Genus und Artikel von Staaten­namen

Der Umgang mit Staatennamen erweist sich hin und wieder als tückisch. In diesem Abschnitt stellen wir Ihnen einige große Gruppen vor.

Die meisten Staatennamen sind Neutra und werden ohne Artikel gebraucht: Argentinien, Costa Rica, Dänemark, Frankreich usw. Im Genitiv erhalten diese Namen die Endung -s, in den übrigen Kasus bleiben sie jedoch endungslos: die Wirtschaft Boliviens, von Dänemark nach Irland, Entwicklungshilfe für Kenia. Im Genitiv können sie wahlweise auch vor das Substantiv gestellt werden, das sie näher bestimmen, in diesem Fall übernehmen sie gleichzeitig die Funktion des bestimmten Artikels: Boliviens Wirtschaft, Spaniens Geschichte.

Einige Staatennamen sind Feminina und werden ausschließlich mit dem bestimmten Artikel verwendet: die Elfenbeinküste, die Ukraine, die Schweiz, die Mongolei. Diese Namen sind selbst endungslos, während der dazugehörige Artikel gebeugt wird: Er stammt aus der Schweiz, die Grenzen der Mongolei.

Bei einer weiteren Gruppe von Substantiven, ausschließlich Maskulina, sind Artikelgebrauch und Deklination schwankend. Neben den Formen der Iran, der Irak, der Libanon, der Sudan sind auch die artikellosen Formen Iran, Irak, Libanon, Sudan korrekt: die Hauptstadt des Irans/die Hauptstadt Irans, sich im/in Libanon aufhalten. Wird die Form mit Artikel verwendet, kann im Genitiv die Endung -s wegfallen: die Hauptstadt des Irans/des Iran. Interessant ist, dass im allgemeinen Sprachgebrauch die Form mit dem maskulinen Artikel bevorzugt wird, während die artikellose Form als offizielle Variante gilt, die auch das Auswärtige Amt empfiehlt.

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