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Duden-Newsletter vom 03.03.2014

Liebe Leserin, lieber Leser,

in diesem Newsletter geht es zunächst um die Frage, was passiert, wenn ein Gedankenstrich auf ein anderes Satzzeichen trifft. Koexistieren die beiden friedlich oder wird eins von beiden ausgelöscht? Gleich werden Sie es erfahren.
 
Danach beschäftigen wir uns mit Service, und zwar sowohl mit der Dienstleistung als auch mit dem Essgeschirr.
 
Und da gerade Faschingszeit ist und die Bäckereien alle Arten von Krapfen anbieten, haben wir für Sie nachgeschlagen, wo dieses Wort seinen Ursprung hat.
 
Gute Unterhaltung wünscht Ihnen
 
 
Ihre Duden-Sprachberatung

Was Sie schon immer wissen wollten

Der Gedankenstrich in Verbindung mit anderen Satzzeichen

Wenn zwei sich treffen, kommt es meist zu Wechselwirkungen. So ist es auch bei Satzzeichen. Der Gedankenstrich, der dazu dient, Unerwartetes anzukündigen oder Einschübe zu kennzeichnen, tritt ja nicht im luftleeren Raum auf, sondern innerhalb eines Satzes. Die wichtigste Grundregel lautet dabei, dass durch die Gedankenstriche die Zeichensetzung des Satzes nicht beeinflusst werden darf. Denkt man sich also den Einschub samt den Gedankenstrichen weg, so muss ein Satz mit korrekter Zeichensetzung stehen bleiben. Zunächst die einfachen Fälle: Wenn der Einschub ein Frage- oder Ausrufungszeichen fordert, wird dieses auch hingeschrieben: Und so – du glaubst es nicht!kamen wir erst nach Mitternacht nach Hause. Aberwer wollte das bestreiten?schön war es doch. Befindet sich zwischen den Gedankenstrichen ein ganzer Satz, der eigentlich einen Punkt fordern würde, so entfällt der Punkt: Denndas hatte ich schon immer geahnter war einfach zu bequem.
Nun zu den spannenderen Fällen. Vor einem Doppelpunkt muss – auch wenn das seltsam aussehen mag – der zweite Gedankenstrich noch gesetzt werden: Sie sagtewobei sie heftig schniefte: „Du Schuft!“ Was Kommas anbelangt, so muss man zwischen Kommas, die zum Einschub gehören, und solchen, die zum Hauptsatz gehören, unterscheiden. Für den Einschub gilt, dass die Gedankenstriche die Kommas ersetzen. Deshalb ist der folgende Satz ohne Komma nach „ließ“ korrekt: Das Geschreies erklang in einer Lautstärke, die mich erzittern ließ – dauerte noch ein paar Minuten an. Anders sieht es aus – denken Sie an die Grundregel! –, wenn es um die Kommasetzung im Hauptsatz geht. Wie der vorhergehende Satz zeigt, steht direkt nach dem zweiten Gedankenstrich ein Komma, weil dort ein Nebensatz beginnt. Es könnte auch eine Aufzählung weitergehen oder eine Infinitivgruppe kommen. Genauso kann vor dem ersten Gedankenstrich ein Komma stehen, wenn nämlich eine nachgestellte Erläuterung abgeschlossen werden muss: Else und Hanna, Elses Schwester,wobei mir Else immer lieber warkamen gemeinsam zur Beerdigung. Noch ein abschließender Tipp: Setzen Sie Gedankenstriche lieber sparsam ein, sonst wirkt Ihr Text dadurch schnell „zerhackt“.

Hätten Sie's gewusst?

Service und Service

Wenn Sie wissen möchten, wie Service gebeugt wird, schlagen Sie vermutlich im Wörterbuch nach – ob elektronisch oder gedruckt, ist in diesem Fall egal, denn beide Versionen haben denselben Haken: Das Wort steht zweimal da, jeweils mit unterschiedlichen Flexionsendungen. Da die meisten Leute daran interessiert sind, wie der Service, also das englische Wort für „Dienstleistung“, gebeugt wird, beginnen wir damit. Zunächst: Hier wäre auch der neutrale Artikel richtig, das Service, was sich aber wegen der Verwechslungsgefahr nicht empfiehlt. Der Genitiv bleibt endungslos, im Plural wird ein -s angehängt: Die Schnelligkeit des Kundenservice war stets lobenswert. – Die Firma bietet eine breite Palette an Services.
Demgegenüber verhält sich das Service, das französische Wort für „Tafelgeschirr“, fast umgekehrt. Der Genitiv kann endungslos sein oder ein -s bekommen, während der Plural keine Flexionsendung erhält: Die Hälfte des Service[s] war bereits ausgeschlagen. – Zur Hochzeit hatte das Paar mehrere Service erhalten.
Zusätzlich ist natürlich die unterschiedliche Aussprache zu beachten: der Service ['zø:ɐ̯vɪs] und das Service [zɛr'vi:s].

Für Sie nachgeschlagen

Krapfen

Das Gebäck ist nach seiner ursprünglichen Form als „Haken“ benannt. Neuhochdeutsch Krapfen geht zurück auf mittelhochdeutsch krāpfe „hakenförmiges Gebäck“, das identisch ist mit krāpfe „Haken, Klammer“ (althochdeutsch krāpho „Haken, Kralle, Klaue“). Das Wort gehört mit den unter Krampe und Krampf behandelten nasalierten Formen zu der Wortgruppe von Kringel.
 
Aus: Duden – Das Herkunftswörterbuch. Berlin 2014.

Montag, 3 März, 2014