Verwendung von Fremd­wörtern

Wir werfen einen Blick auf verschiedene Funktionen von Fremdwörtern.

Für die Wahl eines Wortes ist im Grunde nicht seine Herkunft interessant, sondern die Leistung, die es im Satz zu vollbringen vermag. So haben Fremdwörter in der deutschen Sprache ganz spezifische Funktionen, die die deutschen Entsprechungen oft nicht leisten können. Ihre Verwendung ermöglicht beispielsweise eine deutliche Nuancierung der Stilebenen:
Zur Vorspeise kredenzte die Gastgeberin einen vorzüglichen Champagner – der Kellner schenkte ein zweites Glas Wein ein. Ich bin im Augenblick nicht liquide – ich fürchte, ich bin pleite.

Auch subjektive Haltungen, seien sie positiv oder negativ, lassen sich durch Fremdwörter gut zum Ausdruck bringen: Letztendlich ist er in seiner Hütte elend krepiert. Sein ständiger Defätismus macht mich ganz krank. Das Wort krepieren klingt hier weitaus drastischer als die deutsche Entsprechung sterben, im Defätismus steckt viel mehr Kritik als in der Mutlosigkeit.
Fremdwörter können auch eine Signalfunktion haben, d. h., sie können Aufmerksamkeit erregen. So finden sich Fremdwörter (vor allem Anglizismen) häufig in der Kommunikationsbranche, im Marketing und in der Werbung (Businessclass, Servicepoint, Global Player).

Fremdwörter können darüber hinaus versachlichen, ermöglichen Präzision und Kürze und tragen dazu bei, störende Wiederholungen zu verhindern. Sie grundsätzlich meiden zu wollen, hieße, auf vielfältige sprachliche Möglichkeiten zu verzichten.

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