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Den lieben Gott einen guten/ein guter Mann sein lassen

Bei dieser Wendung handelt es um den – bei Lateinschülern berüchtigten – Akkusativ mit Infinitiv (lateinisch a. c. i. = accusativus cum infinitivo). Das ist eine Konstruktion, mit der zwei Sachverhalte kombiniert werden, indem das Akkusativobjekt des ersten Verbs zugleich als Handlungsträger des zweiten fungiert: Der Kriminalbeamte hört die Flöhe. Die Flöhe husten. Kombiniert: Der Kriminalbeamte hört die Flöhe husten. Im Deutschen ist der Akkusativ mit Infinitiv auf die Verben fühlen, heißen, hören, lassen, machen, sehen, spüren beschränkt.

In einem Satz nun wie Der liebe Gott ist ein guter Mann ist das Verb sein durch einen (prädikativen) Nominativ, nämlich ein guter Mann, erweitert. Auch solch ein Satz mit prädikativem Nominativ kann in einen Akkusativ mit Infinitiv einbezogen werden. Dann wird das ursprüngliche Subjekt zum Akkusativobjekt (den lieben Gott), während der prädikative Nominativ (ein guter Mann) sowohl im Akkusativ wie auch im Nominativ auftreten kann. In festen Redewendungen kommt jedoch überwiegend der Akkusativ vor: Wir lassen den lieben Gott einen guten Mann (selten: ein guter Mann) sein.