Komma

Das Komma ist ein Gliederungszeichen. Es wird im Deutschen in erster Linie nach grammatischen Gesichtspunkten gesetzt. Man kann drei Regelgruppen unterscheiden, vgl. Punkte 1–3. Zum Gewicht dieser Regeln vgl. Punkt 4.

1. Das Komma steht zwischen den Teilen von Reihungen (Aufzählungen) (D 100-102, D 111-113)

  • Feuer, Wasser, Luft und Erde.
  • Sie wirkte ruhig, gelassen, entspannt.
  • Hier stehe ich, ich kann nicht anders.
  • Wir waren arm, aber gesund.

1.1. Es steht allerdings kein Komma bei Reihungen, deren Elemente mit Konjunktionen des Typs und/oder verbunden sind (D 111). Vgl. aber Punkt 4.

  • Er stand auf und ging.
  • Im Sack waren Nüsse und Datteln sowie Feigen und Mandarinen.

1.1.1. Bei gereihten Hauptsätzen, die mit solchen Konjunktionen verbunden sind, darf hingegen ein Komma gesetzt werden (D 119):

  • Nimm das Geld[,] oder lass es bleiben.
  • Anna liest die Zeitung[,] und Otto löst ein Kreuzworträtsel.

2. Das Komma grenzt nachgestellte Zusätze vom Rest des Satzes ab (D 103–107)

  • Da kommt Michael, mein Bruder.
  • Sie liest viele Bücher, vor allem Romane.

Ist ein Zusatz eingeschoben, steht am Anfang und am Ende je ein Komma (= paariges Komma):

  • Michael, mein Bruder, kennt dich noch nicht.
  • Viele Bücher, vor allem Romane, regen die Fantasie an.

3. Das Komma grenzt Nebensätze vom übergeordneten Satz ab (D 118–125):

  • Sobald ich Zeit habe, komme ich bei euch vorbei.
  • Ich komme bei euch vorbei, sobald ich Zeit habe.

Ist der Nebensatz in den übergeordneten Satz eingeschoben, steht am Anfang und am Ende des Nebensatzes je ein Komma (= paariges Komma):

  • Ich komme, sobald ich Zeit habe, bei euch vorbei.

4. Die Regeln 2 und 3 haben mehr Gewicht als die Regeln in Punkt 1.

Dieses Wissen ist hilfreich, wenn man zunächst nicht weiß, welche von zwei infrage kommenden Regeln zum Zug kommt. Das folgende Beispiel enthält einen Zusatz (→ Komma) und eine Reihung mit und (→ kein Komma). Die Regel 2 für Zusätze hat mehr Gewicht, und daher steht am Ende des Zusatzes ein Komma:

  • Sie liest viele Bücher, vor allem Romane, und diskutiert auch gern darüber.

Entsprechend nach einem Nebensatz:

  • Sie sagte, sie komme gleich wieder, und ging hinaus.

5. Es ist allerdings einzuräumen, dass nicht immer ganz klar ist, was für eine Konstruktion vorliegt. In solchen Bereichen gewähren die Kommaregeln einen gewissen Freiraum. Dies gilt insbesondere für die folgenden Bereiche:

Datums-, Wohnungs-, Literaturangaben (D 108–110)

  • Sie wird Mittwoch, den 13. März[,] eintreffen.
  • Herr Meier aus Bonn, Lindenstraße 12[,] hat zwei Freikarten gewonnen.
  • Sie hat aus dem Brockhaus, 21. Auflage, Band 14[,] zitiert.

Partizip- und Infinitivgruppen (D 114–117)

  • Das ist[,] grob gerechnet[,] die Hälfte. (Zwei Kommas oder gar keins!)
  • Sie weigerte sich[,] uns zu helfen.
  • Sie weigerte sich[,] uns zu helfen[,] und ging weg. (Zwei Kommas oder gar keins!)

mehrteilige Nebensatzeinleitungen (D 126–128)

  • Angenommen[,] dass morgen gutes Wetter ist …

6. Besonders zu beachten sind außerdem Hervorhebungen, Ausrufe und Anreden (D 129–132)

  • Deine Mutter, die habe ich gut gekannt.
  • Ach, das ist aber schade.

7. Zum Schluss soll noch eine Faustregel genannt werden:

Kein Komma ohne Grund!

Im folgenden Satz liegt weder eine Reihung noch ein Zusatz oder ein Nebensatz vor. Es gibt daher keinen Grund für ein Komma:

  • (Falsch:) Nach einer langen Reise mit Zug und Bus, kamen wir endlich am Nordkap an.
  • (Richtig:) Nach einer langen Reise mit Zug und Bus kamen wir endlich am Nordkap an.

Zu weiteren Informationen:

Anführungszeichen (D 9, 11)
Gedankenstrich (D 43, 45, 46)
Klammern (D 98, 99)

Das Komma bei Reihungen (Aufzählungen)

Zu Reihungen mit Konjunktionen (Bindewörtern) vgl. D 111–113. Zu gereihten Sätzen vgl. D 118, D 119, zu gereihten Nebensätzen D 122.

D 100

Das Komma steht bei Aufzählungen, zwischen gleichrangigen Wörtern und Wortgruppen, wenn sie nicht durch Wörter wie und oder oder (vgl. D 111, 113) verbunden sind <§ 71 (2) und 72>.

Zum Beispiel

  • Feuer, Wasser, Luft und Erde.
  • Sie wirkte ruhig, gelassen, entspannt.
  • Möchten Sie ein Menü aus drei, aus vier oder aus fünf Gängen?
  • Ich wollte nur am Strand sitzen, keine Berge besteigen, keine Museen besuchen, an keiner Weinprobe teilnehmen.

    D 101

    Zwischen zwei Adjektiven steht nur dann ein Komma, wenn sie einander nebengeordnet sind, das heißt den gleichen Rang haben.
    Gelegentlich hängt es vom Sinn des Satzes ab, ob Nebenordnung (Gleichrangigkeit) vorliegt oder nicht <§ 71 E1>.
    Es gibt aber auch Fälle, in denen zwischen den zwei Konstruktionsweisen nur ein geringer Unterschied besteht.

    Mit Komma:

    Zum Beispiel

    • ein süßes, klebriges Getränk
    • ein schwarzer, breitkrempiger Hut

    Aber ohne Komma:

    Zum Beispiel

    • die jüngsten politischen Entwicklungen
    • ein Glas dunkles bayerisches Bier (»bayerisches Bier« wird hier als Einheit angesehen, die durch »dunkles« näher bestimmt ist)
    • ein seltsam süßes Getränk (»seltsam« beschreibt hier »süßes« näher und ist daher nicht dekliniert).

    Je nach Bedeutung:

    Zum Beispiel

    • höher liegende unbewaldete Hänge (ohne Komma, sofern es auch tiefer liegende unbewaldete Hänge gibt)
    • höher liegende, unbewaldete Hänge (mit Komma, sofern die tiefer liegenden Hänge bewaldet sind)

    Mit geringem Bedeutungsunterschied:

    Zum Beispiel

    • langes[,] blondes Haar
    • helle[,] kernlose Trauben
    • unsere freiheitliche[,] demokratische Grundordnung

    D 102

    1. Mehrere vorangestellte Namen und Titel werden nicht durch Komma getrennt.

      Zum Beispiel

      • Hans Albert Schulze, Erika Müller
        (aber: Schulze, Hans Albert, und Erika Müller, ...)
      • Direktor Professor Dr. Max Müller
      • Seine Heiligkeit Papst Johannes Paul II.
    2. Angaben mit geb., verh., verw. usw. können ohne Komma stehen oder als Zusätze angesehen und mit Kommas abgetrennt werden <§ 77 E2>.

      Zum Beispiel

      • Martha Schneider[,] geb. Kühn
      • Frau Tanja Schuster-Lehmann[,] geb. Lehmann[,] und ihr Ehemann Peter[,] geb. Schuster[,] verpflichten sich hiermit ...

    Das Komma bei nachgestellten Zusätzen

    D 103

    Das Komma trennt nachgestellte Zusätze (Appositionen) ab. Wenn der Satz danach weitergeht, steht auch am Ende des Zusatzes ein Komma (= paariges Komma) <§ 77 (2)>.
    (Vgl. auch D 104, D 107.)

    Zum Beispiel

    • Das ist Michael, mein Bruder.
    • Das Auto, Massenverkehrsmittel und Statussymbol zugleich, hat das Gesicht unserer Städte nachhaltig geprägt.
    • Johannes Gutenberg, der Erfinder der Buchdruckerkunst, wurde in Mainz geboren.

    D 104

    Wenn der Zusatz Teil des Namens ist, steht kein Komma <§ 77 E2>. Man spricht hier auch von Beinamen.

    Zum Beispiel

    • Heinrich der Löwe wurde im Dom zu Braunschweig begraben.
    • Das ist ein Gemälde von Hans Holbein dem Jüngeren.

    D 105

    1. Das Komma trennt nachgestellte Erläuterungen ab. (Solche Erläuterungen werden häufig durch und zwar, nämlich, z. B., insbesondere oder ähnliche Wörter und Fügungen eingeleitet.)

      Zum Beispiel

      • Sie liest viel, vor allem Krimis.
      • Das Schiff verkehrt wöchentlich einmal, und zwar sonntags.
      • Das Schiff verkehrt nur in der Hauptsaison, das heißt im Sommer.
      • Wir müssen etwas unternehmen, und das bald.
      • Es gibt vier Jahreszeiten, nämlich Frühling, Sommer, Herbst und Winter.
    2. Wenn der Satz nach der Erläuterung weitergeht, steht auch am Ende der Erläuterung ein Komma (= paariges Komma) <§ 77 (4)>.

      Zum Beispiel

      • Bei unserer nächsten Sitzung, also am Donnerstag, werde ich diese Angelegenheit zur Sprache bringen.
    3. Steht die Erläuterung jedoch zwischen Adjektiv und Substantiv oder zwischen Verb und Hilfsverb, entfällt das schließende Komma <§ 77 (4)>. (Vgl. auch D 101.)

      Zum Beispiel

      • Das Buch enthält viele farbige, und zwar mit der Hand kolorierte Holzschnitte.
      • Er wurde erst ruhiger, als er sein Herz ausgeschüttet, das heißt alles erzählt hatte.

    D 106

    1. Das Komma trennt Adjektive und Partizipien ab, die einem Substantiv oder einem Pronomen nachgestellt sind.
      Wenn der Satz danach weitergeht, steht auch am Ende der entsprechenden Wortgruppe ein Komma (= paariges Komma) <§ 77 (7)>. (Vgl. auch D 114.)

      Zum Beispiel

      • Sie erzählte allerlei Geschichten, erlebte und erfundene.
      • Dein Wintermantel, der blaue, muss in die Reinigung.
      • Er, das leere Glas in der Hand [haltend], ging zur Theke.
      • Kabeljau, gedünstet
    2. Das Komma steht aber nicht, wenn in bestimmten festen Fügungen (oder in poetischen Texten) ein allein stehendes Adjektiv nachgestellt ist <§ 77 E3>.

      Zum Beispiel

      • Aal blau
      • Karl Meyer junior
      • Bei einem Wirte wundermild ...
      • Ich arme Jungfer zart, ach, hätt ich genommen den König Drosselbart!
      • Du Glücklicher hast endlich gewonnen! (Pronomen mit substantiviertem Adjektiv)

    D 107

    Oft können die Schreibenden selbst entscheiden, ob sie Wörter oder Satzteile als Zusatz kennzeichnen wollen oder nicht <§ 78>.

    Zum Beispiel

    • Du hast mir leider nicht alles gesagt.
      Oder mit besonderer Hervorhebung:
      Du hast mir, leider, nicht alles gesagt.

    Das gilt besonders

    1. bei Wortgruppen mit wie (vgl. auch D 112) <§ 78 (2)>;

      Zum Beispiel

      • Öffentliche Verkehrsmittel[,] wie Busse und Bahnen[,] sollen stärker gefördert werden.
    2. bei Wortgruppen, die von einer Präposition (einem Verhältniswort) eingeleitet sind <§ 78 (1)>;

      Zum Beispiel

      • Alle[,] bis auf Robert[,] wollen mitfahren.
      • Das Spiel wurde[,] wegen des schlechten Wetters[,] abgesagt.
    3. bei Namen, die auf eine Funktionsbezeichnung o. Ä. folgen (vgl. auch D 103) <§ 78 (4)>.

      Zum Beispiel

      • Der Angeklagte[,] Max Müller[,] erschien nicht zur Verhandlung.

    Das Komma bei Datums-, Wohnungs-, Literaturangaben

    D 108

    Mehrteilige Datums- und Zeitangaben gliedert man durch Kommas. Man kann diese Angaben als Reihungen (Aufzählungen) oder als Fügungen mit Zusatz auffassen; deshalb ist das letzte (schließende) Komma vor der Weiterführung des Satzes freigestellt <§ 77 (3)>. (Vgl. auch D 32.)

    Zum Beispiel

    • Sie kommt [am] Mittwoch, 13. März[,] wieder zurück.
    • Sie kommt Mittwoch, den 13. März[,] wieder zurück.
    • Wir treffen uns am Freitag, dem 12. August, [um] 20 Uhr.
    • Sie kommt am Montag, dem/den 5. April[,] wieder zurück.
    • Mittwoch, den 25. Juli[,] um 14 Uhr[,] findet eine Sitzung statt.
    • Die Sitzung findet Mittwoch, den 25. Juli, 14 Uhr[,] im großen Besprechungszimmer statt.

    D 109

    Mehrteilige Wohnungsangaben gliedert man durch Kommas. Man kann diese Angaben als Reihungen (Aufzählungen) oder als Fügungen mit Zusatz auffassen; deshalb ist das letzte (schließende) Komma vor der Weiterführung des Satzes freigestellt <§ 77 (3)>.

    Zum Beispiel

    • Sie wohnt in Berlin, Kurfürstendamm 37.
    • Herr Meier aus Bonn, Lindenstraße 12[,] hat zwei Freikarten gewonnen.
    • Frau Schmitt ist von Bonn, Königstraße 20[,] nach Mannheim, Eberbacher Platz 14[,] umgezogen.
      (Aber: Frau Anke Meyer wohnt in Heidelberg in der Hauptstraße 15.)

    D 110

    1. Mehrteilige Literaturangaben gliedert man durch Kommas. Man kann diese Angaben als Reihungen (Aufzählungen) oder als Fügungen mit Zusatz auffassen; deshalb ist das letzte (schließende) Komma vor der Weiterführung des Satzes freigestellt.

      Zum Beispiel

      • Ich zitiere aus dem Brockhaus, 21. Auflage, Band 12.
      • Es ist ein Zitat aus Goethes »Tasso«, 2. Akt, 1. Szene.
      • Der Artikel ist im »Spiegel«, Heft 48, 2008, S. 25[,] erschienen.
    2. Bei Hinweisen auf Gesetze, Verordnungen usw. setzt man jedoch kein Komma <§ 77 (3)>.

      Zum Beispiel

      • Wir beziehen uns auf § 6 Abs. 2 Satz 2 der Personalverordnung.

    Das Komma bei Reihungen mit Konjunktionen (Bindewörtern)

    D 111

    Werden gleichrangige Wörter und Wortgruppen durch eine der folgenden Konjunktionen (Bindewörter) verbunden, so setzt man kein Komma <§ 72 (2)>:

    1. und

      Zum Beispiel

      • Er stand auf und ging.
      • Sie grübelte und grübelte und grübelte.
      • Sie hört gern Musik und liebt besonders die Oper.
    2. wie (in der Bedeutung »und«)

      Zum Beispiel

      • Der Becher war innen wie außen vergoldet.
    3. sowie

      Zum Beispiel

      • Die Präsidentin sowie ihre Stellvertreterin sind berechtigt …
    4. sowohl – als [auch]

      Zum Beispiel

      • Der Vorfall war sowohl ihm als auch seiner Frau sehr peinlich.
    5. sowohl – wie [auch]

      Zum Beispiel

      • Wir können das Modell sowohl mit Benzinmotor wie auch mit Dieselmotor liefern.
    6. weder – noch

      Zum Beispiel

      • Ich weiß weder seinen Vornamen noch seinen Nachnamen.
    7. nicht – noch

      Zum Beispiel

      • Wir werden nicht rasten noch ruhen …
    8. oder

      Zum Beispiel

      • Gib mir einen Stock, einen Schirm oder etwas Ähnliches.
    9. entweder – oder

      Zum Beispiel

      • Du musst dich entweder für uns oder gegen uns entscheiden.
    10. beziehungsweise (bzw.)

      Zum Beispiel

      • Das Geld haben mir meine Verwandten geschenkt beziehungsweise geliehen.
    11. respektive (resp.)

      Zum Beispiel

      • Das Geld haben mir meine Verwandten geschenkt respektive geliehen.

    D 112

    Für die vergleichenden Konjunktionen als und wie gilt:

    1. Wenn diese Konjunktionen nur Wörter oder Wortgruppen (ohne Verb) einleiten, setzt man kein Komma <§ 74 E3>.

      Zum Beispiel

      • Die Wunde heilte besser als erwartet.
      • Wir haben mehr Stühle als nötig.
      • Die neuen Geräte gingen weg wie warme Semmeln.
      • Wie schon bei den ersten Verhandlungen konnte auch diesmal keine Einigung erzielt werden.
    2. Wenn diese Konjunktionen einen Nebensatz (mit Verb) einleiten, steht ein Komma.

      Zum Beispiel

      • Die Wunde heilte besser, als wir erwartet hatten.
      • Wir haben mehr Stühle, als eigentlich nötig sind.
      • Der Kleine hatte nichts Besseres zu tun, als mit dem Aschenbecher zu spielen.
        (Vgl. auch D 117.)
    3. Bei nachgestellten Zusätzen, die mit wie eingeleitet werden, können Kommas gesetzt werden <§ 78 (2)>. (Vgl. auch D 107.)

      Zum Beispiel

      • Ihre Auslagen[,] wie Kopierkosten, Eintrittsgelder, Fahrtkosten und dergleichen[,] werden wir Ihnen ersetzen.

    D 113

    Bei Konjunktionen, die nicht in den vorgenannten Regeln (D 111 und D 112) aufgeführt sind, gilt die Grundregel der Kommasetzung zwischen gleichrangigen Wörtern und Wortgruppen (vgl. D 100) <§ 71>.

    Zum Beispiel

    • Die Investition ist einerseits mit hohen Gewinnchancen, andererseits mit hohem Risiko verbunden.

    Dies gilt insbesondere, wenn eine Reihung mit den folgenden entgegensetzenden Konjunktionen vorliegt <§ 72 E2>: aber, doch, jedoch, sondern

    Zum Beispiel

    • Wir waren arm, aber gesund.
    • Das war kein Pkw, sondern ein Lastwagen.
    • Sie hat ihn nicht nur abgewiesen, sondern auch ausgelacht.

    Das Komma bei Partizipgruppen

    D 114

    Partizip- und Adjektivgruppen kann man durch Komma abtrennen, um die Gliederung des Satzes deutlich zu machen oder um Missverständnisse auszuschließen. Sind sie eingeschoben, ist gegebenenfalls am Anfang und am Schluss der Wortgruppe ein Komma zu setzen (= paariges Komma oder gar kein Komma).

    Das gilt auch für Wortgruppen, die als Verkürzungen von Partizipgruppen aufgefasst werden können <§ 78 (3)>.

    Zum Beispiel

    • Das ist[,] grob gerechnet[,] die Hälfte.
    • Er fiel[,] von einer Kugel getroffen[,] vom Pferd.
    • Die Renovierung Ihrer Wohnung betreffend[,] möchte ich Ihnen den folgenden Vorschlag machen.
    • Seit mehreren Jahren kränklich[,] hatte er sich in ein Sanatorium zurückgezogen.
    • Sie stand[,] ein Glas in der Hand[,] an der Theke. (Vgl. daneben:) Sie stand[,] ein Glas in der Hand haltend[,] an der Theke.

    D 115

    Partizip- und Adjektivgruppen sind durch Komma abzutrennen,

    1. wenn sie mit einem hinweisenden Wort oder einer Wortgruppe angekündigt oder wieder aufgenommen werden;

      Zum Beispiel

      • Genau so, mit viel Salami belegt, hat er die Pizza am liebsten.
      • Aus vollem Halse lachend, so kam sie auf uns zu.
      • Auf diese Weise, jeden Stein einzeln umdrehend, hatten wir schließlich Erfolg mit unserer Suche.
      • Nur so, bleich und ganz in Schwarz, ist mir mein Großvater in Erinnerung geblieben.
    2. wenn sie einem Substantiv oder Pronomen als Zusatz folgen (vgl. D 106) <§ 77 (7)>;

      Zum Beispiel

      • Er, tödlich getroffen, fiel vom Pferd.
    3. wenn sie als Nachtrag am Satzende stehen <§ 77 (7)>.

      Zum Beispiel

      • Er fiel vom Pferd, tödlich getroffen.
      • Das ist die Hälfte, grob gerechnet.
    4. Das gilt auch für Wortgruppen, die als Verkürzungen von Partizipgruppen aufgefasst werden können <§ 78 (3)>.

      Zum Beispiel

      • Sie, ihr Glas in der Hand [haltend], stand an der Theke.

    Sind sie eingeschoben, steht am Anfang und am Schluss der Wortgruppe ein Komma (= paariges Komma).

    Das Komma bei Infinitivgruppen

    Bei Infinitiven mit zu sind zwei Gebrauchsweisen zu unterscheiden:

    1. Der Infinitiv bildet, gegebenenfalls zusammen mit weiteren Wörtern oder Satzteilen, eine Wortgruppe, die einem Nebensatz nahekommt. Man spricht dann von satzwertigen Infinitivgruppen. Infinitivgruppen dieser Art werden tendenziell mit Komma abgetrennt.
    2. Der Infinitiv mit zu bildet mit einem übergeordneten Verb ein komplexes Prädikat. In diesem Fall wird kein Komma gesetzt.

    Da diese Konstruktionsweisen unterschiedlich gut zu erkennen sind, gilt ein Teil der Kommaregeln für satzwertige Infinitivgruppen fakultativ (D 116 sowie D 117, Punkt 4), ein anderer Teil hingegen obligatorisch (D 117, Punkte 1–3). Zu Infinitivgruppen, die gewöhnlich nicht mit Komma abgetrennt werden, vgl. die Erläuterung zu D 117.

    D 116

    (Satzwertige) Infinitivgruppen kann man durch Komma abtrennen, um die Gliederung des Satzes deutlich zu machen oder um Missverständnisse auszuschließen <§ 75 E2>.

    Sind sie eingeschoben, ist gegebenenfalls am Anfang und am Schluss der Wortgruppe ein Komma zu setzen (= paariges Komma oder gar kein Komma).

    Zum Beispiel

    • Sie weigerte sich[,] zu helfen.
    • Sie weigerte sich[,] uns zu helfen.
    • Sich selbst zu besiegen[,] ist der schönste Sieg.
    • Wir empfehlen[,] ihm zu folgen.
    • Wir empfehlen ihm[,] zu folgen.
    • Er versuchte[,] ins Haus zu gelangen[,] und schlug ein Fenster ein.

    D 117

    (Satzwertige) Infinitivgruppen werden unter den folgenden Bedingungen immer durch Komma abgetrennt:

    1. Die Infinitivgruppe wird durch eine der folgenden Konjunktionen eingeleitet: als, anstatt, außer, ohne, statt, um <§ 75 (1)>.

      Zum Beispiel

      • Ich kenne nichts Schöneres, als mit einem guten Buch am Kamin zu sitzen.
      • Anstatt einen Brief zu schreiben, könntest du auch einfach anrufen.
      • Ihr könnt nichts tun, außer abzuwarten.
      • Er antwortete, ohne gefragt worden zu sein.
      • Wir wollen helfen, statt nur zu reden.
      • Sie ging nach Hause, um sich umzuziehen.
    2. Die Infinitivgruppe hängt von einem Substantiv ab <§ 75 (2)>.

      Zum Beispiel

      • Mein Vorschlag, ins Kino zu gehen, wurde verworfen.
      • Er gab uns den Rat, erst einmal in Ruhe zu überlegen.
      • Ich war nicht in der Lage, mich wieder zu beruhigen.
    3. Die Infinitivgruppe wird mit einem hinweisenden Wort angekündigt oder wieder aufgenommen <§ 75 (3)>.

      Zum Beispiel

      • Erinnere mich daran, den Mülleimer auszuleeren.
      • Ihre Absicht ist es, im nächsten Jahr nach Mallorca zu fahren.
      • Zu tanzen, das ist ihre größte Freude.
    4. Das Komma ist aber bei den Gebrauchsweisen 2 und 3 fakultativ, sofern ein einfacher Infinitiv mit zu (ohne weitere Wörter oder Satzteile) vorliegt und keine Missverständnisse entstehen können <§ 75 E1>.

      Zum Beispiel

      • Seine Angst[,] zu versagen[,] war unbegründet. Oder: Seine Angst zu versagen war unbegründet. (Aber nicht: Seine Angst zu versagen, war unbegründet.)
      • Wir zweifeln nicht daran[,] zu gewinnen.

    Ist die Infinitivgruppe eingeschoben, steht am Anfang und am Schluss der Wortgruppe ein Komma (= paariges Komma), bei Gebrauchsweise 4 gegebenenfalls auch gar kein Komma.

    Das Komma bei selbstständigen Teilsätzen

    D 118

    Das Komma steht zwischen gleichrangigen selbstständigen Teilsätzen <§ 71 (1), 72>. (Vgl. aber zu selbstständigen Teilsätzen, die mit Konjunktionen wie und oder oder verbunden sind, D 119.)

    Zum Beispiel

    • Hier stehe ich, ich kann nicht anders.
    • Die Sonne versank hinter dem Horizont, die Schatten der Nacht senkten sich über das Land.
    • Die Zeiten ändern sich, sie ändern sich sogar sehr schnell.
    • Wo hört die Toleranz auf, wo beginnt die Gleichgültigkeit?

    D 119

    1. Werden gleichrangige selbstständige Teilsätze durch Konjunktionen wie und oder oder verbunden, so setzt man in der Regel kein Komma <§ 72 (1)>.

      Zum Beispiel

      • Nimm das Geld oder lass es bleiben.
      • Wir können zu Fuß gehen oder wir können die Straßenbahn nehmen.
      • Seien Sie bitte so nett und geben Sie mir das Buch.
      • Sie machten es sich bequem, die Kerzen wurden angezündet und der Gastgeber versorgte sie mit Getränken.
    2. Ein Komma kann jedoch auch in diesen Fällen gesetzt werden, um die Gliederung des Ganzsatzes deutlich zu machen (besonders, um Missverständnisse zu vermeiden) <§ 73>.

      Zum Beispiel

      • Entweder ich sage es ihm[,] oder du sagst es ihm selbst.
      • Er schimpfte auf die Regierung[,] und sein Publikum applaudierte.
    3. Das schließende Komma eines vorangehenden Einschubs oder Nebensatzes bleibt erhalten <§ 72 E1>. (Vgl. auch D 121 sowie die Vorbemerkungen zu den Kommaregeln.)

      Zum Beispiel

      • Entweder ich sage es ihm, und zwar heute noch, oder du sagst es ihm morgen selbst.
      • Wir hoffen, dass wir Ihnen weiterhelfen konnten, und verbleiben mit freundlichen Grüßen ...

    (Zu Konjunktionen wie und oder oder vgl. auch D 111.)

    D 120

    Eingeschobene selbstständige Teilsätze werden von Kommas eingeschlossen <§ 77 (1)>.

    Zum Beispiel

    • Sie hat, das weiß ich genau, ihr Examen mit Auszeichnung bestanden.
    • Das Tier, es wird wohl ein Wiesel gewesen sein, war plötzlich verschwunden.

    Das Komma bei Nebensätzen

    D 121

    Nebensätze werden vom übergeordneten Satz mit Komma abgetrennt. Wenn der Nebensatz in den übergeordneten Satz eingeschoben ist, steht am Anfang und am Schluss des Nebensatzes ein Komma (= paariges Komma) <§ 74>.

    Zum Beispiel

    • Ich freue mich, dass du wieder gesund bist.
    • Dass du wieder gesund bist, freut mich.
    • Über die Nachricht, dass du wieder gesund bist, habe ich mich gefreut.
    • Ich hoffe, dass du wieder gesund bist, und grüße dich herzlich.

    D 122

    1. Zwischen gleichrangigen (nebengeordneten) Nebensätzen steht ein Komma <§ 71 (1)>.

      Zum Beispiel

      • Wenn das wahr ist, wenn du ihn wirklich nicht gesehen hast, dann brauchst du dir keine Vorwürfe zu machen.
      • Er kannte niemanden, der ihm geholfen hätte, an den er sich hätte wenden können.
    2. Man setzt aber kein Komma, wenn sie durch eine Konjunktion wie und oder oder verbunden sind (vgl. D 111) <§ 72 (1)>.

      Zum Beispiel

      • Sie wird schon wissen, wem sie vertrauen kann und wem sie besser nichts erzählt.
      • Wir erwarten, dass er die Ware liefert oder dass er das Geld zurückzahlt.

    D 123

    Nebensätze können mit gewöhnlichen Satzteilen Reihungen bilden. Bei Reihungen mit Konjunktionen wie und oder oder (vgl. D 111) gilt:

    1. Zwischen dem Nebensatz und den übrigen Bestandteilen der Reihung entfällt das Komma <§ 74 E2>.

      Zum Beispiel

      • Sie kaufte ihrer Tochter einen Koffer, einen Mantel, ein Kleid und was sonst noch für die Reise gebraucht wurde.
      • Was du für die Reise brauchst sowie die Geschenke für deine Gastgeber besorgst du dir am besten selbst.
    2. Andere Nebensatzkommas können nicht entfallen.

      Zum Beispiel

      • Sie hatte ihrer Tochter einen Koffer, einen Mantel, ein Kleid und was sonst noch für die Reise gebraucht wurde, gekauft.
      • Die Geschenke für deine Gastgeber und was du für die Reise brauchst, besorgst du dir am besten selbst.

    D 124

    Das Komma trennt Nebensätze verschiedenen Grades <§ 74>.

    Zum Beispiel

    • Die Genehmigung kann nicht erteilt werden, wenn die Gefahr besteht, dass sie missbraucht wird.

    D 125

    Bei formelhaft gebrauchten [verkürzten] Nebensätzen kann das Komma weggelassen werden <§ 76>.

    Zum Beispiel

    • Er ging[,] wie immer[,] nach dem Essen spazieren.
    • Wir wollen die Angelegenheit[,] wenn möglich[,] heute noch erledigen.
      (Aber: Wir wollen die Angelegenheit, wenn es möglich ist, heute noch erledigen.)

    D 126

    Wird ein Nebensatz von einer mehrteiligen Fügung eingeleitet, so steht zwischen den Teilen der Fügung im Allgemeinen kein Komma <§ 74 E1 (1)>.

    Zum Beispiel

    • Der Plan ist viel zu umständlich, als dass wir ihn ausführen könnten.
    • Er tut, wie wenn er von der ganzen Angelegenheit nichts wisse.
    • Anstatt dass der Direktor kam, erschien nur sein Stellvertreter.

    D 127

    Bei einigen mehrteiligen Fügungen kann ein Komma zwischen die Teile der Fügung gesetzt werden <§ 74 E1 (2)>.

    Zum Beispiel

    • angenommen[,] dass
    • ausgenommen[,] wenn
    • besonders[,] wenn
    • egal[,] ob
    • geschweige[,] dass
    • geschweige denn[,] dass
    • gleichviel[,] ob
    • je nachdem[,] ob

    D 128

    Gelegentlich kann der Gebrauch des Kommas verdeutlichen, welche Wörter als Einleitung des Nebensatzes verstanden werden <§ 74 E1 (3)>.

    Zum Beispiel

    • Sie freut sich, auch wenn du ihr nur eine Postkarte schreibst.
    • Sie freut sich auch, wenn du ihr nur eine Postkarte schreibst.

    Das Komma bei Hervorhebungen, Ausrufen, Anreden

    D 129

    1. Wörter oder Wortgruppen, die zur Hervorhebung vorangestellt sind, werden von den nachfolgenden Teilen des Satzes mit Komma abgetrennt. Meist werden solche Wortgruppen mit einem Pronomen oder einem Adverb wieder aufgenommen <§ 77 (5)>.

      Zum Beispiel

      • Deine Mutter, die habe ich gut gekannt.
      • In diesem Krankenhaus, da haben sie mir die Mandeln herausgenommen.
      • Mit viel Salami, genau so hat er die Pizza am liebsten.
      • Im engsten Familienkreis und ohne große Feierlichkeiten, so erlebte sie ihren Ehrentag.
    2. Wörter oder Wortgruppen, die einem Pronomen oder Adverb als genauere Erläuterung folgen, werden mit Komma abgetrennt. Wenn der Satz danach weitergeht, steht auch nach der Erläuterung ein Komma (= paariges Komma) <§ 77 (5)>.

      Zum Beispiel

      • Nur er, der Kommissar selbst, konnte der Täter gewesen sein.
      • Als Täter kommt nur er infrage, der Kommissar selbst.
      • Genau so, mit viel Salami, hat er die Pizza am liebsten.
      • Eigentlich hat er ihn gemocht, diesen Lebenskünstler.

    D 130

    Das Wort bitte steht als bloße Höflichkeitsformel oft ohne Komma. Bei besonderer Hervorhebung wird es jedoch durch Komma abgetrennt <§ 79 (2), (3)>.

    Zum Beispiel

    • Bitte nehmen Sie doch Platz.
    • Kann ich bitte mal dein Telefon benutzen?
    • Wenn Sie mir bitte nach nebenan folgen würden.
    • Aber bitte, so nehmen Sie doch Platz!
    • Bitte, lass mich dein Telefon benutzen!
    • Wenn Sie mir, bitte, nach nebenan folgen würden.

    D 131

    Ausrufe, kommentierende Äußerungen, Bekräftigungen werden durch Komma abgetrennt. Das Komma entfällt jedoch, wenn keine Hervorhebung gewollt ist <§ 79 (2), (3)>.

    Zum Beispiel

    • Ach, das ist aber schade!
    • Wie eklig, igitt!
    • Sie hatte, leider, keine Zeit für uns.
    • Ja, ein Gläschen nehme ich noch.
    • Es geht uns gut, danke.
    • Ach das ist aber schade.
    • Sie hatte leider keine Zeit für uns.
    • Der ach so liebe Kleine hatte mir vors Schienbein getreten.

    D 132

    1. Das Komma trennt die Anrede vom übrigen Satz <§ 79 (1)>.

      Zum Beispiel

      • Harry, fahr bitte den Wagen vor.
      • Das, mein Lieber, kann ich dir nicht versprechen.
      • Danke für euer Verständnis, Freunde.
    2. In Briefen folgt nach der Anrede gewöhnlich ein neuer Absatz. Es bestehen dann die folgenden Möglichkeiten <§ 69 E3>:
    • Gewöhnlich steht nach der Anrede ein Komma. Der folgende Absatz beginnt dann klein.

      Zum Beispiel

      • Sehr geehrter Herr Schneider,
        gestern erhielt ich ...
    • Gelegentlich steht nach der Anrede ein Ausrufezeichen. Der folgende Absatz beginnt dann groß.

      Zum Beispiel

      • Sehr geehrter Herr Schneider!
        Gestern erhielt ich ...
    • In der Schweiz wird nach der Anrede meist gar kein Satzzeichen gesetzt. Der folgende Absatz beginnt dann groß.

      Zum Beispiel

      • Sehr geehrter Herr Schneider
        Gestern erhielt ich ...