Herkunft und Aussprache von „Quarantäne“

Das Konzept der Quarantäne existiert schon seit dem 14. Jahrhundert, das Wort Quarantäne ist seit dem 17. Jahrhundert belegt. Aber woher kommt dieses Wort? Und wie wird es korrekt ausgesprochen?

Unter einer Quarantäne versteht man die räumliche Isolierung von Personen, die eine ansteckende Krankheit haben könnten, zum Schutz der restlichen Bevölkerung. Diese Isolierung wurde schon im 14. Jahrhundert in den Hafenstädten des Mittelmeerraums praktiziert. Dort mussten Schiffe aus Gebieten, in denen eine ansteckende Krankheit grassierte, an eigens dafür vorgesehenen Plätzen anlegen, und die Besatzung durfte zunächst nicht an Land gehen. Die Dauer dieser Isolation betrug meist 40 Tage. Die Zahl wurde wohl weniger aus medizinischen Gründen gewählt, sondern weil sie bereits in der Bibel Zeiten längerer Zurückgezogenheit kennzeichnet. So soll Jesus 40 Tage mit Beten und Fasten allein in der Wüste zugebracht haben.

Auf Lateinisch heißt „vierzig“ quadraginta; im Vulgärlateinischen war dies zu quar(r)anta geworden. Daraus entwickelten sich italienisch quaranta und altfranzösisch carante bzw. quarante. Im Italienischen entstanden dann für die Zeitspanne der Isolation die Begriffe quarantena bzw. quarantina, die schon Anfang des 17. Jahrhunderts vereinzelt in deutschen Reiseberichten erwähnt wurden. Im Französischen hatte sich über altfranzösisch caranteine/quaranteine das Wort quarantaine herausgebildet. Dieses gelangte im 17. Jahrhundert ins Deutsche, zunächst noch als Quarantaine, später wurde es zu Quarantäne eingedeutscht.

Bei der Aussprache zeigt sich Quarantäne ähnlich schillernd wie bei der Herkunft. Die häufigste Aussprache lautet [karan‘tɛ:nǝ], wobei die ungewohnte Laut-Buchstaben-Kombination /k/ für <qu> der Herkunft aus dem Französischen geschuldet ist. Daneben gibt es aber auch die – vor allem in Österreich vorherrschende – Aussprache, bei der das <qu> so gesprochen wird, wie es in den meisten deutschen Wörtern lautet, nämlich [kvaran‘tɛ:nǝ]. Wer es hingegen etwas näher am Original mag, kann das <an> in der Mitte auch nasalieren: [karã‘tɛ:nǝ]. Diese Aussprachevariante ist allerdings eher unüblich.

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