Fragesätze – rhetorisch und suggestiv

Wird hier eher rhetorisch oder bereits suggestiv gefragt? In diesem Artikel stellen wir Ihnen verschiedene Typen von Fragesätzen vor.

„Denkst du auch gerade ans Wochenende?“ – eine direkte, einfache Frage. Es gibt nur wenige Antwortmöglichkeiten: „Ja“ und „Nein“ sind die gängigen, denkbar wäre bei einer anderen Fragestellung auch „Vielleicht“ oder „Ich weiß es nicht“. Diese geschlossenen Fragen oder Entscheidungsfragen stellen durch ihr klar vorgegebenes Thema eine gewisse Vertrautheit zwischen den Gesprächspartnern her und dienen oft dazu, Gemeinsamkeiten zu betonen.

Ganz anders hingegen die besonders bei Männern gefürchtete Frage: „Woran denkst du gerade?“ Hierbei handelt es sich um eine offene Frage, gerne auch als W-Frage bezeichnet, da sie stets mit einem Fragewort wie z. B. wie, wo, wer, wie lange etc. eingeleitet wird. Ein einfaches „Keine Ahnung“ wird hier nicht als angemessene Antwort gesehen; der Fragende erhofft sich vielmehr möglichst viele neue Informationen.

Und dann gibt es noch Fragen, die eigentlich keine sind. „Du denkst doch daran, den Müll rauszubringen?“ Diese Art der Fragestellung lässt kein „Nein“ zu, vielmehr suggeriert sie bereits die allein richtige Antwort „Aber ja, selbstverständlich“. Deshalb spricht man hier von Suggestivfragen, die den Gesprächspartner beeinflussen sollen. Allerdings sind sie einer offenen Kommunikation nicht gerade förderlich. Bei rhetorischen Fragen wird überhaupt keine Antwort mehr erwartet. Der Sprecher gibt die Antwort häufig sogar selbst: „Hast du dir mal überlegt, wie viel das kostet? Nein, natürlich nicht.“ Da die rhetorischen Fragen keine Frageintention mehr haben, lässt sich das Fragezeichen am Ende häufig durch ein Ausrufezeichen ersetzen: „Wer könnte dieses Angebot schon ablehnen!“

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