Groß- oder Klein­schreibung in festen Verbin­dungen

Wir rennen offene Türen ein und haben dann eine schöne Bescherung. Lesen Sie mehr über die Groß- oder Kleinschreibung von Adjektiven in sogenannten festen Verbindungen.

Adjektive (sowie Partizipien und Zahlwörter) schreibt man als Teile von Eigennamen groß:

  • Klingeling, so klingt’s im Großen Belt. Das ist der Schellfisch, der da schellt. (Heinz Ehrhardt)
  • Der Kahle Asten ist gar nicht der höchste Berg Nordrhein-Westfalens.
  • Die Städtischen Krankenanstalten sind nicht die einzigen städtischen Krankenanstalten in unserem Kreisgebiet.

Das gilt im Allgemeinen nicht für substantivische Wortgruppen, die zwar zu festen Verbindungen geworden sind, aber keine Eigennamen darstellen. Hier werden die Adjektive kleingeschrieben: offene Ganztagsschule, Tag der offenen Tür, die öffentliche Hand, italienischer Salat, neues Jahr, die neuen Bundesländer, schwarzes Schaf, das große Latinum, die mittlere Reife etc.

Das gilt auch für Verbindungen, die eine neue idiomatische Gesamtbedeutung gewonnen haben, etwa: schwarzes Brett (= Anschlagtafel), weißer Tod (= Lawinentod) u. Ä. Hier ist Großschreibung aber immerhin möglich, also auch: Schwarzes Brett, Weißer Tod.

Allerdings werden in einigen Wortgruppen Adjektive ganz regelmäßig großgeschrieben, obwohl es sich nicht um Eigennamen handelt. Das sind

  • Titel, Ehren- oder Amtsbezeichnungen: der Erste Vorsitzende, der Heilige Vater, der Regierende Bürgermeister u. Ä.
  • besondere Kalendertage: der Erste Mai, der Heilige Abend u. Ä.
  • fachsprachliche Bezeichnungen von Arten, Unterarten und Rassen: Rußige Falschmaus, Furchenlippige Kerbameise, Fleißiges Lieschen u. Ä.

Zudem werden oft auch in Verbindungen mit terminologischem Charakter die Adjektive großgeschrieben: gelbe/Gelbe Karte, gelbes/Gelbes Trikot, erste/Erste Hilfe, goldener/Goldener Schnitt, kleine/Kleine Anfrage, neue/Neue Medien u. Ä. Für die hier genannten Beispiele empfehlen wir jeweils die Großschreibung des Adjektivs.

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Im Artikel zu englischen Adjektiven auf -y sind wir bereits auf die Feinheiten der Komparativbildung eingegangen. (Dort erfahren Sie übrigens auch, warum Fremdwörter deutsche Wörter sind.) Hier geht es kurz und knapp um die Substantive auf -y.

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