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Duden-Newsletter (18.03.11)

Liebe Leserin, lieber Leser,

was politisch oder geografisch zusammengehört, ist ja nicht selten umstritten. Das gilt auch für die Getrennt- oder Zusammenschreibung oder die Schreibung mit Bindestrich von geografischen Bezeichnungen wie Französisch-Guayana, Vierwaldstätter See o. Ä. Darüber erfahren Sie mehr in der ersten Rubrik.

Danach geht es um das, was eigentlich zusammengehört, aber gelegentlich doch getrennt werden muss, zum Beispiel am Zeilenende. Die Frage ist nur, wie? Bei geografischen Namen, wie etwa bei Norderney, Mainau oder Pankow, ist das nicht immer so klar.

Schließlich haben wir noch für Sie nachgeschlagen, woher der Ausspruch Niemand ist eine Insel stammt.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen

Ihre Duden-Sprachberatung

Was Sie schon immer wissen wollten

Ableitungen geografischer Namen auf -er und -[i]sch

Geografische Bezeichnungen, die ein aus einem Ortsnamen abgeleitetes Adjektiv auf -er enthalten, schreibt man in der Regel getrennt: Teutoburger Wald, Magdeburger Börde, Steinhuder Meer. In manchen Fällen ist es dagegen üblich zusammenzuschreiben: Böhmerwald, Wienerwald. Auch Doppelschreibungen kommen vor: Wörther See / Wörthersee, Vierwaldstätter See / (in der Schweiz aber:) Vierwaldstättersee, Genfer See / (in der Schweiz meist:) Genfersee usw.

Einen Bindestrich setzt man in der Regel bei Verbindungen mit Adjektiven auf -isch, die von Orts-, Länder- und Völkernamen abgeleitet sind: Spanisch-Guinea (heute: Äquatorialguinea), Britisch-Kolumbien, Französisch-Guayana usw. Allerdings findet man nicht selten davon abweichende behördliche Schreibungen, etwa: Hessisch Oldendorf, Bergisch Gladbach, Schwäbisch Hall, Bayrischzell.

Hätten Sie's gewusst?

Worttrennung bei geografischen Namen

In der Regel trennt man zusammengesetzte Wörter und Wörter mit Vorsilben zunächst einmal nach ihren erkennbaren Bestandteilen und in den kleineren Einheiten dann nach Sprechsilben.

Bei geografischen Namen sind aber solche Bestandteile häufig nicht so klar erkennbar. So heißt sowohl -oog in Spiekeroog als auch -ey in Norderney so viel wie "Insel", beides wäre also ein Wortbestandteil eines zusammengesetzten Wortes. Dennoch trennt man auf der einen Seite "Spie-ker-oog" (hier ist -oog zugleich Sprechsilbe); auf der anderen Seite trennt man "Nor-der-ney" (hier ist -ey keine Sprechsilbe und wird auch nicht mehr als eigenes Wort identifiziert).

Verwandt mit friesisch ey ist übrigens auch Au bzw. Aue. Hier schwanken die Trennungen ebenfalls. "Kün-zels-au" ist nur so trennbar, da -au zugleich Sprechsilbe ist. Bei "Wach-au/Wa-chau", "Main-au/Mai-nau" oder "Rei-chen-au/Rei-che-nau" sind unterschiedliche Trennungen möglich - entweder nach Bestandteilen oder aber nach Sprechsilben, da -au in diesen Ortsbezeichnungen einerseits keine Sprechsilbe, aber andererseits vielleicht doch als Wort erkennbar ist.

Adjektive auf -er, die aus Ortsnamen mit der slawischen Nachsilbe -ow abgeleitet sind, werden vor dem w getrennt, obwohl dieses nicht ausgesprochen wird: "Pan-ko-wer, Güs-tro-wer, Tel-to-wer".

Für Sie nachgeschlagen

Niemand ist eine Insel

Die sentenzhafte Feststellung, dass niemand für sich existiert, geht auf den englischen Dichter und Geistlichen John Donne (1572 - 1631) zurück. In der Meditation der 17. Andacht seiner Devotions upon Emergent Occasions heißt es: No man is an island, entire of it self ("Kein Mensch ist eine Insel, ganz für sich").

Das Zitat wurde häufig als Titel verwandt: Thomas Merton: No man is an Island (1955) - auf Deutsch: Keiner ist eine Insel (1956), Honor Arundel: Kein Mensch ist eine Insel (1972) als Titel der deutschen Übersetzung von The Terrible Temptation, Johannes Mario Simmel: Niemand ist eine Insel (1976).

Aus: Duden 12, Zitate und Aussprüche. Mannheim 2008.

Freitag, 18 März, 2011