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Beugung von „Bundespräsident“

Wie der Mensch, der Bär und der Student gehört der Präsident zu den schwach flektierten Substantiven. Diese Klasse zeichnet sich dadurch aus, dass die Endung stets -en lautet, außer im Nominativ Singular. Somit heißt es jemandem einen Bären aufbinden, des Menschen Wille ist sein Himmelreich oder die Forderungen der Studenten. Insofern ist es also korrekt, wenn wir vom Bundespräsidenten sprechen oder den Bundespräsidenten gerne einmal treffen würden.

Anders als Mensch und Bär wird Präsident aber häufig zusammen mit dem Namen der betreffenden Person verwendet. Beides gilt dann als eine Einheit, bei der nur der letzte Teil, also der Name, flektiert wird – was allerdings nur im Genitiv relevant ist. Demnach spricht man von Bundespräsident Steinmeier, trifft sich mit Bundespräsident Steinmeier oder unterhält sich über Bundespräsident Steinmeiers letzte Auslandsreise. Allgemeiner trifft diese Regel übrigens stets dann zu, wenn ein Substantiv ohne Artikel zusammen mit einem Namen verwendet wird: Königin Elisabeths Thronjubiläum, Tante Ernas Hutsammlung. Doch keine Regel ohne Ausnahme: Ausgerechnet das im Zusammenhang mit Namen wohl am häufigsten verwendete Substantiv tanzt aus der Reihe, nämlich der Herr. Er wird stets flektiert, weshalb wir Herrn Steinmeier grüßen oder Herrn Steinmeiers Gattin bemerken.

Was passiert nun, wenn Herr und Bundespräsident aufeinandertreffen? Schwach flektierte Substantive wie Präsident können nach Herr sowohl gebeugt als auch ungebeugt vorkommen: Wir begrüßen Herrn Bundespräsidenten/Bundespräsident Steinmeier. Die flektierte Form ist dabei häufiger anzutreffen. Gleiches gilt, wenn auch noch der Artikel vor der gesamten Fügung steht: Dem Herrn Bundespräsidenten Steinmeier wurde ein Geschenk überreicht.