Streitschrift: Antisemitismus in der Sprache

Während die Zahl antisemitischer Straftaten in Deutschland und Europa wieder steigt und die gesellschaftliche Diskussion an Brisanz gewinnt, richtet Ronen Steinke den Blick auf unsere Alltagssprache: Welchen Beitrag leisten Wörter bei der Verbreitung von Antisemitismus? Die Streitschrift „Antisemitismus in der Sprache: Warum es auf die Wortwahl ankommt“ erschien am 14. September 2020 im Dudenverlag.

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Jiddische Wörter wie „Tacheles“, „Schlamassel“ oder „meschugge“ werden im Deutschen oft gebraucht – und das ist in diesen Fällen auch in Ordnung, sagt Ronen Steinke. Warum das bei „Mischpoke“ oder „mauscheln“ aber anders ist und wieso eingedeutschte Begriffe wie „Sabbat“ Tabu sein sollten, erklärt der Autor in aufschlussreichen Beispielen. Manches wird überraschen: „Altes Testament“ ist kein neutraler Begriff für die fünf Bücher Moses. „Antisemitismus“ ist ein durchaus ambivalentes Kunstwort. Und auch die „Macke“ hat jiddische Wurzeln. Steinke sensibilisiert für unsere Sprachgeschichte, damit eine diskriminierungsfreie alltägliche Kommunikation möglich wird.

Ronen Steinke
Antisemitismus in der Sprache: Warum es auf die Wortwahl ankommt
64 Seiten, Softcover
978-3-411-74375-9
8,00 € [D]

Über den Autor

Ronen Steinke, 1983 in Erlangen geboren, ist einer der profiliertesten politischen Journalisten der jüngeren Generation und unter anderem innenpolitischer Korrespondent der Süddeutschen Zeitung. Er studierte Rechtswissenschaft in Hamburg und Tokio. Nach seiner Biografie über Fritz Bauer entstand der preisgekrönte Kinofilm „Der Staat gegen Fritz Bauer“. Zuletzt erschien sein Buch „Terror gegen Juden: Wie antisemitische Gewalt erstarkt und der Staat versagt“.