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Duden-Newsletter (19.03.10)

Liebe Leserin, lieber Leser,

vielleicht trinken Sie ja auch ab und zu gern einen starken Espresso? Oder lieber einen Cappuccino? Möglicherweise bevorzugen Sie aber auch einen (oder: eine) Latte macchiato? Woher diese Bezeichnungen stammen und wie man sie ausspricht, das lesen Sie in den ersten beiden Rubriken unserer heutigen Ausgabe.

Schließlich haben wir noch im Neuen Wörterbuch der Szenesprachen nachgeschlagen, was es mit den sogenannten Latte-macchiato-Mamas auf sich hat.

Gute Unterhaltung wünscht Ihnen

Ihre Duden-Sprachberatung


Was Sie schon immer wissen wollten

Espresso

Ein starker Espresso zum Frühstück oder nach dem Essen erfreut sich bei vielen großer Beliebtheit. Von manchen wird er auch gern (fälschlicherweise) „Expresso” genannt. Doch mit einer Expresslieferung hat dieser extra starke, mit hohem Druck zubereitete Kaffee aus dunkel gerösteten Bohnen nichts zu tun. Das Wort geht vielmehr zurück auf das italienische caffè espresso, womit ein Kaffee bezeichnet wird, der auf ausdrücklichen Wunsch eigens für den Gast zubereitet wurde. Das x, welches sich manchmal in die Aussprache einschleicht, gab es nur im Lateinischen (lateinisch expressus = ausgedrückt, ausdrücklich); zum Italienischen hin wurde es zu einem s assimiliert.

Hätten Sie’s gewusst?

Cappuccino und Latte macchiato

Der Cappuccino hat seinen Namen vom italienischen Wort für „Kapuze” (cappuccio), weil seine Farbe der Kutte der Kapuzinermönche ähnelt. Aufpassen sollten Sie sowohl bei der Schreibung, da zweimal Doppelkonsonanten auftauchen, als auch bei der Aussprache: Vor dem i wird das Doppel-c wie „tsch” gesprochen.
Daneben ist der Cappuccino auch in Sachen Wortbildung sehr aktiv: Hersteller oder Gastwirte nehmen einfach die letzten zwei Silben dieses Wortes und hängen sie an andere Wörter an, um neu kreierte Spezialitäten zu benennen. So kann man Mochaccino oder Chococcino und Ähnliches mehr bestellen, wobei es hier weniger um eine bestimmte Zubereitungsart als vielmehr um Kreativität geht. Dabei hat -ccino alleine eigentlich gar keine Bedeutung, denn -ino ist lediglich eine italienische Verkleinerungsnachsilbe.

Bleibt noch Latte macchiato, ein Wort, welches schon beim Genus Schwierigkeiten bereitet. Richtig ist sowohl der Latte macchiato, da das italienische Wort latte maskulines Genus hat, als auch die Latte macchiato, da die deutsche Entsprechung Milch feminines Genus aufweist. Wortwörtlich handelt es sich bei diesem Getränk um „gefleckte Milch”.
Auch hier halten Aussprache und Schreibung Fallstricke bereit. Denn obwohl das Doppel-c in macchiato zur Aussprache „tsch” verführt, wird „makkiato” gesprochen. Dafür ist das h verantwortlich, das im Schriftbild keinesfalls vergessen werden darf.

Für Sie nachgeschlagen

Latte-macchiato-Mama

Moderne Mütter sitzen nicht mehr isoliert zu Hause und hüten ihr quäkendes Bündel. Statt sich dem Hausfrauendasein zu ergeben, leben sie einen neuen Lifestyle. Trendige Mamas verabreden sich zum Shoppen, hängen mit ihren Kindern stundenlang in Szenecafés rum und trinken Modekaffees. Die kleinen werden dabei gerne mit einem Kinderlatte, der nur aus Milchschaum besteht, ruhiggestellt. Gehäuft trifft man diese neue Müttergeneration in den Szenevierteln urbaner Metropolen, in denen Kinder mittlerweile zu einem echten Modeaccessoire und Statussymbol geworden sind.

Aus: Duden, Das neue Wörterbuch der Szenesprachen. Mannheim 2009.

Freitag, 19 März, 2010