„Schneidend kalter“ oder „schneidender kalter Wind“? – Verbindungen aus zwei Adjektiven

Haben Sie sich schon mal in einer ähnlich schwierigen Lage wie eine andere Person befunden? Oder war es eher eine ähnliche schwierige Lage? In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die Möglichkeiten der Verbindung zweier Adjektive.

Nicht nur beim Wind und bei der Laugenstange, auch bei der Lage gilt es, aufmerksam auf die kleinen Unterschiede zu achten: Denn ein schneidend kalter Wind unterscheidet sich durchaus von ein schneidender kalter Wind und diese beiden wiederum von ein schneidender, kalter Wind.

Im ersten Fall, ein schneidend kalter Wind, übernimmt das Partizip schneidend die Funktion eines Adverbs und bezieht sich ausschließlich auf das Adjektiv kalt. Das heißt dann so viel wie: ein Wind, der auf schneidende Weise kalt ist.

Im zweiten Fall, ein schneidender kalter Wind, bezieht sich das Partizip schneidender auf die ganze Fügung kalter Wind. Das heißt dann so viel wie: ein kalter Wind, der schneidend ist (es wird also bei den kalten Winden zwischen einem Wind, der schneidet, und anderen kalten Winden, die nicht schneiden, unterschieden).

Im dritten Fall, ein schneidender, kalter Wind, gibt es zwei Lesarten: erstens „ein Wind, der schneidend und kalt ist“ (man könnte hier statt des Kommas auch und verwenden), zweitens „ein Wind, der schneidend, mithin kalt ist“ (man könnte hier das Komma durch einen Ausdruck wie und zwar, mithin, nämlich usw. ergänzen).

Und ähnlich feine Bedeutungsunterscheidungen sind zu beachten bei eine ähnlich schwierige Lage, eine ähnliche schwierige Lage und eine ähnliche, schwierige Lage einerseits und zwischen eine frisch gebackene Laugenstange, eine frische gebackene Laugenstange und eine frische, gebackene Laugenstange andererseits. Man vergleiche auch: entsprechend(e)[,] einschlägige Verordnungen, hinreichend(e)[,] gute Gründe.

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