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Negation

Manche Verben sind so negativ, dass es wirklich reicht. Daher dürfen dann auch die angeschlossenen dass-Sätze oder Infinitivgruppen nicht noch einmal verneint werden: Wir bewahren Sie davor, zu negativ zu werden! (nicht: Wir bewahren Sie davor, *nicht zu negativ zu werden!). Solche Verben, die ausdrücken, dass etwas nicht eintritt, sind etwa: abhalten, ausbleiben, bewahren, sich enthalten, sich hüten, verhindern, verhüten, vermeiden, versagen u. a.
Aber aufgepasst: Bisweilen kann man durchaus sagen wollen, dass ein Nichteintreten nicht eintritt. Dann wäre die Verneinung im dass-Satz bzw. in der Infinitivgruppe durchaus korrekt: Da kann es nicht ausbleiben, dass der Wirtschaftsgipfel nicht von Erfolgen gekrönt wird. Allerdings überfordern solche doppelten Verneinungen leicht die normale Leseraufmerksamkeit, sie sollten daher vermieden werden.
Auch beim Verb sich hüten ist im anschließenden dass-Satz nicht zusätzlich zu verneinen: Hütet euch davor, dass ihr später die Gelackmeierten seid. Das sieht freilich anders aus, wenn davor wegfällt: Hütet euch, dass ihr später nicht die Gelackmeierten seid.
Bisweilen drücken temporale Nebensätze, die mit den Bindewörtern bevor, bis, eh[e] eingeleitet werden, eine Bedingung aus. Wenn diese Nebensätze dann von einem verneinten Hauptsatz abhängen, kann der durch bevor, bis oder ehe eingeleitete Nebensatz zur Not auch selbst noch verneint werden: Die Forschungsabteilung rührt sich nicht, ehe die Unternehmensleitung den Vertrag nicht unter Dach und Fach hat. Besser aber: Die Forschungsabteilung rührt sich nicht, ehe die Unternehmensleitung den Vertrag unter Dach und Fach hat. Ist der Nebensatz allerdings vorangestellt, wird die zusätzliche Verneinung meist bevorzugt: Ehe die Unternehmensleitung den Vertrag nicht unter Dach und Fach hat, rührt sich auch die Forschungsabteilung nicht.