Fremdwort, Lehnwort oder Erbwort?

Dass Castrop-Rauxel der lateinische Name von Wanne-Eickel sei, ist als Scherz zwar nicht mehr ganz taufrisch, weist aber darauf hin, dass gar nicht immer so leicht zu entscheiden ist, was Fremdwort ist, was nicht.

So, und jetzt erst einmal Pause. Warum? Weil die Quarzuhr/Quartzuhr das anzeigt? Nein, weil Pause und Quarz/Quartz zu jenen vielen, vielen Wörtern zählen, die zeigen, wie fließend der Übergang zwischen einem Fremdwort, einem Lehnwort und einem Erbwort ist.

So würde wohl kaum jemand das Wort Pause als Fremdwort empfinden, obwohl es im Fremdwörterbuch zu finden ist (es geht über das lateinische pausa = „das Innehalten“ auf griechisch pauein = „aufhören“ zurück). Dagegen wird das Wort Quarz oft als Fremdwort verstanden, obwohl es nun wieder ein Erbwort aus den älteren Sprachstufen des Deutschen ist (vielleicht von mittelhochdeutsch querch = „Zwerg“). Quartz – wie man es oft auf Uhren sieht – ist die englische Schreibweise.

Unter einem Fremdwort versteht man ein Wort, das in Aussprache, Schreibweise, Flexion oder Wortbildung dem Deutschen nicht völlig angepasst ist. Davon zu unterscheiden sind Lehnwörter – Wörter aus anderen Sprachen, die kaum oder gar nicht mehr als fremde Wörter erkannt werden, weil sie sich dem Deutschen in allen Belangen angeglichen haben, etwa: Fenster, Ginster (beide über das Lateinische aus dem Etruskischen), Pferd (aus dem [Spät]lateinischen), Kutsche (aus dem Ungarischen), Streik (aus dem Englischen). Solche Lehnwörter findet man daher auch nicht im Fremdwörterbuch.

Wörter wie Pause, Droschke (aus dem Russischen), Kasse (aus dem Italienischen), Keks (aus dem Englischen) liegen irgendwo im Bereich zwischen Fremdwort und Lehnwort. Diese vier Wörter haben z. B. durchaus noch einen Eintrag im Fremdwörterbuch.

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