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Eponyme

Gattungsbegriffe oder Verben, die sich aus Personennamen herleiten, bezeichnet man als Eponyme (aus griech. eponymos = seinen Namen woher habend, wonach benannt; darin onyma = Name). So geht das Wort Silhouette auf den französischen Politiker Etienne de Silhouette (1709–1767) zurück, der – eher schottisch –, um zu sparen, sein Schloss mit selbst gemachten Scherenschnitten ausstattete. Der Architekt François Mansart (1598–1666) galt lange als Erfinder des ausgebauten Dachgeschosses – zu Unrecht. Dennoch blieb es bei der Bezeichnung Mansarde. Ebenfalls allgemein gebräuchlich ist das Eponym Zeppelin (für Luftschiff) nach Ferdinand Graf von Zeppelin (1838–1917), der zusammen mit Theodor Kober (1865–1930) diese neuartigen Fluggeräte konstruiert hatte. Der Gutsverwalter Charles Cunningham Boycott (1832–1897) lieh dem Boykott seinen Namen, der Ingenieur Rudolf Diesel (1858–1913) der Motorenart. Der Arzt J. I. Guillotin (1738–1814) hatte die Idee für das Fallbeil, das dann seinen Namen trug (die Ausführung übernahm übrigens der deutsche Klavierbauer T. Schmidt).
Die Guillotine wie auch der Boykott brachten es auch auf eine Verbvariante, nämlich guillotinieren bzw. boykottieren. Andere Verben, die auf einen Personennamen zurückgehen, sind etwa röntgen, von Wilhelm Conrad Röntgen (1845–1923) abgeleitet, pasteurisieren, vom Chemiker und Mikrobiologen Louis Pasteur (1822–1895), oder einwecken, von Johann Weck (1841–1914) abgeleitet.
Und die Popgruppe Fraternity of Man – um mal ins Fremdsprachige zu schweifen – sang zum Kultstreifen Easy Rider: »Don't bogart that joint, my friend.« Das Verb to bogart bedeutet so viel wie »etwas benutzen oder zu sich nehmen, ohne es mit anderen zu teilen«. (Man hat den Schauspieler Humphrey Bogart in seinen Filmen sehr oft mit Zigarette gesehen, aber wohl nie, dass er sie mit jemandem geteilt hat.)

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