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Die Grundlagen der Intonation

Was ist Intonation?

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Mit Intonation bezeichnet man die melodische Gestalt einer Äußerung. Sie ergibt sich aus der Wahrnehmung von Tonhöheneigenschaften durch das Gehör. Die Intonation ist somit ein auditives Phänomen.

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Als wichtigste akustische Entsprechung zur Intonation gilt die Grundfrequenz. Sie entspricht annähernd der Frequenz, mit der sich die Stimmritze (? 5) im Kehlkopf offnet und schließt. Sie muss aber nicht im Sprechsignal vorhanden sein, damit eine Äußerung mit intonatorischen Eigenschaften wahrgenommen wird. Auch Flüstern, das überhaupt keine periodischen Frequenzanteile aufweist, wird mit einem Tonhöhenverlauf wahrgenommen. In diesem Fall beruht die Wahrnehmung der Tonhöhe auf akustischen Eigenschaften, die sich aus den Geräuschanteilen des Flüsterns ergeben.


Töne

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Tonhöhenverläufe, die gleiche sprachliche Funktionen erfüllen, bilden Realisationen der gleichen Intonationskontur. Eine Intonationskontur lässt sich phonologisch durch eine Folge abstrakter Töne darstellen. Töne sind die kleinsten diskreten Einheiten, die sprachlich relevante Eigenschaften einer Intonationskontur festlegen.

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Man unterscheidet zwischen lexikalischen und intonatorischen Tönen. Lexikalische Töne sind wie einzelne phonologische Laute Bestandteile von Wortformen, und sie tragen ebenso wie die phonologischen Laute zur Unterscheidung zwischen verschiedenen Wortformen bei. Intonatorische Töne sind nicht an bestimmte Einheiten der lexikalischen Ebene gebunden, und ihr Beitrag zur Äußerungsbedeutung ist weitgehend unabhängig von der Wahl einzelner Wortformen. Sprachen, die wie das Mandarin-Chinesische lexikalische Töne aufweisen, heißen Tonsprachen. Sprachen, die wie das Deutsche oder Englische nur intonatorische Töne aufweisen, heißen Intonationssprachen. Daneben gibt es eine Gruppe von Sprachen, die zwar lexikalische Töne aufweisen, aber nur eingeschränkt, etwa in Verbindung mit bestimmten Lexemen (? 982) oder Morphemen (? 25). Diese Sprachen heißen Tonakzentsprachen. Zu ihnen zählen das Schwedische und Japanische, aber auch mittelfränkische Dialekte wie das rheinische Kölsch.

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Für das Deutsche werden zwei intonatorische Töne angenommen: ein Hochton und ein Tiefton. Sie werden mit den Buchstaben H für »hoch« (engl. high) und L für »tief« (engl. low) bezeichnet. Der Tonhöhenverlauf einer Äußerung wird nur an besonderen Stellen durch Töne direkt festgelegt. Diese Stellen werden als phonetische Zielpunkte bezeichnet und grafisch durch blaue Punkte angezeigt. Im folgenden Beispiel ist die Tonhöhe im Bereich der Silben ist, ne, hei, ber und rin durch Töne festgelegt, aber nicht im Bereich der übrigen Silben.

Abb. Ist sie eine Heidelbergerin? Als mp3 abspielen

Ein einzelner Ton kann ferner mehr als einen phonetischen Zielpunkt festlegen. So lassen sich im obigen Beispiel die jeweils benachbarten tiefen Zielpunkte auf je einen L-Ton zurückführen. Dies wird im Folgenden durch Pfeile angedeutet.

Abb. Ist sie eine Heidelbergerin? Als mp3 abspielen

Der Tonhöhenverlauf einer Äußerung ergibt sich aus den phonetischen Zielpunkten der Töne und den Übergängen zwischen diesen Zielpunkten. Die Art der Übergänge lässt sich unter Bezug auf sprachspezifische Interpolationsregeln beschreiben (? 133).

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Intonatorische Merkmale werden nicht als Merkmale von Lauten oder Silben repräsentiert, d. h. von Einheiten der lexikalischen Ebene, sondern auf einer eigenständigen Tonebene, die aber in regelhaften Beziehungen zur lexikalischen Ebene steht. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Beziehungen zur lexikalischen Ebene lassen sich vier Typen intonatorischer Töne unterscheiden: Akzenttöne, Begleittöne, Grenztöne und Phrasentöne. Akzenttöne sind Töne, die an das Auftreten von Akzentsilben gebunden sind. Sie werden durch einen Stern gekennzeichnet (H*, L*). Begleittöne sind Töne, die immer nur zusammen mit einem Akzentton auftreten. Je nachdem, ob ein Begleitton einem Akzentton vorangeht oder folgt, handelt es sich um einen Leitton oder Folgeton. Grenztöne sind Töne, die an das Auftreten prosodischer Phrasen wie der Intonationsphrase (? 128) gebunden sind und an deren Grenzen realisiert werden. Grenztöne von Intonationsphrasen erhalten den Index ? (L?, H?). Für einige Sprachen und Dialekte werden ferner Phrasentöne angenommen. Ihr Auftreten ist ebenfalls an das Vorhandensein einer Phrasengrenze gebunden, sie werden aber gewöhnlich nicht an deren Grenzen realisiert.

Akzenttöne bilden zusammen mit ihren Begleittönen Tonhöhenakzente. Da Begleittöne fakultativ auftreten, können Tonhöhenakzente unterschiedlich komplex sein. Mögliche Tonhöhenakzente sind z.B. H*, H*L, aber auch LH*L.

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Das folgende Schema fasst die Notation von Tonhöhenakzenten und Grenztönen nochmals zusammen:

Abb. Schema Notation von Tonhöhenakzenten und Grenztönen

Eine vollständige Notation des Tonhöhenverlaufs in ? 125 könnte entsprechend wie folgt aussehen (mit »{...}?« werden die Grenzen von Intonationsphrasen angezeigt):

Abb. Ist sie eine Heidelbergerin? Als mp3 abspielen

Tonzuweisung

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Eine Intonationsphrase ist ein Äußerungsabschnitt, der genau eine Intonationskontur umfasst (für Ausnahmen ? 194). Eine Äußerung kann aus einer oder mehreren Intonationsphrasen bestehen. Die Äußerung Maria ist eine Heidelbergerin z.B. kann alternativ auf eine oder zwei Intonationsphrasen verteilt werden. Entsprechend trägt sie eine oder zwei Intonationskonturen.

Abb. MAria ist ein Heidelbergerin
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Intonationskonturen lassen sich unter Bezug auf zwei Arten von Kriterien identifizieren:

  1. (1) Anforderungen an die minimale Struktur einer Intonationsphrase und
  2. (2) phonetische Markierungen der Grenzen von Intonationsphrasen.

Zu (1): Jede Intonationsphrase weist mindestens eine betonte Silbe auf, die einen Tonhöhenakzent trägt. Ferner kann ein Äußerungsabschnitt nur dann als Intonationsphrase gelten, wenn sein Tonhöhenverlauf eine in der gegebenen Sprache mögliche Intonationskontur realisiert.
Zu (2): Phonetische Merkmale, die potenziell für Grenzen von Intonationsphrasen sprechen, sind

  • (i) Diskontinuität im zeitlichen Verlauf (Sprechpausen, Dehnung am Ende der Intonationsphrase, häufig gefolgt von schnellem Einsatz);
  • (ii) Diskontinuität im Frequenzbereich (Unterbrechung des Deklinationstrends (? 134, 196), die in der Regel mit einer Ausweitung des Tonhöhenumfangs und einem erhöhten Einsatz zu Beginn der folgenden Äußerung einhergeht);
  • und (iii) Tonhöhenbewegungen, die sich nicht auf Tonhöhenakzente zurückführen lassen (wie z. B. die finale Anstiegsbewegung auf der letzten Silbe a von Maria in b).

Grenzen von Intonationsphrasen bilden ferner bevorzugte Orte für Atempausen und für einen Sprecherwechsel.

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Der letzte Tonhöhenakzent einer Intonationsphrase wird als nuklearer Akzent bezeichnet. Da Äußerungen mehr als eine Intonationsphrase umfassen können, können sie auch mehr als einen nuklearen Akzent aufweisen. Umfasst eine Äußerung genau eine Intonationsphrase, so entspricht der nukleare Akzent im Deutschen dem traditionellen Satzakzent. Die Silbe, die den nuklearen Akzent trägt, heißt nukleare Silbe (im Folgenden blau hervorgehoben). Da der Tonhöhenverlauf von der nuklearen Silbe bis zum Ende der Intonationsphrase für die funktionale Analyse von besonderer Bedeutung ist, werden diese Konturabschnitte häufig gesondert betrachtet. Sie heißen nukleare Konturen. Tonhöhenakzente, die dem nuklearen Akzent innerhalb einer Intonationsphrase vorangehen, heißen pränukleare Akzente.

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Für jede Sprache lassen sich Regeln angeben, nach denen Töne Einheiten der lexikalischen Ebene zugewiesen werden. Im Deutschen spielt hierbei die Informationsgliederung eine besondere Rolle. Akzenttöne werden Silben zugewiesen, die einen Fokusakzent tragen oder einen anderen Akzent, durch den eine syntaktische Einheit unter informatorischen Gesichtspunkten hervorgehoben wird. Die Zuweisung von Akzenttönen an Fokusakzentsilben erfolgt in drei Schritten:

  • (i) Die Fokus-Hintergrund-Gliederung eines Satzes legt fest, welche syntaktischen Einheiten dieses Satzes hervorgehoben werden. Dies kann der ganze Satz sein oder ein Teil des Satzes.
  • (ii) Es wird diejenige syntaktische Einheit innerhalb der fokussierten Konstituente ausgewählt, die als Trägerin eines Fokusmerkmals imstande ist, den Fokus auf die gesamte Konstituente zu projizieren. Diese Einheit heißt Fokusexponent. Die Regeln für die Identifizierung des Fokusexponenten heißen Fokusprojektionsregeln (vgl. Uhmann 1991).
  • (iii) Unter Bezug auf Wortbetonungsregeln (? 40-42) wird diejenige Silbe innerhalb des Fokusexponenten identifiziert, die den primären Wortakzent (den Hauptakzent) trägt. Diese Silbe fungiert (außer bei bestimmten Formen von kontrastivem Fokus) als Fokusakzentsilbe.

Im Beispiel [FMaria ist eine Heidelbergerin] ist die Silbe hei die Fokusakzentsilbe, Heidelbergerin der Fokusexponent und der ganze Satz die fokussierte Konstituente (angezeigt durch »[F ...]«). Im Beispiel [FMaria] ist eine Heidelbergerin ist die Silbe ri die Fokusakzentsilbe, und Maria ist sowohl Fokusexponent als auch fokussierte Konstituente.

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Innerhalb einer Intonationsphrase kann mehr als ein Fokusakzent auftreten wie im Beispiel Sogar [FMaria] ist keine [Fechte] Heidelbergerin. Davon zu unterscheiden ist die Möglichkeit, in einer Intonationsphrase außer der Fokusakzentsilbe noch weiteren Silben Töne zuzuweisen. Im folgenden Beispiel trägt die Konstituente Maria einen zusätzlichen Tonhöhenakzent, obwohl sie kein Fokusexponent ist und zum Thema, nicht zum Rhema des Satzes gehört (zur Thema-Rhema-Gliederung ? 1858-1888). In diesem Fall liegt mehrfache Akzentuierung vor, jedoch keine mehrfache Fokussierung.

Abb. Wo wohnt Maria? - Maria wohnt in Heidlberg Als mp3 abspielen

Phonetische Realisierung

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Die phonetische Realisierung einer Intonationskontur ist durch eine Folge abstrakter Töne nur unzureichend bestimmt. Für jede Sprache lassen sich Regeln angeben, nach denen Tonsequenzen in einem gegebenen Äußerungskontext phonetisch realisiert werden. Diese Regeln heißen phonetische Realisierungsregeln.

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Phonetische Realisierungsregeln sind erforderlich, um die Tonhöhenwerte für sämtliche Silben einer Äußerung zu ermitteln. Bei Intonationssprachen ist nicht für jede Silbe einer Äußerung ein phonetischer Zielpunkt festgelegt (? 125). Die Tonhöhe von Silben ohne phonetischen Zielpunkt muss unter Bezug auf die Tonhöhenwerte des vorangehenden und des nachfolgenden Zielpunkts bestimmt werden. Diesen Vorgang bezeichnet man als Interpolation.

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Phonetische Realisierungsregeln betreffen ferner die Skalierung von Tönen. Darunter versteht man die Festlegung, wie hoch ein Hochton und wie tief ein Tiefton realisiert wird. Töne geben nicht absolute Werte für die Skalierung ihrer phonetischen Zielpunkte vor. Wie hoch ein Hochton und wie tief ein Tiefton im Einzelfall realisiert wird, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, unter anderem davon, wie sehr eine tontragende Einheit rhythmisch hervorgehoben ist. Die Skalierung von Tönen hängt ferner von deren Position innerhalb der Intonationsphrase ab. Allgemein besteht die Tendenz, Töne unter sonst gleichen Bedingungen umso tiefer zu realisieren, je später sie in der Intonationsphrase auftreten. Da die Referenzwerte für die Hochtöne stärker absinken als die für die Tieftöne, werden gleichermaßen prominente Gipfel zum Ende der Intonationsphrase hin nicht nur tiefer realisiert, sondern auch flacher.

Abb. Intonationsphrase

Dieses Phänomen wird als Deklination (Neigung) bezeichnet. Der Grad der Deklination variiert je nach der Einbettung einer Äußerung in das Gespräch (? 196), möglicherweise auch in Abhängigkeit von der Satzart (Aussagesatz, Fragesatz usw. ? 1387-1403).

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Stehen für die Realisierung einer Tonsequenz nur wenige stimmhafte Laute zur Verfügung, kommt es zu unterschiedlichen Anpassungsprozessen. Einerseits kann es zu einer Reorganisation der Tonsequenz auf der phonologischen Ebene kommen, etwa in Form einer Tilgung von Tönen, andererseits zu Anpassungsprozessen auf der phonetischen Ebene, die als Kompression und Trunkierung bezeichnet werden. Kompression liegt vor, wenn alle phonetischen Zielpunkte im Bereich der verfügbaren stimmhaften Laute realisiert werden. Die Kontur wird auf ein verkürztes Zeitintervall »zusammengedrängt«, was häufig durch eine gleichzeitige Dehnung der tontragenden Silbe erleichtert wird. Trunkierung liegt vor, wenn Töne, für deren Realisierung nicht genügend stimmhafte Laute zur Verfügung stehen, phonetisch unrealisiert bleiben. Die Kontur wird gleichsam »abgeschnitten«.

Abb. Mein Neffe heißt Max
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Intonation und Syntax

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Die syntaktische Struktur einer Äußerung ist in drei Bereichen für die intonatorische Gestaltung relevant:

  • (i) bei der Wahl der Intonationskontur,
  • (ii) bei der Wahl der Domänen für die Tonzuweisung und
  • (iii) bei der Anwendung von Tonzuweisungsregeln.

Im Deutschen legen syntaktische Eigenschaften jedoch in keinem dieser Bereiche intonatorische Eigenschaften vollständig fest. Teils besteht ein nur indirekter Zusammenhang, teils schränkt die syntaktische Struktur in diesen Bereichen die intonatorischen Gestaltungsmöglichkeiten lediglich ein.

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(i) Die Wahl der Kontur ist von der syntaktischen Struktur weitgehend unabhängig. Das Deutsche kennt keine Intonationskonturen, die an syntaktisch definierte Satztypen gebunden sind. Es gibt insbesondere keine eigene »Aussagesatzintonation « oder »Fragesatzintonation«. Allerdings eignen sich syntaktische Konstruktionen unterschiedlich gut, um intonatorisch relevante Funktionen zu erfüllen. Deshalb werden bestimmte syntaktische Konstruktionen eher mit der einen Kontur als mit der anderen kombiniert. So weisen Fragen eine unterschiedliche Kontur auf je nachdem, ob mit ihnen thematisch an Vorhergehendes angeknüpft wird oder nicht. Da sich w-Fragesätze (? 1393) besonders gut für die thematische Anknüpfung an Vorhergehendes eignen (Wann war das? Warum denn?), wird dieser syntaktische Fragetyp besonders häufig mit einer Kontur kombiniert, die typischerweise bei der Anknüpfung an Vorhergehendes verwendet wird (? 177).

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(ii) Auch die Domänen für die Tonzuweisung werden im Deutschen nicht vollständig syntaktisch bestimmt. Die Grenzen von Intonationsphrasen fallen häufig mit den Grenzen syntaktischer Konstituenten zusammen, insbesondere mit Satzund Teilsatzgrenzen, aber die Gliederung einer Äußerung in Intonationsphrasen lässt sich nicht ausschließlich aus der syntaktischen Struktur ableiten. Dies zeigt sich schon daran, dass ein und derselbe Satz auf unterschiedlich viele Intonationsphrasen verteilt werden kann (? 128).

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Intonationsphrasen müssen aber nicht einmal syntaktischen Konstituenten entsprechen. Im folgenden Beispiel bilden Maria mag und jetzt nichts essen keine syntaktischen Konstituenten im traditionellen Sinne. Trotzdem entsprechen sie vollständigen Intonationsphrasen:

{Maria mag}? {wie du dir denken kannst}? {jetzt nichts essen}? Als mp3 abspielen

Häufig fällt auch die Grenze einer Intonationsphrase (IP) nicht mit der stärksten, sondern mit einer schwächeren syntaktischen Grenze zusammen:

Abb. Maria kennt den Mann der gestern angerufen hat Als mp3 abspielen
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Variante (b) ist weniger akzeptabel als Variante (a), obwohl in Variante (b) die zweite Intonationsphrase das gesamte Objekt zu kennen umfasst, in Variante (a) hingegen nur den Relativsatz. Dennoch kann die Aufteilung einer Äußerung auf mehrere Intonationsphrasen zur Unterscheidung verschiedener syntaktischer Strukturen beitragen, etwa bei eingebetteten Infinitivphrasen:

Abb. Ich bedauere nicht studiert zu haben Als mp3 abspielen
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(iii) Die Tonzuweisung innerhalb einer Intonationsphrase ergibt sich im Deutschen ebenfalls nicht unmittelbar aus der syntaktischen Struktur. In der Regel kann jede syntaktische Konstituente einen Fokusakzent und damit einen Tonhöhenakzent tragen. Welche Konstituente tatsächlich akzentuiert wird, ergibt sich aus der Informationsstruktur des Satzes. Nur für die Identifizierung des Fokusexponenten innerhalb einer fokussierten Konstituente kommen Regeln ins Spiel, die unmittelbar auf syntaktische Strukturen Bezug nehmen (vgl. Uhmann 1991).