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Duden-Newsletter (01.02.13)

Liebe Leserin, lieber Leser,

ein Dauerbrenner der Interpunktion macht heute den Anfang, nämlich das Komma vor „und“. Wann muss es stehen, wann darf es nicht stehen? Wir haben einmal zwei knifflige Fälle herausgesucht.
 
Anschließend beschäftigen wir uns mit der Frage, wie viele Klassen für eine Klassenfahrt nötig sind.
 
Falls Sie sich schon immer gefragt haben, was genau ein Kobold sein soll – im letzten Teil finden Sie die Antwort.
 
Gute Unterhaltung wünscht Ihnen
 
Ihre Duden-Sprachberatung

Was Sie schon immer wissen wollten

Komma vor „und“
 
Auch bei Aufzählungen gibt es Fälle, in denen sich ein „und“ mit einem Komma vertragen muss. Schuld daran ist ein Einschub, ein Nebensatz oder eine Infinitivgruppe, die jeweils vor dem „und“ eingeschoben sein können. Beispielsweise: „Ich mag Katzen, Hunde, die nicht haaren, und Mäuse.“ Hier beginnt der Relativsatz, der die Hunde näher beschreibt, mit einem Komma. Damit der übergeordnete Satz weiterlaufen kann, muss der Nebensatz erst wieder mit einem Komma abgeschlossen werden. Entsprechendes gilt für Einschübe: „Ginny, unsere Katze, und Nachbars Terrier“. Hier handelt es sich um zwei Tiere, da „unsere Katze“ identisch ist mit „Ginny“. Anders in „Ginny, unsere Katze und Nachbars Terrier“, wo sich drei Tiere in einer Aufzählung tummeln.
 
Besonders gern vergessen wird das Komma vor „und“, wenn zwei Hauptsätze mit „und“ verbunden werden. Eine beliebte Schlussformel in Briefen lautet: „Wir hoffen, dass wir Ihnen helfen konnten, und verbleiben mit freundlichen Grüßen“. Die beiden Hauptsätze „wir hoffen, [dass]“ und „[wir] verbleiben mit freundlichen Grüßen“ sind durch „und“ miteinander verbunden. Im ersten Hauptsatz taucht jedoch am Ende ein Nebensatz auf, der mit einem Komma abgetrennt wird. Wie im Beispiel oben ist das Komma notwendig, um auf die Hauptsatzebene zurückzukehren. Übrigens ist zwar meistens das „und“ von diesen Regeln betroffen, aber sie gelten entsprechend auch für die beiordnenden Konjunktionen „oder“, „sowie“ und „beziehungsweise“.

Hätten Sie's gewusst?

Fugenelemente
 
Über das Fugen-s haben wir Sie an dieser Stelle schon öfter informiert, heute geht es einmal um seine „Kameraden“, nämlich um das Fugen -e, -er und -en. Im Gegensatz zum Fugen-s geht es bei diesen Fugenzeichen nicht nur um die Frage, ob sie stehen sollten oder nicht. Viele fragen sich auch, ob sie einen inhaltlichen Unterschied bewirken, denn es handelt sich hier formal um Pluralendungen, die in der Regel auch nur an das „passende“ Substantiv angehängt werden.
 
Wir sagen „Hühnerei“, „Hundehütte“ oder „Klassenfahrt“. Wie Sie sich jedoch bereits beim Hühnerei denken können, stammen diese Fugenelemente zwar von den Pluralformen, aber sie drücken keinen Plural mehr aus. Um ein Hühnerei zu legen, reicht ein Huhn, in der Hundehütte wohnt meist nur ein Hund, und die Klassenfahrt darf auch dann schon als solche bezeichnet werden, wenn nur eine Klasse mitfährt. Eine Unterscheidung danach, ob eine oder mehrere Klassen beteiligt sind, ist somit nicht möglich – es bleibt stets bei der „Klassenfahrt“.

Für Sie nachgeschlagen

Kobold
 
Das nur deutsche Wort (mittelhochdeutsch kóbolt und kobólt) bezeichnete ursprünglich einen guten Hausgeist, dann allgemein einen neckischen Geist, der Gutes tun oder Schaden anrichten kann. Es handelt sich wahrscheinlich um eine verdunkelte Zusammensetzung, deren erster Bestandteil das unter Koben „Verschlag, Stall, Häuschen“ behandelte Wort ist, während der zweite Bestandteil zu hold (vgl. Unhold und Frau Holle) oder zu walten (vgl. -walt in Zusammensetzungen) gehören kann. Demnach würde Kobold eigentlich „Stall-, Hausgeist“ bzw. „Stall-, Hauswalter“ bedeuten.
 
Aus: Duden 7, Das Herkunftswörterbuch. Mannheim 2007.

Montag, 18 März, 2013