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ver­grei­fen

Wortart: starkes Verb
Häufigkeit: ▮▮▯▯▯
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Rechtschreibung

Worttrennung: ver|grei|fen
Beispiele: sich an jemandem, an einer Sache vergreifen; du hast dich im Ton vergriffen

Bedeutungsübersicht

    1. danebengreifen
    2. etwas in seiner Art Falsches, Unpassendes, Unangebrachtes o. Ä. wählen
  1. sich etwas aneignen
  2. gegen jemanden tätlich werden, jemandem Gewalt antun

Synonyme zu vergreifen

  • danebengreifen, vorbeigreifen
  • einen Fehler machen, einen Fehlgriff tun; (salopp) ins Klo greifen
  • sich aneignen, an sich nehmen/reißen, sich beschaffen, Besitz ergreifen, sich besorgen, sich einverleiben, erbeuten, in Besitz nehmen/bringen, sich zu eigen machen; (gehoben) sich bemächtigen; (umgangssprachlich, oft abwertend) einstecken, einstreichen; (salopp) abstauben, kaschen, sich unter den Nagel reißen
  • missbrauchen, tätlich werden, sich vergehen, vergewaltigen; (gehoben verhüllend) Gewalt antun

Aussprache

Betonung: vergreifen

Grammatik

sich vergreifen; Perfektbildung mit »hat«
PräsensIndikativKonjunktiv IImperativ
Singularich vergreifeich vergreife 
 du vergreifstdu vergreifest vergreif, vergreife!
 er/sie/es vergreifter/sie/es vergreife 
Pluralwir vergreifenwir vergreifen 
 ihr vergreiftihr vergreifet 
 sie vergreifensie vergreifen 
PräteritumIndikativKonjunktiv II
Singularich vergriffich vergriffe
 du vergriffstdu vergriffest
 er/sie/es vergriffer/sie/es vergriffe
Pluralwir vergriffenwir vergriffen
 ihr vergrifftihr vergriffet
 sie vergriffensie vergriffen
Partizip I vergreifend
Partizip II vergriffen
Infinitiv mit zu zu vergreifen

Bedeutungen, Beispiele und Wendungen

    1. danebengreifen

      Herkunft

      mittelhochdeutsch vergrīfen = falsch greifen; einschließen, umfassen

      Beispiel

      die Pianistin, der Gitarrist hat sich mehrmals vergriffen (hat mehrmals falsche Töne gespielt)
    2. etwas in seiner Art Falsches, Unpassendes, Unangebrachtes o. Ä. wählen

      Herkunft

      mittelhochdeutsch vergrīfen = falsch greifen; einschließen, umfassen

      Beispiel

      sich im Ton, Ausdruck, in der Wahl seiner Mittel vergreifen
  1. sich etwas aneignen (1)

    Beispiele

    • sich an fremdem Eigentum, Besitz vergreifen
    • er hat sich an der Kasse vergriffen (hat widerrechtlich Geld aus ihr entnommen)
  2. gegen jemanden tätlich werden, jemandem Gewalt antun

    Beispiele

    • sich an einem Schwächeren vergreifen
    • er wollte sich an dem Kind vergreifen (wollte es sexuell missbrauchen)
    • <in übertragener Bedeutung>: ich werde mich an deinem Computer nicht vergreifen (werde mich aus Furcht vor unsachgemäßer Behandlung gar nicht damit befassen)

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