Genitiv auf „-s“ oder „-es“?

Auf vielfachen Wunsch befassen wir uns noch einmal mit der Genitivbildung bestimmter Substantive – ein wahrer Dauerbrenner in unserer Sprachberatung.

Häufig entsteht bei der Genitivbildung ein- und zweisilbiger Substantive im Maskulinum und Neutrum Unsicherheit. Substantive, die auf einen Zischlaut, beispielsweise -ss, -z oder -tz enden, bilden den Genitiv grundsätzlich auf -es, also des Hasses, des Glanzes, des Satzes, des Reflexes. Nur -s wird verwendet bei Substantiven, die auf -en, -em, -el, -er oder auch mit einer Verkleinerungssilbe enden, also etwa des Schwimmens, des Pegels, des Fahrers, des Büchleins, des Gärtchens.

Bei zahlreichen anderen ein- und zweisilbigen Substantiven im Maskulinum und Neutrum sind grundsätzlich beide Formen möglich, häufig spielt der Satzrhythmus eine Rolle. Der vollen Genitivform wird vor allem dann der Vorzug gegeben, wenn der Genitiv vorangestellt wird: des Tages Hitze, des Waldes Kühle. Auch bei Zusammensetzungen mit Fugen-s wird aus Klanggründen oft die -es-Form favorisiert: des Jubiläumsjahres, des Geschäftsfreundes. Bei zweisilbigen Substantiven mit unbetonter Endsilbe findet dagegen eher die kurze Form Anwendung, ebenso bei Substantiven, die auf Vokal oder Vokal + h enden: des Abdrucks, des Mitleids, des Schnees, des Flohs.

Im Rechtschreibduden findet sich das optionale Genitiv-e übrigens unmittelbar hinter dem Artikel in eckigen Klammern, also z. B. Blut, das; -[e]s.

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