir noch, dass die adverbiale Funktion auch vorliegt, wenn ein nicht flektiertes Adjektiv seinerseits ein anderes Adjektiv näher beschreibt: Das Konzert war unbeschreiblich [adverbiale Funktion] schön [prädikative Funktion]. Die Sonne leuchtete strahlend [adverbiale Funktion] hell [adverbiale Funktion].

Entlassen wollen wir Sie diesmal mit einem kleinen Zuordnungsrätsel: Der Kellner brachte die Suppe heiß/rasch/fröhlich an den Tisch. Eins der Adjektive ist ein Subjektsprädikativ, eines ein Objektsprädikativ und eines wurde adverbial verwendet. Viel Spaß beim Nachdenken!

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