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Duden-Newsletter (18.02.13)

Liebe Leserin, lieber Leser,

Schloss oder Schloß, Strasse oder Straße? Immer noch herrscht häufig Unsicherheit, wenn es um die Schreibung mit ss oder ß geht. Auf vielfachen Wunsch haben wir im heutigen Newsletter die wichtigsten Punkte noch einmal zusammengefasst.
 
Wissenswertes zu Straßennamen lesen Sie dann im zweiten Teil und nachgeschlagen haben wir diesmal, woher die Maxime My home is my castle stammt.
 
Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen
 
Ihre Duden-Sprachberatung

Was Sie schon immer wissen wollten

ss oder ß?
 
Bei der Wiedergabe des stimmlosen s-Lauts wird je nach Stellung und Umgebung im Wort ss oder ß geschrieben. In der Regel steht nach kurzem Vokal ss: Die Baroness im Schloss erfuhr aus verlässlicher Quelle, dass ihr Boss von seinem missgünstigen Tross noch nichts wusste.
Zu beachten ist, dass das Doppel-s auch in Zusammensetzungen erhalten bleibt: Man versuchte, der Missstimmung mit Nussschokolade entgegenzuwirken.
Keine Regel ohne Ausnahme: Hast du was, dann bist du was!
Auch Wörter auf -nis und bestimmte Fremdwörter werden nur mit s geschrieben, obwohl ihr Plural mit ss gebildet wird: Zeugnis, Bus (trotz: Busse).
 
Nach langem Vokal oder Diphthongen (Verbindungen aus zwei Vokalen) wird der stimmlose s-Laut in der Regel als ß wiedergegeben: Auf der Straße überreichte er ihr grußlos einen Blumenstrauß.
Ausnahmen gibt es natürlich auch hier: Ohne Fleiß kein Preis!
Soll ein Wort, das ein ß enthält, in Großbuchstaben geschrieben werden, wird ß durch ss ersetzt: STRASSE.
Übrigens: Die Schweizer machen es sich etwas leichter. Im Allgemeinen wird das sogenannte scharfe S nicht verwendet, Doppel-s ist die Regel.

Hätten Sie's gewusst?

Straßennamen
 
Generell folgt die Rechtschreibung von Straßennamen den üblichen orthografischen Richtlinien. Verbindungen aus substantivischem Erstglied und einem für Straßennamen typischen Zweitglied schreibt man zusammen: Brunnenweg, Augustaanlage, Beethovenplatz – ebenso Verbindungen mit Namen auf -er, sofern die Endung fester Bestandteil des Namens ist: Herderplatz, Am Römertor, Wittelsbacherring, Adenauerplatz. Hier ist allerdings Vorsicht geboten. Ableitungen auf -er von Orts- und Ländernamen werden nämlich getrennt geschrieben: Mainzer Straße, Kölner Allee, Pariser Platz.
 
Großgeschrieben wird grundsätzlich das erste Wort eines Straßennamens – ebenso Adjektive oder Zahlwörter, die Teil des Namens sind, Artikel und Präpositionen jedoch nur am Anfang: Breite Straße, In der Mittleren Holdergasse, Am Warmen Damm, An den Drei Pfählen.
Bindestriche werden gesetzt, wenn der erste Bestandteil des Straßennamens aus mehreren Wörtern besteht: Dr.-Kissinger-Straße, Berliner-Tor-Platz, Ernst-Ludwig-Kirchner-Straße.

Für Sie nachgeschlagen

My home is my castle
 
Diese englische Maxime (übersetzt „Mein Heim ist meine Burg“) geht auf den englischen Juristen und Politiker Sir Edward Coke (1552 – 1634) zurück. Im 3. Band seiner Sammlung und Interpretation alter englischer Gesetze und Gerichtsbeschlüsse („Institutes“) schrieb er, dass es einem Hausherrn sehr wohl gestattet sein müsse, sich gegen Diebe, Räuber und Angreifer zur Wehr zu setzen und zusammen mit Freunden und Nachbarn seinen Besitz mit Waffengewalt zu verteidigen, for a man’s house is his castle („denn eines Mannes Haus ist seine Burg“; 3rd Institute, cap. 73). Der Satz wurde in der Form An Englishman’s home is his castle bald im Englischen populär und fand vor allem in der Abwandlung My home is my castle dann auch im Deutschen Verbreitung. Man zitiert ihn heute, um zum Ausdruck zu bringen, dass alles, was in den eigenen vier Wänden geschieht, niemanden etwas angeht und diese Privatsphäre für alle anderen tabu ist.
 
Aus: Duden 12, Zitate und Aussprüche. Mannheim 2008.

Montag, 18 März, 2013