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krie­chen

Wortart: starkes Verb
Häufigkeit: ▮▮▮▯▯
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Rechtschreibung

Worttrennung: krie|chen
Beispiele: du krochst; du kröchest; gekrochen; kriech[e]!

Bedeutungsübersicht

  1. (von bestimmten Tieren) sich mit dem ganzen Körper dicht am Boden oder unmittelbar über dem Boden gleitend, meist nicht schnell fortbewegen
    1. (von Tieren und Menschen) sich mit an den Boden gedrücktem Körper fortbewegen
    2. sich an einen bestimmten Ort begeben, in eine bestimmte Stelle hineinkriechen; sich verkriechen
  2. (von Pflanzen, die nicht in die Höhe wachsen) sich mit ihren Trieben, Ausläufern o. Ä. am Boden ausbreiten
  3. (besonders von Fahrzeugen, Kolonnen o. Ä.) sich aufgrund einer Behinderung o. Ä. besonders langsam fortbewegen
  4. (abwertend) sich unterwürfig verhalten; allzu dienstfertig sein gegenüber einer höhergestellten Person
  5. (Technik) (von festen Werkstoffen) sich bei bestimmter Temperatur und Beanspruchung plastisch verformen, dehnen

Synonyme zu kriechen

Aussprache

Betonung: kriechen🔉

Herkunft

mittelhochdeutsch kriechen, althochdeutsch kriochan, ursprünglich = (sich) drehen, (sich) winden, verwandt mit Kringel

Grammatik

PräsensIndikativKonjunktiv IImperativ
Singularich kriecheich krieche 
 du kriechstdu kriechest kriech, krieche!
 er/sie/es kriechter/sie/es krieche 
Pluralwir kriechenwir kriechen 
 ihr kriechtihr kriechet 
 sie kriechensie kriechen 
PräteritumIndikativKonjunktiv II
Singularich krochich kröche
 du krochstdu kröchest, kröchst
 er/sie/es krocher/sie/es kröche
Pluralwir krochenwir kröchen
 ihr krochtihr kröchet, kröcht
 sie krochensie kröchen
Partizip I kriechend
Partizip II gekrochen
Infinitiv mit zu zu kriechen

Bedeutungen, Beispiele und Wendungen

  1. (von bestimmten Tieren) sich mit dem ganzen Körper dicht am Boden oder unmittelbar über dem Boden gleitend, meist nicht schnell fortbewegen

    Grammatik

    Perfektbildung mit »ist«

    Beispiele

    • Würmer, Schnecken kriechen
    • eine Raupe kroch über den Weg
    • <in übertragener Bedeutung>: nicht mehr kriechen können (nicht mehr gehen können, alt und gebrechlich sein)
    1. (von Tieren und Menschen) sich mit an den Boden gedrücktem Körper fortbewegen

      Grammatik

      Perfektbildung mit »ist«

      Beispiele

      • auf dem Bauch, auf allen vieren durchs Zimmer kriechen
      • der Dachs kriecht aus seinem, in seinen Bau
      • <in übertragener Bedeutung>: der Nebel kroch (zog langsam) durchs Tal
    2. sich an einen bestimmten Ort begeben, in eine bestimmte Stelle hineinkriechen; sich verkriechen

      Grammatik

      Perfektbildung mit »ist«

      Beispiele

      • der Hund kroch hinter den Ofen, in die Ecke, unter den Tisch
      • (umgangssprachlich) todmüde krochen sie ins Bett (gingen sie zu Bett)
  2. (von Pflanzen, die nicht in die Höhe wachsen) sich mit ihren Trieben, Ausläufern o. Ä. am Boden ausbreiten

    Grammatik

    Perfektbildung mit »ist«

    Beispiele

    • die Ausläufer des Efeus kriechen am Boden, über die Mauer
    • kriechende Pflanzen
  3. (besonders von Fahrzeugen, Kolonnen o. Ä.) sich aufgrund einer Behinderung o. Ä. besonders langsam fortbewegen

    Grammatik

    Perfektbildung mit »ist«

    Beispiele

    • der Verkehr bewegt sich nur noch kriechend vorwärts
    • <in übertragener Bedeutung>: die Zeit kriecht
  4. sich unterwürfig verhalten; allzu dienstfertig sein gegenüber einer höhergestellten Person

    Grammatik

    Perfektbildung mit »ist« oder »hat«

    Gebrauch

    abwertend

    Beispiele

    • er kriecht vor jedem Vorgesetzten
    • eine kriechende (kriecherische) Unterwürfigkeit zeigen
  5. (von festen Werkstoffen) sich bei bestimmter Temperatur und Beanspruchung plastisch verformen, dehnen

    Grammatik

    Perfektbildung mit »ist«

    Gebrauch

    Technik

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