„Häuschen“, „Bierchen“ und Co. – zur Bedeutung von Diminutiven

Ein Häuschen im Grünen, davon träumt so mancher. Lesen Sie in diesem Artikel, warum es sich bei besagtem Häuschen durchaus um eine ausgewachsene Villa handeln kann. 

Mithilfe der Nachsilben -chen und -lein lassen sich im Deutschen Verkleinerungsformen von Substantiven bilden, die sogenannten Diminutive (häufiger als das ursprünglich vor allem in Süddeutschland verbreitete -lein ist heute -chen). Diese Formen drücken oft nicht so sehr die Verkleinerung aus, vielmehr handelt es sich um Koseformen, die die enge Beziehung oder emotionale Bindung des Sprechers zu der betreffenden Person oder Sache kennzeichnen.

Die tatsächliche Kleinheit oder das geringe Alter lässt sich daher durchaus durch den Zusatz klein ausdrücken, ohne dass dadurch Pleonasmen entstehen: Er träumt von einem kleinen Häuschen im Grünen. Lass uns irgendwo ein kleines Bierchen trinken. Ein entzückendes kleines Kätzchen!

Diminutive können auch vorwurfsvollen oder warnenden Charakter haben: Mit dir muss ich mal ein Wörtchen reden. Schätzchen, du nervst ganz schön!

Zahlreiche Substantive, die keine regelmäßige Beziehung zu einem Grundwort haben, gelten heute nicht mehr als echte Diminutive: Sie hat jeden Tag ein anderes Zipperlein. Als Kind habe ich Kaninchen gehalten.

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