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Duden-Newsletter (17.04.09)

Liebe Leserin, lieber Leser,

das Handy ist aus unserem Leben gar nicht mehr wegzudenken. Das Statistische Bundesamt hat ermittelt, dass die Handyausstattung in deutschen Haushalten die 80-Prozent-Marke längst überschritten hat, in vielen Haushalten gibt es bereits keinen Festnetzanschluss mehr; der Trend geht zum Zweithandy. Kein Wunder, dass uns das kleine Telefon in der Tasche auch sprachlich beschäftigt - unser heutiger Newsletter steht ganz im Zeichen des Handys!

Wissenswertes zur Herkunft des Begriffs finden Sie im ersten Teil, die Pluralbildung beschäftigt uns in unserer zweiten Rubrik und schließlich haben wir noch allerhand Interessantes zum Thema SMS & Co nachgeschlagen.

Viel Spaß bei der Lektüre wünscht Ihnen

Ihre Duden-Sprachberatung

 

 

Was Sie schon immer wissen wollten

 

Herkunft des Wortes Handy

Hundertprozentig geklärt ist die Herkunft des seit der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts gebräuchlichen Substantivs mit der Bedeutung Mobiltelefon leider nicht, um eine direkte Übernahme aus dem Englischen handelt es sich jedenfalls nicht. Unser Handy wird im britischen Englisch als mobile phone, im amerikanischen Englisch als cell(ular) phone bezeichnet.

Das englische Adjektiv handy bedeutet eigentlich handlich, griffbereit, was unser kleines Telefon ja in der Tat ist. Wahrscheinlich ist, dass wir es mit einer anglisierenden Bildung zum Substantiv hand - die Hand zu tun haben. (Nicht belegt ist übrigens auch die häufig zitierte Interpretation, das Wort Handy stamme aus dem Schwäbischen, ein Bewohner dieser Region habe beim ersten Anblick eines Mobiltelefons spontan gefragt: Henn die koi Kabel?)

Die Begriffe Handy und Mobiltelefon sind übrigens nur bedingt Synonyme. Ein Handy ist ein kleines, handliches, netzunabhängiges Funktelefon, während das Mobiltelefon generell ein ohne Kabel funktionierendes Telefon ist. Demnach ist ein Handy zwar immer ein Mobiltelefon, nicht jedes Mobiltelefon ist jedoch zwangsläufig ein Handy, es kann sich beispielsweise auch um ein Autotelefon handeln.

 

Hätten Sie’s gewusst?

Pluralbildung von Handy

Bei im Deutschen geläufigen Fremdwörtern aus dem Englischen, die auf -y enden, wird die Pluralendung -s einfach an das -y angefügt. Die Schreibung auf -ies, wie sie im Englischen üblich ist, gilt hier nicht. Korrekt ist nur die Pluralbildung auf -s, also Babys, Handys, Partys, Ponys, Storys, Teddys. Eine Ausnahme bilden lediglich Eigennamen oder Zitatwörter, für die weiterhin die englische Schreibung gilt, z. B. Grand Old Ladies.

Eine Unsitte, die sich in letzter Zeit vor allem in der Werbung breitmacht, ist das Setzen von Apostrophen in den Genitivformen dieser Wörter. Bitte nicht: Die Bedienung unseres/unserer Handy’s ist supereinfach, sondern … unseres/unserer Handys…

 

Für Sie nachgeschlagen

SMS & Co

Eine SMS (Short Message Service) ist eine schriftliche Kurzmitteilung auf dem Handy, in der Regel mit einer Zeichenobergrenze von 160 Zeichen. Für eine SMS schreiben haben sich die Verben SMSen/smsen (es-em-essen) bzw. simsen eingebürgert. Durchschnittlich ist eine SMS 90 Zeichen lang und dies nicht nur in Deutschland. In Japan werden unserer SMS vergleichbare Kurznachrichten shooto meeru (von engl. short mail) genannt, die je nach Anbieter eine andere Zeichenobergrenze haben. Die Weiterentwicklung der SMS zur multimedialen MMS (Multimedia Messaging Service) war mit hohen Erwartungen seitens der Anbieter verbunden, diese haben sich aber bisher nicht erfüllt. Während 86 % aller Handynutzer SMS verschicken, werden MMS nur zu 27 % verschickt, ein Großteil davon sind Bilder.

Freitag, 17 April, 2009